Sonntag, 4. März 2012

come on skinny love, what happened here?

seit mittwoch kann ich keinen klaren gedanken mehr fassen, keine entscheidung mehr überdenken. ich ignoriere die welt, sperre sie einfach aus und schließe die tür hinter mir. ich warte darauf, dass sie sich verändert, irgendwie besser wird und ich es eines tages bemerke, hinausschreite und vielleicht glücklich bin.
seit tagen laufe ich vor jeder verantwortung weg, schwänze die schule, erledige keine hausaufgaben und schon gar nichts für meine facharbeit, die ich am 12. abgeben muss. alles, wovon ich mich nähre, ist der rausch, der mich überwältigt. ich inhaliere und inhaliere, nehme alles in mich auf, was mich zerstören könnte. jeder tag weicht einer einzigen, riesigen fressattacke, der ich durch unzähliges erbrechen entgegenwirke. vier, fünf, sechs mal. ich weiß es nicht, ich kann mich bloß schwach daran erinnern, nehme alles wahr, wie in einem traum.
und immer wieder dieser gedanke: "das kann es nicht sein. das kann nicht alles sein, was zählt." 
das, was ich führe, ist nicht mehr leben zu nennen. es ist vor sich hinvegetieren, existieren. mehr nicht. 
meine hände sind so kalt, mein herz ist so leer.




systematisches ausgrenzen. das ist es, was sie mit mir tut. psychisches mobbing. ausschließen. 
"an dieses mädchen will ich keinen gedanken mehr verschwenden!"
"du hast dich total verändert und ich glaube, es liegt an ihr!" - an ihr = an mir.
aber es ist okay, es ist in ordnung. daraus resultiert doch nur noch mehr verzweiflung, noch mehr einsamkeit in dieser stadt, diesem haus voller menschen, die mir rein gar nichts bedeuten.

wenn ich versuche mein verhalten zu reflektieren, zu überdenken, zu analysieren, komme ich zu dem punkt, dass ich vor allem und jedem flüchte. ich habe angst. so unendlich große angst vor dem leben, vor der verantwortung, vor den aufgaben. jeden morgen verzweifle ich an der frage, wie es weitergeht, was mir die zukunft bringt, ob es sie überhaupt gibt. und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es jeden abend und jede nacht auf ein neues versuchen würde, alles zu beenden. aber ich kann es nicht, ich schaffe es nicht, weil ich nicht die mittel dazu habe und selbst wenn ich sie hätte, bezweifle ich, dass ich den mut dazu hätte. 
leben ist so unglaublich schwer - aber sterben ist noch viel schwerer.
was, wenn es nicht klappen würde? was dann? wieder intensivstation, wieder geschlossene, wieder klinik, wieder die 12. klasse abgebrochen, wieder nichts verändert, wieder nichts erreicht. was bleibt mir dann? abendschule? abgeschlossene 11. klasse? 


ich will doch einfach nur weg von hier, weg von mir. weglaufen, flüchten. ja. mehr kann ich nicht.

3 Kommentare:

  1. genau diese gedanken habe ich auch. und genauso selbstzerstörerisch wie du verhalte ich mich auch. ich weiß nicht, ob es dir iwas bringt, aber ich fühle mich ein wenig besser, weil ich nun weiß, dass ich damit nicht allein bin...

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  2. Ich weiß genau, wie sich diese angst vor der zukunft anfühlt.. Doch wir müssen uns bewusst machen, dass wir in der gegenwart die grundsteine für die zukunft legen. wenn wir nichts tun und dort stehen bleiben, wo wir sind, werden wir auch in der zukunft keinen meter weitergekommen sein..

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