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Montag, 30. April 2012

I'm trying to get on

mach dir keine hoffnungen, mach dir keine hoffnungen, mach dir keine hoffnungen!
dafür ist es längst schon zu spät. abends, wenn ich in meinem bett liege, denke ich an dich. morgens, wenn ich aufwache und bemerke, dass du mir nachts noch geschrieben hast, vermutlich völlig voll und drauf, setzt meine atmung kurz aus. alle funktionen meines körper halten an, um dann in doppelter geschwindigkeit weiter zu rasen. 
es spricht so vieles dagegen und viel zu wenig dafür. 
er ist vergeben, war crystal meth abhängig und nimmt weiterhin harte drogen. 
er interessiert sich nicht für mich. 
und doch überlegt er, heute abend aufzutauchen. wegen mir. denn sonst wird er wahrscheinlich niemanden kennen.

es ist alles gar nicht so schrecklich, wie ich dachte. ich glaube, irgendwann kommt für jeden von uns eine erleuchtung. keine heilung, nein, davon spreche ich nicht. bloß eine art gesundheitsschub, ein bisschen verstand. kein sinn, aber doch irgendein antrieb. 
irgendwann bin ich morgens aufgewacht und alles war ein kleines bisschen besser. die tage waren heller, die temperaturen höher, die kleidung kürzer, dünner. es fällt mir nicht leicht. viel mehr ist es eine riesige überwindung, jedes mal aufs neue. menschen stellen einfach eine gefahr für mich da. eine angstquelle. 
durchs kiffen habe ich eine (schwache) soziale phobie entwickelt, glaube ich. räume mit vielen menschen meide ich, weil ich das gefühl habe, dass jeder mich beobachtet. ich traue mich nicht mehr, mich im unterricht zu melden und jeder einzelne beitrag ist eine sensation. und das gerade jetzt, wo es auf jeden punkt drauf ankommt, wo mein abi in naher ferne und doch so unendlicher weite erscheint.

manchmal, da glaube ich, dass mein denkverhalten von dem aller anderen abweicht. anstatt direkt zu fühlen, zu denken, passiert das bei mir immer erst im nachhinein. ich analysiere mich selbst, unbewusst. und plötzlich: der gedankenblitz, der ansatzpunkt, die lösung.
ich weiß nicht, aber das alles ist irgendwie ziemlich schlecht in worte zu fassen und ich glaube kaum, dass jemand das alles hier, mich versteht.

bulimisch bin ich weiterhin. unverändert und mit durchschnittlich drei FA's pro tag.





tscheeny? ich wiege mich zurzeit gar nicht. ich habe regelrechte angst vor der zahl auf der waage. aber ich schätze, es sind zwischen 56kg und 57kg im moment.


und für alle, die irgendwann einmal vorhaben, sich ihre haare rot zu färben: tut es nicht. rot geht fast nicht mehr raus, auch nach einer friseurbehandlung für 150€, sind immer noch farbpigmente in meinen haaren zu sehen. irgendwann sehen eure haare dann vermutlich so aus:


Samstag, 14. April 2012

Party all the time

If we could party all night and sleep all day,
and throw all of my problems away,
my life would be easy.
(BEP - Party all the time)

was will man auch anderes machen, in dieser stadt ohne perspektiven und ohne zukunft, in der man sich aufhält ohne eine einzige veränderung zu bemerken, egal, wie viele tage oder wochen vergehen. es ist immer das gleiche und doch immer anders, denn obwohl mich jeden tag die normalität erwischt, entfliehe ich ihr doch erfolgreich. jedes mal aufs neue. ich weiß es, wenn ich mir abends vorsorglich eine knospe aufbewahre; zu groß ist die angst, keinen dealer zu erwischen, wenn ich mittags aus meinem rauschschlaf erwache. 
der gedanke, der mich jeden augenblick begleitet, ist bloß der, dass ich hier weg will und diese idioten, die mir die schuld für alles geben, egal ob ich etwas tue oder nicht, am liebetsen nie wieder sehen muss. es ist der drang, die sehnsucht etwas neues zu beginnen, das wirkliche leben zu erfahren.


es erscheint alles so verdammt unreal. so unreal, wie ein tiefschlaf, eine narkose, aus der man erwacht und sich fragt, ob die letzten stunden wirklich geschehen sind oder bloß einbildung waren. das kann es einfach nicht sein. es muss so viel mehr geben, das auf mich wartet, so viel mehr inhalt, so viel mehr tiefe. verständnis, vertrauen, ehrlichkeit, wärme. 
die träume, in denen ich ihn gefunden habe werden immer realer, immer schärfer und damit nur noch verletzender, wenn ich aufwache und erkennen muss, dass alles doch bloß einbildung bleibt.
"ich wollte schon viel früher zurück schreiben, aber ich war so geflasht von deiner Nachricht ! hab mich mega gefreut ..und ich glaub ich hab das schon 20 mal oder so immer wieder gelesen weil das so süß ist"
und all diese worte, buchstaben, ändern doch nichts daran, dass er vergeben und crystal meth abhängig ist. nicht an mir interessiert. dafür kennt er mich zu wenig und weiß doch trotzdem zu viel über mich. viel zu viel. und dass man mir von tag zu tag mehr ansieht, dass ich fresse und fresse ohne ein ende zu kennen, ist auch nicht gerade hilfreich.

edit: da im moment jeden tag neue kommentare eintreffen, von wunderbaren menschen, die meinen blog auch weiterhin verfolgen möchten, werde ich mit der sperrung noch einige tage warten und bis dahin nur vereinzelt und ohne große details bloggen.

Montag, 5. März 2012

'cause lately I've been craving more

ich glaube, es wäre von vorteil, wenn ich wieder medikamente bekäme. der immer währende tagelange drogenentzug und drogenexzess zehrt an meinen nerven. die ewigen, stundenlangen fress- und brechorgien zehren an meiner physischen verfassung und irgendwie wiege ich gar nicht so viel, wie ich vermutet hatte. irgendwie hat mich die zahl auf der waage geschockt, weil ich dachte, es wäre so viel mehr, so viel näher an der sechzig. dabei bewege ich mich eher abwärts, als aufwärts. 
merkwürdige angelegenheit, dieses gewicht.


"traust du dir das alleine zu?"
"nein. aber mir bleibt ja nichts anderes übrig."
"gut, find ich toll von dir!"
nein, ich will mich nicht alleine vor einen kurs von neunmalklugen dummschwätzern stellen, die alle glauben, sie hätten so viel ahnung von der welt und ich will auch nicht die erwartungen derer enttäuschen, die denken, ich wäre das 'brain'. und wer weiß, vielleicht bin ich es und der einzige fehler liegt darin, dass ich es mir selbst nicht zutraue, weil ich sowieso nichts kann. rein gar nichts.

und während alles um mich herum zerbricht, während ich mich mit jedem streite und während ich alleine einer aufgabe zugeteilt werde, die eigentlich von zweien erfüllt werden soll, merke ich, dass ich langsam an mir selbst zerbreche. tränen steigen mir in die augen. bittere tränen, die ihren weg niemals nach draußen finden, egal, wie sehr ich es versuche, egal, wie sehr ich es will. 

jetzt warte ich bloß alleine in meinem viel zu großen bett darauf, dass der tag irgendwann endet, dass die wirkung der dulco's einsetzt, dass mein körper sich von innen auffrisst, dass die gedanken zurückkehren und gleichzeitig niemals wieder kommen.


die letzte nacht war nicht erholsam, sie war nicht ruhig und sie war nicht angenehm. die angst packt mich und setzt sich in jeder zelle meines körpers fest. sie lässt mich erstarren und gleichzeitig innerlich zittern.
ich weiß nicht, wann ich das letzte mal umarmt wurde. ich meine richtig umarmt. nicht bloß diese "hallo-umarmung". ich weiß nicht, wann ich das letzte mal mit jemandem geredet habe. ich meine richtig geredet. nicht bloß dieses "wie-geht's-dir?-gut". ich sehne mich so sehr nach ein stückchen liebe, ein stückchen sonne, freude, glück. irgendetwas. 
"du erweckst den eindruck der kalten schönheit. du würdest es nicht einmal zulassen, dass dich jemand liebt, geschweige denn, dass du jemanden lieben könntest." 
manchmal hat diese fremde, die glaubt mich zu kennen, viel zu recht.

und in diese trauer, ruft ein bekannter, in letzter zeit immer öfter mein dealer, an und fragt, ob ich nicht vorbei kommen will und einen mit ihm rauche. zu schön, viel zu schön ist diese vorstellung.
ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden werde und eigentlich ist mir der triumph über die bulimie sehr wichtig. thc würde mir diesen mit sicherheit wieder zunichte machen.

Montag, 2. Januar 2012

JAHRESRÜCKBLICK

kaum erblicke ich die 54 auf der waage, begrüßt mich auch meine periode wieder. umdrehen möchte ich, wieder in die andere richtung sehen, gehen, rennen, flüchten. zurück zu den anfängen, zu der sicherheit, zu der selbstzerstörung.
wie kann ich es als richtig ansehen, zuzunehmen, wenn für mich bloß nachteile übrig bleiben?
dieses gefühl, meine rippen nicht mehr so deutlich zu spüren, den schulterknochen nicht mehr so deutlich zu sehen. alles verschwindet langsam unter einer fettschicht, einer widerlichen schutzschicht, die mein körper eigenständig bildet - um mich am leben zu erhalten?

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Jahresrückblick 2011

JANUAR

rote haare, geschlossene, neue stationäre therapie in essen, wunderbare mitpatienten.
selbstverletzung, depressionen, dissoziation. bulimie.
64kg


FEBRUAR


mit F. zusammen gekommen, am berufskolleg angemeldet, besuch bekommen von T.,
viel dissoziiert, viel gebrochen. 
 neue freunde für's leben gefunden.
62kg


MÄRZ
 18 geworden, rose auf meinem bett
kaum disso's, weniger depressionen.
63kg

APRIL









 entlassung, schmetterlinge im bauch, rheinufer mit den besten,
abmeldung vom alten gymnasium, NEW YORK, mäcces
wenig selbstverletzung.
60kg

MAI










 mai kirmes, schlaflose nächte, freude vs. trauer, TATTOO,
gruppentherapie, gras und speed, 
im kindergarten arbeiten!
bulimie, bulimie, bulimie
58kg


JUNI







 Rock am Ring - coldplay, kings of leon, the pretty reckless, mando diao.
beziehungs aus mit F., jeans size zero, 18. geburtstag von der besten
kalorien zählen, abnehmen.
6.6. letzte selbstverletzung (ausnahme: rückfall)
57kg


JULI










 neues tiefstgewicht, gras und koks, exzessive nächte,
minimal und techno musik vom feinsten, wenig schlaf,
wieder anmeldung am alten gymnasium, kindergröße
54kg

AUGUST








 Golden Sands, skunk, beinahe V***, SIE, musik, magen-darm,
peguera, gutes essen, brechen im urlaub, braun werden,
SONNE
54-57kg


SEPTEMBER







 schulbeginn, überall FETT, mama wird 50,
"deine schwester ist ja jetzt fast so dünn, wie du!", drogensucht,
bulimie, depression.
60-57kg


OKTOBER









klausurphase, drogen, weniger werden, 
blog wurde entdeckt, nur noch ausgewählte leser,
zukunftsangst, bulimie.
57kg


NOVEMBER







 AMSTERDAM, coffee shops, rotlichtviertel, 
essen, essen, esssen,
abnehmen, 17er-bmi, entzugserscheinungen
53kg


DEZEMBER








 diagnose magersucht, neuer therapeut, kiffen, 
forderung zuzunehmen, 3 FA's sind standard,
hochzeit meiner eltern. 2012
52kg