Samstag, 31. März 2012

It's not about the way it is so don't become a Realist!




 Fuma ganja por la mañana fuma ganja toda la semana
en mi barrio nunca falta la marihuana
I smoke weed everyday, that´s what I say
It makes me sing with Chulito deejay
Smoke it every night before I kneel and pray
Keep all my enemies away 

Got weed in my brain and weed on my mind
  Smoking weed it makes my feel fine
Can´t complain it´s in my blood line
Smoke it every time yeah
When I smoke weed, I smoke the best kind:
Kiki, Alaska, High grade combined,
gotta get high, gotta get high everyday 

(Chulito Camacha - Fuma Ganja)

 

ich überschreite grenzen.
schmerzgrenzen, übelkeitsgrenzen, bundesgrenzen. alles und am besten auf einmal.
hauptsache der nächste kick bleibt nicht zu lange aus.
ich verliere nicht nur mein selbst, sondern auch meine essstörung. auch meinen körper, meine knochen, meine kindergröße. 
natürlich stehe ich bloß auf, setze mich in mein auto und kaufe brötchen. wir frühstücken zusammen, gönnen uns die erste tüte. und die zweite. spielen karten, essen, bleiben hängen. wie immer. 
2 gramm am tag sind nicht zu viel. wieso reden wir uns überhaupt immer noch ein, dass wir unser abitur schaffen unter diesen umständen?
meine ferien haben für mich schon eine woche zuvor begonnen. seitdem bin ich nicht einen einzigen tag runter gekommen. und wenn ich glück habe, wartet heute abend eine ordentliche portion schnee auf mich.

heute 11 wochen und einen tag. MILA!


ich betrete die schule, schwanke. nach zu wenig schlaf, im vollsuff, ungeschminkt, mit xxxxxl-pullover. kopfschmerzen, pappmaul, übelkeit. 
die erste tüte ist schon lange gezündet, gute laune verbreitet sich trotzdem nicht.
die musik ist schon von weitem zu hören. der bass dröhnt durch meinen körper. ich bin froh, dass ich mein auto heil zur schule bekommen habe.
sie tanzen, lachen, grölen, saufen. sie feiern sich. sie sind glücklich und endlich frei. die ganze zeit über habe ich mir nie etwas dabei gedacht, doch als ich all diese menschen vor mir sehe, mit dieser euphorie in den augen, bedauere ich es, erst in einem jahr an ihrer stelle zu sein. sie verlassen mich. eiskalt. es sind die menschen, mit denen ich acht jahre in einer klasse, in einem jahrgang war. vielleicht werde ich niemanden mehr wiedersehen, vielleicht werden sie mich alle schneller vergessen, als ich denke.
mir schießen tränen in die augen, die ich nicht stoppen kann. irgendwann verebben sie in einer stumpfen leere, die sich gerne zu meinem pochenden schädel gesellt. 
sie haben alle ihre abizulassung. jeder einzelne von ihnen.

und was habe ich? einen scheißdreck.
wenn ich heute nicht feiern gehe, werde ich mich die nächsten zwei wochen in meinem zimmer einschließen und nicht hervorkommen. ich muss tanzen, ich muss vergessen, ich muss mich selbst verlieren, um mich wiederzufinden.

Freitag, 23. März 2012

ich kann die dinge schlecht in worte fassen, weil mein kopf wortleer ist. nicht ein einziges schwebt umher, keins trommelt gegen meine schädeldecke, keins wartet in meiner kehle.
wenn ich die letzten tage noch einmal reflektiere, könnte man fast behaupten, ich hätte ein normales leben geführt. ich bin zur schule gegangen, habe mehrmals täglich (meistens ungesund) gegessen und konnte der bulimie ausweichen. ich habe eine zweite facharbeit geschrieben, dieses mal auf englisch, habe recherchiert, diskutiert und dazu gelernt. 
die letzten zwei tage, habe ichdurchgehend mit ein und demselben mädchen verbracht. wir haben uns angeschwiegen, wir haben gelacht, wir haben ehrlich geredet. 
beinahe wäre ein gefühl von alltäglichkeit aufgekommen. wären da nicht die nächtlichen streifzüge zu unserem dealer und das verrauchte zimmer gewesen. stünden nicht die verwelkten osterglocken vor meinem fenster, die einfach zu wenig sauerstoff und zu viel nikotin und thc atmen müssen.

ich komm nicht runter, dafür aber immer öfter drauf.
ich rede schwachsinn, ich schreibe unsinn.
und zwischen all dem verliere ich den ursprünglichen sinn.

Montag, 19. März 2012

oh my mind

ich bin dünn, aber nicht zu dünn.
ich halte mein gewicht auf einem punkt, der für meinen körper zwangsläufig über längeren zeitraum gesehen, schädlich ist. ich verweigere ihm nicht nur die nahrung, sondern ich provoziere ihn auch noch, indem ich alles, was ich finde in mich stopfe, bloß um es dann, leise grinsend wieder los zu werden. das flüstern von mia im ohr.
ich kann vergessen zu essen, aber ich vergesse nicht, dass ich bulimisch bin. ich vergesse es bloß so lange, bis ich über die türschwelle trete und die sicherheit meines hauses mich umschmeichelt. hier ist es egal, wie viel ich vernichte, wie oft ich breche, wie angeschwollen meine speicheldrüsen sind. 
es ist bloß bulimie.

sommer 2011. 54kilo. ich will zurück zu diesem paradiesischen ort.

ich denke viel nach in letzter zeit, besonders, wenn ich breit bin. dann rasen die gedanken so schnell, dass ich sie nicht in worte fassen kann.
rückblick: meine mutter steht vor mir, tränen in den augen, schmerz im blick. 
"wenn du wirklich gehen willst, kann ich daran nichts ändern. ich bin für dich da, wann immer du mich brauchst, aber wenn du nicht mit mir redest, kann ich dir nicht helfen."
jahre zuvor findet diese szene statt. es geht nicht ums essen, nicht um die bulimie und auch nicht um die magersucht. damals ging es um die depressionen, die todeswünsche und todesflüche. der stille versuch, diese welt zu verlassen. 
sie hat akzeptiert, dass sie mir nicht helfen kann, solange ich nicht bereit dazu bin, solange ich sie nicht um diese hilfe bitte. sie hat mich nie losgelassen, sie hat sich nur von mir distanziert, weil ich in die falsche richtung gelaufen bin.
rückwärts statt vorwärts.

Sonntag, 18. März 2012

wenn man ist, wie ich, wenn man ist, wer ich bin, lohnt es nicht, sich um einen sinnvolleren post zu bemühen. wenn es bloß noch darum geht, wie viel geld für den nächsten kick übrig ist oder wie viel zeit für die nächste orgie bleibt.
aus mehr besteht mein leben nicht. 
alles, was zählt, ist die sucht zu befriedigen, den drang zu stillen.
und irgendwo, bin ich auf der strecke geblieben.

danke für eure lieben kommentare, und einen besonderen dank an emaschi. ihr seid die besten leser, die man sich wünschen kann, aber ich kann euch im moment nicht das geben, was ihr verdient. es passiert zu viel und gleichzeitig zu wenig, als dass ich es in worte fassen könnte. entschuldigt bitte.

Samstag, 17. März 2012

liberté toujours

"was glaubst du denn, warum ich die 12 wiederhole...!?"
"und jetzt? bist du wieder gesund?
"nein, gesund nicht, aber ich kann so leben. es geht halt irgendwie."
"hm."


55kilo. nicht schön, aber annehmbar.

"es war das letzte mal, dass ich hier putze. ich kann jeden tag die toilette schrubben und eigentlich auch alles drumherum. das nächste mal, machst DU das!"
danke, mama. spaß macht mir das alles auch nicht. und freiwillig tue ich es erst recht nicht.

Montag, 12. März 2012

olé olé



klausurphase, olé olé.
anstatt zu lernen oder meine facharbeit zu vollenden, kiff ich mir lieber das hirn weg, schwänze, fresse und kotze und fresse weiter.

tip top. alles in butter.
ich nimm aber auch öl oder margarine, wenn butter knapp wird.
ich hasse mich, ich hasse mein leben, ich hasse es morgens aufzustehen.
da läuft ja alles wieder einmal rund.
wenn man die ecken abschneidet, ist übrigens alles rund.

Donnerstag, 8. März 2012

and then you realize: it's out of your hands

And then I hear this voice inside
Ave Maria

I've been alone

When I'm surrounded by friends
How could the silence be so loud
  
(Beyoncé - Ave Maria




schule geschwänzt. natürlich nur für meine facharbeit... mein bett, mein pc und ich haben eine symbiose gebildet, die untrännbar gewesen wäre, heute morgen.
ja, ich hab es mir wieder einmal leicht gemacht. aber nach dem, was gestern alles passiert ist, konnte ich nicht in ihre gesichter schauen und so tun, als wäre alles in ordnung zwischen uns. das ist es nämlich definitiv nicht mehr.

jetzt also erst kaffee trinken und danach abendessen, mit meiner familie. na super.

ich hoffe, ihr habt alle einen schönen tag und bedanke mich schon einmal für all die lieben glückwünsche, die ich gar nicht verdient habe. so liebe menschen, trifft man nicht oft im leben.

Mittwoch, 7. März 2012

happy birthday to me.
ach, es soll ja unglück bringen, vor seinem geburtstag gratulationen zu erhalten.
upps, das hatte ich ja fast vergessen.
ich will nicht noch älter werden, bitte nicht noch ein jahr.
neunzehn.
neun und zehn.
fast zwanzig. zwei mal zehn.
ohje. wohin soll das nur führen.

noch siebenunddreißig minuten bin ich achtzehn. nur noch siebenunddreißig kurze minuten, um dieses lebensjahr zu retten. ich glaube, es macht keinen sinn mehr, das überhaupt noch zu versuchen.
auto vor den baum setzen?
überdosis?
verhungern?
pulsadern aufschneiden?
goldener schuss?
springen?

mir geht es nicht gut.
EDIT: und trotzdem quäle ich mich durch meine Facharbeit, die schon jetzt den Rahmen der zwölf Seiten sprengt, obwohl ich noch lange nicht fertig bin

Montag, 5. März 2012

'cause lately I've been craving more

ich glaube, es wäre von vorteil, wenn ich wieder medikamente bekäme. der immer währende tagelange drogenentzug und drogenexzess zehrt an meinen nerven. die ewigen, stundenlangen fress- und brechorgien zehren an meiner physischen verfassung und irgendwie wiege ich gar nicht so viel, wie ich vermutet hatte. irgendwie hat mich die zahl auf der waage geschockt, weil ich dachte, es wäre so viel mehr, so viel näher an der sechzig. dabei bewege ich mich eher abwärts, als aufwärts. 
merkwürdige angelegenheit, dieses gewicht.


"traust du dir das alleine zu?"
"nein. aber mir bleibt ja nichts anderes übrig."
"gut, find ich toll von dir!"
nein, ich will mich nicht alleine vor einen kurs von neunmalklugen dummschwätzern stellen, die alle glauben, sie hätten so viel ahnung von der welt und ich will auch nicht die erwartungen derer enttäuschen, die denken, ich wäre das 'brain'. und wer weiß, vielleicht bin ich es und der einzige fehler liegt darin, dass ich es mir selbst nicht zutraue, weil ich sowieso nichts kann. rein gar nichts.

und während alles um mich herum zerbricht, während ich mich mit jedem streite und während ich alleine einer aufgabe zugeteilt werde, die eigentlich von zweien erfüllt werden soll, merke ich, dass ich langsam an mir selbst zerbreche. tränen steigen mir in die augen. bittere tränen, die ihren weg niemals nach draußen finden, egal, wie sehr ich es versuche, egal, wie sehr ich es will. 

jetzt warte ich bloß alleine in meinem viel zu großen bett darauf, dass der tag irgendwann endet, dass die wirkung der dulco's einsetzt, dass mein körper sich von innen auffrisst, dass die gedanken zurückkehren und gleichzeitig niemals wieder kommen.


die letzte nacht war nicht erholsam, sie war nicht ruhig und sie war nicht angenehm. die angst packt mich und setzt sich in jeder zelle meines körpers fest. sie lässt mich erstarren und gleichzeitig innerlich zittern.
ich weiß nicht, wann ich das letzte mal umarmt wurde. ich meine richtig umarmt. nicht bloß diese "hallo-umarmung". ich weiß nicht, wann ich das letzte mal mit jemandem geredet habe. ich meine richtig geredet. nicht bloß dieses "wie-geht's-dir?-gut". ich sehne mich so sehr nach ein stückchen liebe, ein stückchen sonne, freude, glück. irgendetwas. 
"du erweckst den eindruck der kalten schönheit. du würdest es nicht einmal zulassen, dass dich jemand liebt, geschweige denn, dass du jemanden lieben könntest." 
manchmal hat diese fremde, die glaubt mich zu kennen, viel zu recht.

und in diese trauer, ruft ein bekannter, in letzter zeit immer öfter mein dealer, an und fragt, ob ich nicht vorbei kommen will und einen mit ihm rauche. zu schön, viel zu schön ist diese vorstellung.
ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden werde und eigentlich ist mir der triumph über die bulimie sehr wichtig. thc würde mir diesen mit sicherheit wieder zunichte machen.

Sonntag, 4. März 2012

come on skinny love, what happened here?

seit mittwoch kann ich keinen klaren gedanken mehr fassen, keine entscheidung mehr überdenken. ich ignoriere die welt, sperre sie einfach aus und schließe die tür hinter mir. ich warte darauf, dass sie sich verändert, irgendwie besser wird und ich es eines tages bemerke, hinausschreite und vielleicht glücklich bin.
seit tagen laufe ich vor jeder verantwortung weg, schwänze die schule, erledige keine hausaufgaben und schon gar nichts für meine facharbeit, die ich am 12. abgeben muss. alles, wovon ich mich nähre, ist der rausch, der mich überwältigt. ich inhaliere und inhaliere, nehme alles in mich auf, was mich zerstören könnte. jeder tag weicht einer einzigen, riesigen fressattacke, der ich durch unzähliges erbrechen entgegenwirke. vier, fünf, sechs mal. ich weiß es nicht, ich kann mich bloß schwach daran erinnern, nehme alles wahr, wie in einem traum.
und immer wieder dieser gedanke: "das kann es nicht sein. das kann nicht alles sein, was zählt." 
das, was ich führe, ist nicht mehr leben zu nennen. es ist vor sich hinvegetieren, existieren. mehr nicht. 
meine hände sind so kalt, mein herz ist so leer.




systematisches ausgrenzen. das ist es, was sie mit mir tut. psychisches mobbing. ausschließen. 
"an dieses mädchen will ich keinen gedanken mehr verschwenden!"
"du hast dich total verändert und ich glaube, es liegt an ihr!" - an ihr = an mir.
aber es ist okay, es ist in ordnung. daraus resultiert doch nur noch mehr verzweiflung, noch mehr einsamkeit in dieser stadt, diesem haus voller menschen, die mir rein gar nichts bedeuten.

wenn ich versuche mein verhalten zu reflektieren, zu überdenken, zu analysieren, komme ich zu dem punkt, dass ich vor allem und jedem flüchte. ich habe angst. so unendlich große angst vor dem leben, vor der verantwortung, vor den aufgaben. jeden morgen verzweifle ich an der frage, wie es weitergeht, was mir die zukunft bringt, ob es sie überhaupt gibt. und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es jeden abend und jede nacht auf ein neues versuchen würde, alles zu beenden. aber ich kann es nicht, ich schaffe es nicht, weil ich nicht die mittel dazu habe und selbst wenn ich sie hätte, bezweifle ich, dass ich den mut dazu hätte. 
leben ist so unglaublich schwer - aber sterben ist noch viel schwerer.
was, wenn es nicht klappen würde? was dann? wieder intensivstation, wieder geschlossene, wieder klinik, wieder die 12. klasse abgebrochen, wieder nichts verändert, wieder nichts erreicht. was bleibt mir dann? abendschule? abgeschlossene 11. klasse? 


ich will doch einfach nur weg von hier, weg von mir. weglaufen, flüchten. ja. mehr kann ich nicht.

Samstag, 3. März 2012

manchmal

und manchmal, da liebe ich die blicke derer, die sich nach mir umdrehen, die mir einen moment zu lange in die augen schauen. dieses gefühl der erhabenheit.
ich will nicht wieder dick werden! ich könnte es nicht ertragen.
und gleichzeitig zittere ich vor angst, weil viel zu viele menschen samstags in die stadt gehen, ihre zeit vergeuden, herumtrödeln. ich habe geburtstagsgeschenke mit mami gekauft und habe kurz die depression vergessen.
tut mir leid, aber wie jedes wochenende finde ich keine zeit, für einen richtigen post.