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Mittwoch, 11. Juli 2012

calling me home

And I'm not sleeping now, the dark is too hard to beat  
And I'm not keeping now, the strength I need to push me
You show the lights that stop me turn to stone  
You shine it when I'm alone  
And so I tell myself that I'll be strong  
And dreaming when they're gone
'Cause they're calling, calling, calling me home 
Calling, calling, calling home

(Ellie Goulding - Lights)
irgendwie bilde ich mir ein, ich hätte alles im griff und wäre dabei, ein neues leben zu beginnen. eins, ohne depression, angst, soziale phobie, drogen und essstörung. in diesem moment scheinen alle erfolge vergessen zu sein. alles, was ich erreicht hatte ist zunichte gemacht worden von mir selbst. ich bin wieder in dem strudel gefangen: hungern, kiffen, essen, fressen, kotzen, kiffen, fressen, kotzen... und so weiter, jeden tag aufs neue. 
so geht es eben mit vorsätzen. zu beginn ist man fest davon überzeugt, alles zu schaffen, was man sich vornimmt, doch meist schon nach kurzer zeit sind die ersten glücksmomente vergessen und die vergangenheit, die gewohheit überrolt einen ohne vorwarnung.

dabei wollte ich alles besser machen, nicht bloß für den moment, sondern für die zukunft.
aber es ist so schwer, wenn man am liebsten nur die bulimie gehen lassen möchte und die magersucht fest an sich bindet, keinen zentimeter luft dazwischen lässt.

die sache mit dem zunehmen klappt nicht gut. körperlich gesehen schon, denn langsam pendelt sich alles wieder ein: meine organe arbeiten wieder vorschrifstmäßig, die nebenwirkungen des gewichtsverlustes lassen nach. doch vom kopf her ändert sich nicht viel, im grunde genommen gar nichts. ich sehe die lücke zwischen meinen beinen verschwinden, will um jeden millimeter kämpfen, will jeden knochen am liebsten aus dem fett und der haut befreien, um sie bei mir zu halten.

und auch, wenn ich es vielleicht noch immer nicht bin, ich fühle mich fett. fetter, als jemals zuvor.


DIY Nail Art!

vielleicht kennen einige von euch diese strips: eigentlich sind sie dazu da, wunden zu kleben. ich habe mich heute davon verabschiedet und mich dazu entschlossen, dass ich sie nun nicht mehr brauche. 
zum nägel machen sind sie übrigens bestens geeignet!




Montag, 30. April 2012

I'm trying to get on

mach dir keine hoffnungen, mach dir keine hoffnungen, mach dir keine hoffnungen!
dafür ist es längst schon zu spät. abends, wenn ich in meinem bett liege, denke ich an dich. morgens, wenn ich aufwache und bemerke, dass du mir nachts noch geschrieben hast, vermutlich völlig voll und drauf, setzt meine atmung kurz aus. alle funktionen meines körper halten an, um dann in doppelter geschwindigkeit weiter zu rasen. 
es spricht so vieles dagegen und viel zu wenig dafür. 
er ist vergeben, war crystal meth abhängig und nimmt weiterhin harte drogen. 
er interessiert sich nicht für mich. 
und doch überlegt er, heute abend aufzutauchen. wegen mir. denn sonst wird er wahrscheinlich niemanden kennen.

es ist alles gar nicht so schrecklich, wie ich dachte. ich glaube, irgendwann kommt für jeden von uns eine erleuchtung. keine heilung, nein, davon spreche ich nicht. bloß eine art gesundheitsschub, ein bisschen verstand. kein sinn, aber doch irgendein antrieb. 
irgendwann bin ich morgens aufgewacht und alles war ein kleines bisschen besser. die tage waren heller, die temperaturen höher, die kleidung kürzer, dünner. es fällt mir nicht leicht. viel mehr ist es eine riesige überwindung, jedes mal aufs neue. menschen stellen einfach eine gefahr für mich da. eine angstquelle. 
durchs kiffen habe ich eine (schwache) soziale phobie entwickelt, glaube ich. räume mit vielen menschen meide ich, weil ich das gefühl habe, dass jeder mich beobachtet. ich traue mich nicht mehr, mich im unterricht zu melden und jeder einzelne beitrag ist eine sensation. und das gerade jetzt, wo es auf jeden punkt drauf ankommt, wo mein abi in naher ferne und doch so unendlicher weite erscheint.

manchmal, da glaube ich, dass mein denkverhalten von dem aller anderen abweicht. anstatt direkt zu fühlen, zu denken, passiert das bei mir immer erst im nachhinein. ich analysiere mich selbst, unbewusst. und plötzlich: der gedankenblitz, der ansatzpunkt, die lösung.
ich weiß nicht, aber das alles ist irgendwie ziemlich schlecht in worte zu fassen und ich glaube kaum, dass jemand das alles hier, mich versteht.

bulimisch bin ich weiterhin. unverändert und mit durchschnittlich drei FA's pro tag.





tscheeny? ich wiege mich zurzeit gar nicht. ich habe regelrechte angst vor der zahl auf der waage. aber ich schätze, es sind zwischen 56kg und 57kg im moment.


und für alle, die irgendwann einmal vorhaben, sich ihre haare rot zu färben: tut es nicht. rot geht fast nicht mehr raus, auch nach einer friseurbehandlung für 150€, sind immer noch farbpigmente in meinen haaren zu sehen. irgendwann sehen eure haare dann vermutlich so aus:


Samstag, 14. April 2012

Party all the time

If we could party all night and sleep all day,
and throw all of my problems away,
my life would be easy.
(BEP - Party all the time)

was will man auch anderes machen, in dieser stadt ohne perspektiven und ohne zukunft, in der man sich aufhält ohne eine einzige veränderung zu bemerken, egal, wie viele tage oder wochen vergehen. es ist immer das gleiche und doch immer anders, denn obwohl mich jeden tag die normalität erwischt, entfliehe ich ihr doch erfolgreich. jedes mal aufs neue. ich weiß es, wenn ich mir abends vorsorglich eine knospe aufbewahre; zu groß ist die angst, keinen dealer zu erwischen, wenn ich mittags aus meinem rauschschlaf erwache. 
der gedanke, der mich jeden augenblick begleitet, ist bloß der, dass ich hier weg will und diese idioten, die mir die schuld für alles geben, egal ob ich etwas tue oder nicht, am liebetsen nie wieder sehen muss. es ist der drang, die sehnsucht etwas neues zu beginnen, das wirkliche leben zu erfahren.


es erscheint alles so verdammt unreal. so unreal, wie ein tiefschlaf, eine narkose, aus der man erwacht und sich fragt, ob die letzten stunden wirklich geschehen sind oder bloß einbildung waren. das kann es einfach nicht sein. es muss so viel mehr geben, das auf mich wartet, so viel mehr inhalt, so viel mehr tiefe. verständnis, vertrauen, ehrlichkeit, wärme. 
die träume, in denen ich ihn gefunden habe werden immer realer, immer schärfer und damit nur noch verletzender, wenn ich aufwache und erkennen muss, dass alles doch bloß einbildung bleibt.
"ich wollte schon viel früher zurück schreiben, aber ich war so geflasht von deiner Nachricht ! hab mich mega gefreut ..und ich glaub ich hab das schon 20 mal oder so immer wieder gelesen weil das so süß ist"
und all diese worte, buchstaben, ändern doch nichts daran, dass er vergeben und crystal meth abhängig ist. nicht an mir interessiert. dafür kennt er mich zu wenig und weiß doch trotzdem zu viel über mich. viel zu viel. und dass man mir von tag zu tag mehr ansieht, dass ich fresse und fresse ohne ein ende zu kennen, ist auch nicht gerade hilfreich.

edit: da im moment jeden tag neue kommentare eintreffen, von wunderbaren menschen, die meinen blog auch weiterhin verfolgen möchten, werde ich mit der sperrung noch einige tage warten und bis dahin nur vereinzelt und ohne große details bloggen.

Samstag, 17. März 2012

liberté toujours

"was glaubst du denn, warum ich die 12 wiederhole...!?"
"und jetzt? bist du wieder gesund?
"nein, gesund nicht, aber ich kann so leben. es geht halt irgendwie."
"hm."


55kilo. nicht schön, aber annehmbar.

"es war das letzte mal, dass ich hier putze. ich kann jeden tag die toilette schrubben und eigentlich auch alles drumherum. das nächste mal, machst DU das!"
danke, mama. spaß macht mir das alles auch nicht. und freiwillig tue ich es erst recht nicht.

Montag, 12. März 2012

olé olé



klausurphase, olé olé.
anstatt zu lernen oder meine facharbeit zu vollenden, kiff ich mir lieber das hirn weg, schwänze, fresse und kotze und fresse weiter.

tip top. alles in butter.
ich nimm aber auch öl oder margarine, wenn butter knapp wird.
ich hasse mich, ich hasse mein leben, ich hasse es morgens aufzustehen.
da läuft ja alles wieder einmal rund.
wenn man die ecken abschneidet, ist übrigens alles rund.

Donnerstag, 8. März 2012

and then you realize: it's out of your hands

And then I hear this voice inside
Ave Maria

I've been alone

When I'm surrounded by friends
How could the silence be so loud
  
(Beyoncé - Ave Maria




schule geschwänzt. natürlich nur für meine facharbeit... mein bett, mein pc und ich haben eine symbiose gebildet, die untrännbar gewesen wäre, heute morgen.
ja, ich hab es mir wieder einmal leicht gemacht. aber nach dem, was gestern alles passiert ist, konnte ich nicht in ihre gesichter schauen und so tun, als wäre alles in ordnung zwischen uns. das ist es nämlich definitiv nicht mehr.

jetzt also erst kaffee trinken und danach abendessen, mit meiner familie. na super.

ich hoffe, ihr habt alle einen schönen tag und bedanke mich schon einmal für all die lieben glückwünsche, die ich gar nicht verdient habe. so liebe menschen, trifft man nicht oft im leben.

Samstag, 3. März 2012

manchmal

und manchmal, da liebe ich die blicke derer, die sich nach mir umdrehen, die mir einen moment zu lange in die augen schauen. dieses gefühl der erhabenheit.
ich will nicht wieder dick werden! ich könnte es nicht ertragen.
und gleichzeitig zittere ich vor angst, weil viel zu viele menschen samstags in die stadt gehen, ihre zeit vergeuden, herumtrödeln. ich habe geburtstagsgeschenke mit mami gekauft und habe kurz die depression vergessen.
tut mir leid, aber wie jedes wochenende finde ich keine zeit, für einen richtigen post.









Mittwoch, 29. Februar 2012

the games you'd play, you would always win

 Feel you here forever
You and me, together, nothing gets better
'Cause there's a side to you
That I never knew, never knew
All the things you'd say
They were never true, never true
And the games you'd play
You would always win, always win
 (Adele - Set Fire to the Rain)

ich wollte immer eine vorher-nachher thinspo werden. dieses ziel habe ich leider immer noch nicht erreicht.
tut mir leid, aber ich sehe immer noch keinen unterschied.

 
 65kg                    60kg                          55kg           




glücklich sieht irgendwie anders aus. gesund auch.
dünn aber auch.

eben mit einem bekannten in seiner mittagspause drei tüten geraucht. das erste mal übrigens, seit sonntag.

Dienstag, 28. Februar 2012

as long as she sees the end in sight


um vier uhr, nach der schule, ist der erste gang der, zum kühlschrank. eine neue anderthalb liter flasche cola light wartet bereits auf mich. obwohl mein plan von mir verlangt, etwas für die schule zu tun, hausaufgaben, sport zu machen, meine facharbeit endlich weiterzuschreiben, verbringe ich meine zeit bloß planlos hier vor dem pc, eingehüllt in meine bettdecke, damit das zittern endlich aufhört. ich drücke mich vor der verantwortung, fühle mich nicht dazu in der lage, auch nur irgendetwas produktives anzufangen. vermutlich warte ich, bis zur allerletzten sekunde, um die erwarteten leistungen zu bringen.



meine stimmung wird immer gereizter. ich schreie beinahe grundlos, werfe meiner familie dinge vor, die eigentlich kein einziges wort wert wären.
am essenstisch überlege ich noch, ob ich eine FA starten will, sollte, muss. aber irgendwie bleibt mein blick gesenkt, ich schaue niemandem in die augen, sage nichts. da ist wieder dieser milchige schleier, der alles um mich herum irgendwie dämpft, verschwimmen lässt. dann eskaliert die situation. ich schütte den salat von meinem teller zurück in die schale, greife nach dem knäckebrot mit einer halben scheibe kochschinken und gurke, verlasse fluchtartig den raum. nur mit mühe gelingt es mir, die tür nicht hinter mir zuzuknallen.
60kcal, dabei bleibt es dann wohl heute. der appetit auf fressen und kotzen ist mir glücklicherweise vergangen.


jetzt schmerzt mein magen. mir ist schlecht. meine stimmung ist ziemlich weit unten, nicht am nullpunkt angelangt, aber auch nicht mehr weit davon entfernt. bloß ein paar kräftige schritte. und der kalorienmangel trägt nicht gerade dazu bei, mich aus diesem immer tiefer werdenden loch, das mich verschlingt, zu befreien.


55,0

EDIT: als bulimikerin darf man nie, hört ihr, nie sagen, dass einem der appetit vergangen ist. ich schließe die tür hinter mir ab und lasse mich auf die geschlossene toilette fallen, während ich die letzten bisse verschlinge, nur um sie dann gewaltsam aufzureißen und mich darin zu entleeren (21:11Uhr)

Sonntag, 26. Februar 2012

mehr als erlaubt


 und weil ich mir selbst außer knäckebrot und salat nichts anderes mehr erlaube, wird, sobald meine mutter im bett ist, eine FA folgen, um die halbe birne auch wieder loszuwerden. meine mächtigkeit macht mich wirklich fertig.
ich bin überdimensional, überschüssig, überflüssig.
ich habe das gefühl, ich werde immer mehr. okay, nach der gestrigen nacht kann ich das auch mit sicherheit sagen. was soll's. ich würde ja sagen, "es war es wert". nachdem ich sogar meine taburegel nr 1, nämlich nur zu hause zu brechen, gebrochen habe, ist mir alles andere auch egal.

cheers.
ich habe noch nie in meinem ganzen leben einen so unförmigen menschen, wie mich gesehen.
ich glaube, ich habe es noch nie erwähnt, aber die dinge, die ich an meinem körper am meisten verachte, hasse, sind meine schultern/mein kreuz und meine hände. haha, da wird abnehmen sicherlich viel bringen.



ab morgen dann wohl so gut es geht fasten. ich freue mich, auf das gefühl, den boden unter den füßen zu verlieren, den blinkenden, schwarzen punkten vor meinen augen, das herzklopfen in meinen ohren, den schwindel, der mich wanken lässt, das ratternde herz, welches nicht hinterherkommt.

tut mir leid, für diesen äußerst unnötigen und wehleidigen post. denken fällt nach drei gramm auch nicht mehr so leicht..

Samstag, 25. Februar 2012

siebenundzwanzig zimmer, die zweite

sturmfrei in der villa, was will man mehr? kilometerweit keine nachbarn, keine eltern. niemand. bloß wir, zu viel gras und zu viel wodka.
genau das brauche ich heute.

zeitnot.





55,4

Freitag, 24. Februar 2012

zu viel gefühl

es ist nicht einfach zu laufen, zu essen, zu atmen, zu schreiben. und trotzdem habe ich mir thc in die adern gepumpt und eine nette fressorgie samt erbrechen hinter mir. 
während ich noch dabei bin, toast in mich hinneinzustopfen, wird mir schon schlecht und mein magen fängt an zu schmerzen. 
ach scheiß drauf. beschissener tag mit viel zu vielen emotionen und beinahe tränen vor erschöpfung. psychischer erschöpfung. meine facharbeit darf ich dann wohl nochmal halb umschreiben. 
ich weiß nicht, wie ich das alles hier schaffen soll. ich will doch bloß im bett liegen und nichts tun.. nie, nie wieder.





photos sind von heute mittag.
jetzt will mich garantiert keiner mehr sehen.

56,4