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Mittwoch, 11. Juli 2012

calling me home

And I'm not sleeping now, the dark is too hard to beat  
And I'm not keeping now, the strength I need to push me
You show the lights that stop me turn to stone  
You shine it when I'm alone  
And so I tell myself that I'll be strong  
And dreaming when they're gone
'Cause they're calling, calling, calling me home 
Calling, calling, calling home

(Ellie Goulding - Lights)
irgendwie bilde ich mir ein, ich hätte alles im griff und wäre dabei, ein neues leben zu beginnen. eins, ohne depression, angst, soziale phobie, drogen und essstörung. in diesem moment scheinen alle erfolge vergessen zu sein. alles, was ich erreicht hatte ist zunichte gemacht worden von mir selbst. ich bin wieder in dem strudel gefangen: hungern, kiffen, essen, fressen, kotzen, kiffen, fressen, kotzen... und so weiter, jeden tag aufs neue. 
so geht es eben mit vorsätzen. zu beginn ist man fest davon überzeugt, alles zu schaffen, was man sich vornimmt, doch meist schon nach kurzer zeit sind die ersten glücksmomente vergessen und die vergangenheit, die gewohheit überrolt einen ohne vorwarnung.

dabei wollte ich alles besser machen, nicht bloß für den moment, sondern für die zukunft.
aber es ist so schwer, wenn man am liebsten nur die bulimie gehen lassen möchte und die magersucht fest an sich bindet, keinen zentimeter luft dazwischen lässt.

die sache mit dem zunehmen klappt nicht gut. körperlich gesehen schon, denn langsam pendelt sich alles wieder ein: meine organe arbeiten wieder vorschrifstmäßig, die nebenwirkungen des gewichtsverlustes lassen nach. doch vom kopf her ändert sich nicht viel, im grunde genommen gar nichts. ich sehe die lücke zwischen meinen beinen verschwinden, will um jeden millimeter kämpfen, will jeden knochen am liebsten aus dem fett und der haut befreien, um sie bei mir zu halten.

und auch, wenn ich es vielleicht noch immer nicht bin, ich fühle mich fett. fetter, als jemals zuvor.


DIY Nail Art!

vielleicht kennen einige von euch diese strips: eigentlich sind sie dazu da, wunden zu kleben. ich habe mich heute davon verabschiedet und mich dazu entschlossen, dass ich sie nun nicht mehr brauche. 
zum nägel machen sind sie übrigens bestens geeignet!




Freitag, 20. April 2012

the pain inside won't leave

die hoffnung stirbt, für jetzt, für gleich, für heute und für morgen. in mir ist bloß diese laute leere. verlassen, verwüstet, verloren. es ist nichts in mir, nichts an mir, woran es noch zu glauben gilt.
mir fehlt die motivation mein leben in die hand zu nehmen, zu kämpfen, zu siegen. ja, es überhaupt zu probieren. 

es ist alltag eingekehrt. aber nicht in meinen gedanken. es bleibt bloß alles oder nichts. viel zu oft ist es das nichts, welches mich aufrecht gehen lässt, denn wenn die farben erst einmal alle verschwunden sind, wenn die leere im magen, zur leere im kopf wird, lässt es sich leichter durch diese welt laufen. wichtige fragen stellen sich gar nicht mehr. zumindestens glaube ich das, ob es der wahrheit entspricht, mag ich nicht zu sagen, verstehe ich doch kein einziges wort, das aus den mündern der menschen um mich herum sprudelt. 
und manchmal, da fehlen einfach die worte, um zu beschreiben, wie viele emotionen in mir warten, wie viele worte gerne gesagt werden würden und wie viele gedanken offen dargelegt werden wollen. 
meistens überragt aber die gleichgültigkeit alles, was in irgendeiner weiseproduktiv für mich sein könnte.



mit jemandem reden, einfach bloß reden. ich könnte nicht einmal antworten, mit dieser matsche im kopf.
von jemandem gehalten werden. ich könnte es nicht ertragen, von einem anderen menschen angefasst zu werden.
mit jemandem schweigen. ja, das könnte ich. denn im grunde genommen bin ich nur noch am hängen. gedanklich, physisch, psychisch.

_______________________________________
die letzten wochen waren nicht einfach für mich. entschuldigt, dass ich selten gebloggt und kommentiert habe. es war zu viel von allem: drogen, essen, brechen, alkohol, gewicht, party. exzesse vom feinsten.

montag noch ein fettes schwein,
freitag sieht man die knochen.
sag mir, wie kann das alles sein?
bin ich schon zerbrochen?

size zero, ich komme wieder.

Samstag, 14. April 2012

Party all the time

If we could party all night and sleep all day,
and throw all of my problems away,
my life would be easy.
(BEP - Party all the time)

was will man auch anderes machen, in dieser stadt ohne perspektiven und ohne zukunft, in der man sich aufhält ohne eine einzige veränderung zu bemerken, egal, wie viele tage oder wochen vergehen. es ist immer das gleiche und doch immer anders, denn obwohl mich jeden tag die normalität erwischt, entfliehe ich ihr doch erfolgreich. jedes mal aufs neue. ich weiß es, wenn ich mir abends vorsorglich eine knospe aufbewahre; zu groß ist die angst, keinen dealer zu erwischen, wenn ich mittags aus meinem rauschschlaf erwache. 
der gedanke, der mich jeden augenblick begleitet, ist bloß der, dass ich hier weg will und diese idioten, die mir die schuld für alles geben, egal ob ich etwas tue oder nicht, am liebetsen nie wieder sehen muss. es ist der drang, die sehnsucht etwas neues zu beginnen, das wirkliche leben zu erfahren.


es erscheint alles so verdammt unreal. so unreal, wie ein tiefschlaf, eine narkose, aus der man erwacht und sich fragt, ob die letzten stunden wirklich geschehen sind oder bloß einbildung waren. das kann es einfach nicht sein. es muss so viel mehr geben, das auf mich wartet, so viel mehr inhalt, so viel mehr tiefe. verständnis, vertrauen, ehrlichkeit, wärme. 
die träume, in denen ich ihn gefunden habe werden immer realer, immer schärfer und damit nur noch verletzender, wenn ich aufwache und erkennen muss, dass alles doch bloß einbildung bleibt.
"ich wollte schon viel früher zurück schreiben, aber ich war so geflasht von deiner Nachricht ! hab mich mega gefreut ..und ich glaub ich hab das schon 20 mal oder so immer wieder gelesen weil das so süß ist"
und all diese worte, buchstaben, ändern doch nichts daran, dass er vergeben und crystal meth abhängig ist. nicht an mir interessiert. dafür kennt er mich zu wenig und weiß doch trotzdem zu viel über mich. viel zu viel. und dass man mir von tag zu tag mehr ansieht, dass ich fresse und fresse ohne ein ende zu kennen, ist auch nicht gerade hilfreich.

edit: da im moment jeden tag neue kommentare eintreffen, von wunderbaren menschen, die meinen blog auch weiterhin verfolgen möchten, werde ich mit der sperrung noch einige tage warten und bis dahin nur vereinzelt und ohne große details bloggen.

Donnerstag, 5. April 2012

holy shit, warum bricht gerade alles irgendwie auseinander?
ich brauche ne dröhnung. jetzt sofort.

Montag, 2. April 2012

Dolce Droga

wenn die zeit plötzlich schwimmen und rennen kann, wenn sie verschwinden kann, ohne dass ich es bemerke, muss ich mich beeilen. 
ich weiß nicht wohin mit mir, weil sich alles nur noch ums paffen dreht und wenn nicht, schlafe ich, esse ich. 
ich gebe ein vermögen für Sendra stiefeletten aus und trage sie mit einem 42-er pullover, "weil ich so fett geworden bin". zumindestens sagen mir das mein hirn und meine gedanken heute morgen. vor der ersten tüte. danach verschwand nicht bloß die essstörung, sondern auch alles andere. als wäre die welt ausgeblendet, als wäre jedem ding sein leben entzogen worden. nichts interessiert mich, ich interessiere niemanden. wir stören uns nicht gegenseitig, ich und die anderen, aber wir arbeiten auch nicht miteinander. und obwohl ich nie allein bin, bin ich doch immer isoliert, von dem rest der welt, von der bühne des lebens. stattdessen betrachte ich die schauspieler um mich herum, die ihre rolle perfektioniert haben, für das was sie tun brennen. 
das einzige, was bei mir brennt sind die pflanzen. 


Montag, 19. März 2012

oh my mind

ich bin dünn, aber nicht zu dünn.
ich halte mein gewicht auf einem punkt, der für meinen körper zwangsläufig über längeren zeitraum gesehen, schädlich ist. ich verweigere ihm nicht nur die nahrung, sondern ich provoziere ihn auch noch, indem ich alles, was ich finde in mich stopfe, bloß um es dann, leise grinsend wieder los zu werden. das flüstern von mia im ohr.
ich kann vergessen zu essen, aber ich vergesse nicht, dass ich bulimisch bin. ich vergesse es bloß so lange, bis ich über die türschwelle trete und die sicherheit meines hauses mich umschmeichelt. hier ist es egal, wie viel ich vernichte, wie oft ich breche, wie angeschwollen meine speicheldrüsen sind. 
es ist bloß bulimie.

sommer 2011. 54kilo. ich will zurück zu diesem paradiesischen ort.

ich denke viel nach in letzter zeit, besonders, wenn ich breit bin. dann rasen die gedanken so schnell, dass ich sie nicht in worte fassen kann.
rückblick: meine mutter steht vor mir, tränen in den augen, schmerz im blick. 
"wenn du wirklich gehen willst, kann ich daran nichts ändern. ich bin für dich da, wann immer du mich brauchst, aber wenn du nicht mit mir redest, kann ich dir nicht helfen."
jahre zuvor findet diese szene statt. es geht nicht ums essen, nicht um die bulimie und auch nicht um die magersucht. damals ging es um die depressionen, die todeswünsche und todesflüche. der stille versuch, diese welt zu verlassen. 
sie hat akzeptiert, dass sie mir nicht helfen kann, solange ich nicht bereit dazu bin, solange ich sie nicht um diese hilfe bitte. sie hat mich nie losgelassen, sie hat sich nur von mir distanziert, weil ich in die falsche richtung gelaufen bin.
rückwärts statt vorwärts.

Sonntag, 18. März 2012

wenn man ist, wie ich, wenn man ist, wer ich bin, lohnt es nicht, sich um einen sinnvolleren post zu bemühen. wenn es bloß noch darum geht, wie viel geld für den nächsten kick übrig ist oder wie viel zeit für die nächste orgie bleibt.
aus mehr besteht mein leben nicht. 
alles, was zählt, ist die sucht zu befriedigen, den drang zu stillen.
und irgendwo, bin ich auf der strecke geblieben.

danke für eure lieben kommentare, und einen besonderen dank an emaschi. ihr seid die besten leser, die man sich wünschen kann, aber ich kann euch im moment nicht das geben, was ihr verdient. es passiert zu viel und gleichzeitig zu wenig, als dass ich es in worte fassen könnte. entschuldigt bitte.

Montag, 12. März 2012

olé olé



klausurphase, olé olé.
anstatt zu lernen oder meine facharbeit zu vollenden, kiff ich mir lieber das hirn weg, schwänze, fresse und kotze und fresse weiter.

tip top. alles in butter.
ich nimm aber auch öl oder margarine, wenn butter knapp wird.
ich hasse mich, ich hasse mein leben, ich hasse es morgens aufzustehen.
da läuft ja alles wieder einmal rund.
wenn man die ecken abschneidet, ist übrigens alles rund.

Montag, 5. März 2012

'cause lately I've been craving more

ich glaube, es wäre von vorteil, wenn ich wieder medikamente bekäme. der immer währende tagelange drogenentzug und drogenexzess zehrt an meinen nerven. die ewigen, stundenlangen fress- und brechorgien zehren an meiner physischen verfassung und irgendwie wiege ich gar nicht so viel, wie ich vermutet hatte. irgendwie hat mich die zahl auf der waage geschockt, weil ich dachte, es wäre so viel mehr, so viel näher an der sechzig. dabei bewege ich mich eher abwärts, als aufwärts. 
merkwürdige angelegenheit, dieses gewicht.


"traust du dir das alleine zu?"
"nein. aber mir bleibt ja nichts anderes übrig."
"gut, find ich toll von dir!"
nein, ich will mich nicht alleine vor einen kurs von neunmalklugen dummschwätzern stellen, die alle glauben, sie hätten so viel ahnung von der welt und ich will auch nicht die erwartungen derer enttäuschen, die denken, ich wäre das 'brain'. und wer weiß, vielleicht bin ich es und der einzige fehler liegt darin, dass ich es mir selbst nicht zutraue, weil ich sowieso nichts kann. rein gar nichts.

und während alles um mich herum zerbricht, während ich mich mit jedem streite und während ich alleine einer aufgabe zugeteilt werde, die eigentlich von zweien erfüllt werden soll, merke ich, dass ich langsam an mir selbst zerbreche. tränen steigen mir in die augen. bittere tränen, die ihren weg niemals nach draußen finden, egal, wie sehr ich es versuche, egal, wie sehr ich es will. 

jetzt warte ich bloß alleine in meinem viel zu großen bett darauf, dass der tag irgendwann endet, dass die wirkung der dulco's einsetzt, dass mein körper sich von innen auffrisst, dass die gedanken zurückkehren und gleichzeitig niemals wieder kommen.


die letzte nacht war nicht erholsam, sie war nicht ruhig und sie war nicht angenehm. die angst packt mich und setzt sich in jeder zelle meines körpers fest. sie lässt mich erstarren und gleichzeitig innerlich zittern.
ich weiß nicht, wann ich das letzte mal umarmt wurde. ich meine richtig umarmt. nicht bloß diese "hallo-umarmung". ich weiß nicht, wann ich das letzte mal mit jemandem geredet habe. ich meine richtig geredet. nicht bloß dieses "wie-geht's-dir?-gut". ich sehne mich so sehr nach ein stückchen liebe, ein stückchen sonne, freude, glück. irgendetwas. 
"du erweckst den eindruck der kalten schönheit. du würdest es nicht einmal zulassen, dass dich jemand liebt, geschweige denn, dass du jemanden lieben könntest." 
manchmal hat diese fremde, die glaubt mich zu kennen, viel zu recht.

und in diese trauer, ruft ein bekannter, in letzter zeit immer öfter mein dealer, an und fragt, ob ich nicht vorbei kommen will und einen mit ihm rauche. zu schön, viel zu schön ist diese vorstellung.
ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden werde und eigentlich ist mir der triumph über die bulimie sehr wichtig. thc würde mir diesen mit sicherheit wieder zunichte machen.

Sonntag, 4. März 2012

come on skinny love, what happened here?

seit mittwoch kann ich keinen klaren gedanken mehr fassen, keine entscheidung mehr überdenken. ich ignoriere die welt, sperre sie einfach aus und schließe die tür hinter mir. ich warte darauf, dass sie sich verändert, irgendwie besser wird und ich es eines tages bemerke, hinausschreite und vielleicht glücklich bin.
seit tagen laufe ich vor jeder verantwortung weg, schwänze die schule, erledige keine hausaufgaben und schon gar nichts für meine facharbeit, die ich am 12. abgeben muss. alles, wovon ich mich nähre, ist der rausch, der mich überwältigt. ich inhaliere und inhaliere, nehme alles in mich auf, was mich zerstören könnte. jeder tag weicht einer einzigen, riesigen fressattacke, der ich durch unzähliges erbrechen entgegenwirke. vier, fünf, sechs mal. ich weiß es nicht, ich kann mich bloß schwach daran erinnern, nehme alles wahr, wie in einem traum.
und immer wieder dieser gedanke: "das kann es nicht sein. das kann nicht alles sein, was zählt." 
das, was ich führe, ist nicht mehr leben zu nennen. es ist vor sich hinvegetieren, existieren. mehr nicht. 
meine hände sind so kalt, mein herz ist so leer.




systematisches ausgrenzen. das ist es, was sie mit mir tut. psychisches mobbing. ausschließen. 
"an dieses mädchen will ich keinen gedanken mehr verschwenden!"
"du hast dich total verändert und ich glaube, es liegt an ihr!" - an ihr = an mir.
aber es ist okay, es ist in ordnung. daraus resultiert doch nur noch mehr verzweiflung, noch mehr einsamkeit in dieser stadt, diesem haus voller menschen, die mir rein gar nichts bedeuten.

wenn ich versuche mein verhalten zu reflektieren, zu überdenken, zu analysieren, komme ich zu dem punkt, dass ich vor allem und jedem flüchte. ich habe angst. so unendlich große angst vor dem leben, vor der verantwortung, vor den aufgaben. jeden morgen verzweifle ich an der frage, wie es weitergeht, was mir die zukunft bringt, ob es sie überhaupt gibt. und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es jeden abend und jede nacht auf ein neues versuchen würde, alles zu beenden. aber ich kann es nicht, ich schaffe es nicht, weil ich nicht die mittel dazu habe und selbst wenn ich sie hätte, bezweifle ich, dass ich den mut dazu hätte. 
leben ist so unglaublich schwer - aber sterben ist noch viel schwerer.
was, wenn es nicht klappen würde? was dann? wieder intensivstation, wieder geschlossene, wieder klinik, wieder die 12. klasse abgebrochen, wieder nichts verändert, wieder nichts erreicht. was bleibt mir dann? abendschule? abgeschlossene 11. klasse? 


ich will doch einfach nur weg von hier, weg von mir. weglaufen, flüchten. ja. mehr kann ich nicht.

Samstag, 3. März 2012

manchmal

und manchmal, da liebe ich die blicke derer, die sich nach mir umdrehen, die mir einen moment zu lange in die augen schauen. dieses gefühl der erhabenheit.
ich will nicht wieder dick werden! ich könnte es nicht ertragen.
und gleichzeitig zittere ich vor angst, weil viel zu viele menschen samstags in die stadt gehen, ihre zeit vergeuden, herumtrödeln. ich habe geburtstagsgeschenke mit mami gekauft und habe kurz die depression vergessen.
tut mir leid, aber wie jedes wochenende finde ich keine zeit, für einen richtigen post.









Mittwoch, 29. Februar 2012

nach der dritten fressorgie am heutige tage herrscht ausnahmezustand in meinem kopf und in meinem körper.
ich kann einfach nicht mehr! nicht bloß psychisch, sondern nun auch physisch. bin mehr oder weniger vor der toilette zusmmengebrochen, musste alle mir bekannten tricks anwenden, um wenigstens den großteil wieder hochzuwürgen. jeden. bissen. einzeln.
mir tut alles weh. mein ganzer körper scheint sich in ein nichts und gleichzeitig in ein ganzes zu verwandeln.
will nur im bett liegen, nie mehr aufstehen müssen, nie mehr meine augen auf hurrelmann, integralrechnung, mario der zauberer, molekulargenetik, organische chemie, die gottesfrage oder rassimus der 50er in den usa richten müssen.
es ist alles viel zu viel zu viel zu viel zu viel zu viel.
vor allem ich selbst.

ich würde jetzt gerne weinen. meinen gefühlen einfach mal ausdruck verleihen. aber diese verdammten tränen bleiben wo sie sind, auf dem grund der dunklen wahrheiten.

"sich aufdrängende suizidgedanken" nennt man sowas dann wohl.

the games you'd play, you would always win

 Feel you here forever
You and me, together, nothing gets better
'Cause there's a side to you
That I never knew, never knew
All the things you'd say
They were never true, never true
And the games you'd play
You would always win, always win
 (Adele - Set Fire to the Rain)

ich wollte immer eine vorher-nachher thinspo werden. dieses ziel habe ich leider immer noch nicht erreicht.
tut mir leid, aber ich sehe immer noch keinen unterschied.

 
 65kg                    60kg                          55kg           




glücklich sieht irgendwie anders aus. gesund auch.
dünn aber auch.

eben mit einem bekannten in seiner mittagspause drei tüten geraucht. das erste mal übrigens, seit sonntag.

Dienstag, 28. Februar 2012

as long as she sees the end in sight


um vier uhr, nach der schule, ist der erste gang der, zum kühlschrank. eine neue anderthalb liter flasche cola light wartet bereits auf mich. obwohl mein plan von mir verlangt, etwas für die schule zu tun, hausaufgaben, sport zu machen, meine facharbeit endlich weiterzuschreiben, verbringe ich meine zeit bloß planlos hier vor dem pc, eingehüllt in meine bettdecke, damit das zittern endlich aufhört. ich drücke mich vor der verantwortung, fühle mich nicht dazu in der lage, auch nur irgendetwas produktives anzufangen. vermutlich warte ich, bis zur allerletzten sekunde, um die erwarteten leistungen zu bringen.



meine stimmung wird immer gereizter. ich schreie beinahe grundlos, werfe meiner familie dinge vor, die eigentlich kein einziges wort wert wären.
am essenstisch überlege ich noch, ob ich eine FA starten will, sollte, muss. aber irgendwie bleibt mein blick gesenkt, ich schaue niemandem in die augen, sage nichts. da ist wieder dieser milchige schleier, der alles um mich herum irgendwie dämpft, verschwimmen lässt. dann eskaliert die situation. ich schütte den salat von meinem teller zurück in die schale, greife nach dem knäckebrot mit einer halben scheibe kochschinken und gurke, verlasse fluchtartig den raum. nur mit mühe gelingt es mir, die tür nicht hinter mir zuzuknallen.
60kcal, dabei bleibt es dann wohl heute. der appetit auf fressen und kotzen ist mir glücklicherweise vergangen.


jetzt schmerzt mein magen. mir ist schlecht. meine stimmung ist ziemlich weit unten, nicht am nullpunkt angelangt, aber auch nicht mehr weit davon entfernt. bloß ein paar kräftige schritte. und der kalorienmangel trägt nicht gerade dazu bei, mich aus diesem immer tiefer werdenden loch, das mich verschlingt, zu befreien.


55,0

EDIT: als bulimikerin darf man nie, hört ihr, nie sagen, dass einem der appetit vergangen ist. ich schließe die tür hinter mir ab und lasse mich auf die geschlossene toilette fallen, während ich die letzten bisse verschlinge, nur um sie dann gewaltsam aufzureißen und mich darin zu entleeren (21:11Uhr)

Montag, 27. Februar 2012

weil ich doch fasten wollte

Copyright liegt bei mir. 2008
übelkeit steigt in mir auf, wie kohlensäure in einer gerade geöffneten flasche. sie bahnt sich ihren weg nach oben, nach draußen, in die freiheit. wie gerne würde ich mich jetzt übergeben.
aber ich weiß, dass es unnötig ist, nicht förderlich. mein verstand weiß es. und gleichzeitig ist da diese angst, dass es zu viel war, viel zu viel, weil ich doch fasten wollte, leer bleiben wollte.
es ist doch nur salat.
nur salat? nichts ist nunmal nichts. und salat ist mehr als nichts.

ich bin so müde von diesem ganzen dreck.
mein magen schmerzt und ich wünschte, es wäre bloß eine illusion.
mein hirn schlägt mit jedem herzschlag gegen meine schädelwand - zumindestens fühlt es sich so an.
ich mag bloß schlafen, ohne jemals wieder die augen öffnen zu müssen, ohne jemals wieder dieses gefühl von ekel, von scham, von hass erleben zu müssen, wenn ich morgens vor dem spiegel stehe und doch wieder merke, dass die hosen noch nicht wieder passen.
ich will doch nur einmal wirklich runter. einmal, wenigstens kurz, wenig sein, anstatt viel zu viel. wenig, weniger, nichts.

jedes wort aus meinem mund ist eins zu viel. am liebsten würde ich schweigen.
die blicke derer, die nicht um mich wissen. es verblüfft mich jedes mal aufs neue, wie wenig die menschen aus meinem "neuen" jahrgang von mir kennen. im grunde genommen absolut gar nichts. es wäre die perfekte chance für einen neuanfang, für eine änderung.
ihr und auch ich werdet sie bekommen. früher oder später, wird jeder und jede von euch meinen namen kennen und meinem blick trotzdem ausweichen, ihn meiden.
denn vielleicht bin ich akustisch ansteckend, visuell ansteckend. wer weiß.

confused about how is 'well'



ich dachte, diese phase hätte ich bereits erfolgreich überwunden.
nichts in dieser welt ist sicher, rein gar nichts. und am wenigstens, bin ich sicher vor mir selbst. macht sich bestimmt nicht schlecht beim volleyball spielen in den ersten beiden stunden morgen früh. ich könnte kotzen, wenn ich an all diese tage denke, die mir noch bevor stehen. ach nee, das habe ich ja gerade schon erledigt.
mensch, bin ich heute wieder lustig. wenn mir der clown schon kein lächeln auf die lippen zaubern kann, so erreicht er es wenigstens in mir drin. erleichterung pur.
es tut mir leid.

Sonntag, 26. Februar 2012

mehr als erlaubt


 und weil ich mir selbst außer knäckebrot und salat nichts anderes mehr erlaube, wird, sobald meine mutter im bett ist, eine FA folgen, um die halbe birne auch wieder loszuwerden. meine mächtigkeit macht mich wirklich fertig.
ich bin überdimensional, überschüssig, überflüssig.
ich habe das gefühl, ich werde immer mehr. okay, nach der gestrigen nacht kann ich das auch mit sicherheit sagen. was soll's. ich würde ja sagen, "es war es wert". nachdem ich sogar meine taburegel nr 1, nämlich nur zu hause zu brechen, gebrochen habe, ist mir alles andere auch egal.

cheers.
ich habe noch nie in meinem ganzen leben einen so unförmigen menschen, wie mich gesehen.
ich glaube, ich habe es noch nie erwähnt, aber die dinge, die ich an meinem körper am meisten verachte, hasse, sind meine schultern/mein kreuz und meine hände. haha, da wird abnehmen sicherlich viel bringen.



ab morgen dann wohl so gut es geht fasten. ich freue mich, auf das gefühl, den boden unter den füßen zu verlieren, den blinkenden, schwarzen punkten vor meinen augen, das herzklopfen in meinen ohren, den schwindel, der mich wanken lässt, das ratternde herz, welches nicht hinterherkommt.

tut mir leid, für diesen äußerst unnötigen und wehleidigen post. denken fällt nach drei gramm auch nicht mehr so leicht..

Freitag, 24. Februar 2012

zu viel gefühl

es ist nicht einfach zu laufen, zu essen, zu atmen, zu schreiben. und trotzdem habe ich mir thc in die adern gepumpt und eine nette fressorgie samt erbrechen hinter mir. 
während ich noch dabei bin, toast in mich hinneinzustopfen, wird mir schon schlecht und mein magen fängt an zu schmerzen. 
ach scheiß drauf. beschissener tag mit viel zu vielen emotionen und beinahe tränen vor erschöpfung. psychischer erschöpfung. meine facharbeit darf ich dann wohl nochmal halb umschreiben. 
ich weiß nicht, wie ich das alles hier schaffen soll. ich will doch bloß im bett liegen und nichts tun.. nie, nie wieder.





photos sind von heute mittag.
jetzt will mich garantiert keiner mehr sehen.

56,4

Donnerstag, 23. Februar 2012

save me from life

 ich zweifle manchmal an dem, was ich tue, doch es sind leise zweifel, die leicht überhört werden, wenn man sie nicht beachtet, ihnen keinen glauben schenkt. anas stimme ist lauter, lauter, als meine eigenen gedanken, lauter als die zweifel von bekannten, die bemerkungen, die kommentare. sie sind vereinzelt, genauso, wie meine eigenen zweifel. deswegen gewinnt die krankheit jedes mal aufs neue, bei jedem einzelnen bissen gewinnt sie, zieht mich hinab in die dunklen tiefen, auf den grund der realität. 
nein, nicht der realität, meiner realität. der realität in meinem kopf. die tiefsten gedanken, die unausgesprochensten worte. sie führt mich an einen ort, an dem ich selber nie war. sie entblößt mich und stellt mich zur schau, bis alle stimmen zu einem chor anschwillen, bis sie einen pakt geschlossen haben - gegen mich, gegen das, was von mir übrig ist. 


ich liebe diese ruhigen minuten, wenn die stadt so nah und doch so fern erscheint, wenn alles um mich herum in dunkles schwarz gehüllt ist und die lichter der stadt aufblinken und mir zeigen, dass es menschen gibt, die leben
diese minuten voller ruhe. ich weiß, dass es diese menschen gibt dort draußen. aber sie sind so fern, sie sind so weit weg in diesem augenblick, eingehüllt in die decke der nacht. geschützt, gewärmt, gehalten.
es sind diese momente, die man schlecht in worte fassen kann, egal wie viele metaphern man verwendet. es ist eine art von frieden, die mich durchströmt. und gleichzeitig, ist es der schlimmste krieg, den man sich vorstellen kann.



ich hasse jede minute, die ich mit ihr in einem raum verbringen muss, ich hasse das, was aus uns geworden ist. irgendwann vor geraumer zeit, waren wir einmal so etwas, wie beste freunde. vor einem jahr noch, habe ich nicht ein einziges mal geglaubt, dass es so sein wird. aber es ist so. 
ich kann nicht sagen, dass ich sie hasse, denn das tue ich nicht. im grunde genommen empfinde ich gar nichts mehr für sie. das, was ich hasse ist, was sie mit mir anstellt, was ihre worte in mir anrichten. 
ich bin der arsch für alles. und natürlich fahre ich alle nach hause und natürlich glaubt sie, dass ich nicht höre, was sie auf der rückbank von sich gibt und natürlich bekomme ich ein abschätziges "merci beaucoup" von ihr zu hören, als ich vor ihrem haus halte. 
ich fange bereits lange, bevor ich zu hause ankomme, an, auf meine wangen zu beißen. 
noch vor kurzem hätte dieses erlebnis in einem akt des fressens und kotzens geendet. heute esse ich bloß noch weniger, als sonst, lasse die hälfte der geplanten kalorien weg. weil ich es nicht kann zu diesem zeitpunkt und, weil ich es nicht will.
verschwinden will ich. mehr nicht.


meine stimme wird wieder leiser, monotoner, meine emotionen bleiben aus. ich glaube, ich falle zurück. und ich würde mich so sehr freuen, wenn die depression mich endlich wieder glücklich in ihre arme schließt.
es ist so kalt in mir, so leer, so tief.

57,0

Mittwoch, 22. Februar 2012

disconnected from reality

das gefühl was in mir lauert ist seltsam, irgendwie schlecht zu beschreiben. 
obwohl ich zugenommen habe, viel zugenommen habe, fünf kilo zugenommen habe, bemerkt es trotzdem niemand. es war ein kampf, jeden einzelnen tag. gegen die bulimie, gegen die bösen, dunklen gedanken. es war nicht so einfach, wie es vielleicht gewirkt hat. die kalorien sind nicht von selbst in mich geschlüpft und es hat kraft beansprucht, nicht jedes mal aufs neue alles in die toilette zu befördern, sondern wneigstens einen teil in mir zu behalten. 
und du willst bulimikerin sein? du meinst, du hast eine essstörung? du schaffst es nicht einmal, alles wieder loszuwerden. diagnose magersucht, pah, dass ich nicht lache.
es sind diese zeilen, die jedes mal in meinem kopf tönen, die mich begleiten. 



 "ich habe nur noch drei hosen, die mir passen."
"warum? sind die anderen zu groß?"
"nein... zu klein."

und ich spreche nichts, als die wahrheit aus. meine jeans passen mir wirklich nicht mehr. weder size zero, noch 24 oder 170. und im grunde genommen sollte ich darüber froh sein. ich sollte stolz auf mich sein. aber wie kann ich auf etwas so widerwärtiges, wie fett, wie kilos, stolz sein? wie soll das gehen? alles, was mir bleibt, sind nachteile. ich fühle mich unwohl, meine klamotten passen nicht mehr, mein magen äußert öfters, als mir lieb ist, dass er gerne einen inhalt hätte. 
ich fühle mich bloß widerwärtig, mag den blick in den spiegel am liebsten vermeiden.


ich lüge und betrüge. nicht bloß mein umfeld. es sind nicht bloß die schalen, die ich mit milch verschmutze oder die brettchen, auf die ich nutella schmiere, bloß, damit es aussieht, als hätte ich etwas gegessen.
viel schlimmer ist der selbstbetrug. ein satz, der mir in den letzten monaten oft durch den kopf und über die lippen kam: "ich habe keine magersucht. ich habe bloß bulimie." und es stimmt, mein bmi liegt nicht mehr unter 17,5, ich bin nicht einmal mehr untergewichtig! aber die eigentliche krankheit, die durch die bulimie verschleiert und von ihr verdeckt wurde, ist magersucht. die sucht nach dem dünnen, dem perfekten körper. gestern abend, als ich im bett lag, selbst nach unzähligen kassetten nicht schlafen konnte, obwohl meine augen bleischwer waren, fasste ich den entschluss, heute müsli zu essen, anstatt salat und knäckebrot. doch nachdem ich bei der tochter meiner ehemaligen therapeutin zwei cappucino getrunken habe, fühle ich micht nicht mehr genug wert, als dass ich auch noch müsli in mich schaufeln könnte. ich habe angst, von zwei tassen cappucino und einer schale müsli zuzunehmen, ich habe angst, morgen meinen erfolg zerstört zu haben. 800g an einem tag hört sich doch gut an. 800g sind fast ein ganzes kilo. selbst wenn es nur wasser war, meinen selbsthass hat es ein wenig gemildert.











scheiße, was mache ich hier? 
wenigstens habe ich genug, für eine tüte vor dem schlafen gehen. vielleicht bleibt mir dann die traumwelt nicht verwehrt und vielleicht schwitze ich mich dann auch nicht halbtot, so wie letzte nacht.

57,5