Sonntag, 29. Januar 2012

wie die lücke zwischen meinen beinen immer kleiner wird

 oktober 2011.

das essen selbst ist nicht das problem. es funktioniert, wenn man nur seinen kopf ausschaltet, wenn man der magersucht den rücken kehrt, die bulimie ignoriert. wenn man sich treiben lässt, in dem rausch, ihn aufrecht erhält und direkt nach dem aufstehen die nächste ladung thc auf die reise in den körper schickt.
nein, das essen an sich, ist es nicht.
es ist das verschwinden der knochen, des markanten, des eckigen. alles an mir ist bloß noch glatt und schwabbelig. fettpolster, die ich lange besiegt hatte, bilden sich wieder. beine schwabbeln, wackeln wieder bei jeder bewegung. 
ich wache auf, will meine augen nicht öffnen. will nicht wissen, wer oder was aus mir geworden ist, will meiner magerkeit wieder erreichen.

sobald ich in den spiegel schaue, weiß ich, das problem liegt viel weiter unten, viel tiefer, ist viel verborgener. der hunger meldet sich alsbald und ich hoffe auf mein persönliches zaubermittel, aus schwarzem kaffee mit süßstoff, cola light und zigaretten. 

"wie die lücke zwischen meinen beinen immer kleiner wird."
ich kann es nicht mit ansehen, zu verfetten, unter meinem eigenen fett zu verschwinden. ich will meine rippen, meine hüftknochen, meinen schulterknochen, meine wirbelsäule, meine gänsehaut im gesicht. was ich nicht will, ist normalgewicht. normalität.
als resultat bleibt nur der wunsch, mich im keim zu ersticken. ich habe den drang meinen körper aufzuschneiden, die fettigkeit einfach wieder abzustreifen. 
doch mit mahlzeiten von 300kcal oder mehr, alle zwei stunden, funktioniert das nicht.

ich habe das gefühl, ich erkenne mich selbst nicht mehr. das bin einfach nicht mehr ich. früher war ich es, das weiß ich. aber jetzt, heute, in der zukunft, will ich nicht wieder dieses mädchen sein, das isst. viel lieber würde ich mich in diesem augenblick von irgendeinem hochhaus (was es in meiner heimatstadt eigentlich nicht gibt...) stürzen. mich selbst stürzen, meine amtszeit beenden. 
und wenn man nur stark genug daran glaubt, können träume sich erfüllen.

november 2011. entschuldigt, aber wie ihr vielleicht
verstehen könnt, gibt es keine aktuellen.

Dienstag, 24. Januar 2012

wenn man abends schon weiß, dass man am nächsten tag nicht zur schule gehen wird, kann man sich ruhig bis spät in die nacht, mit unzähligen gehassten kalorien füllen, nur um diese dann wieder loszuwerden.
zu viele tüten. gestern, vorgestern. immer.

"ich hab noch nen halben. die polizei ist eben an uns vorbei gefahren, da hab ich den ausgemacht."
und natürlich rauchen wir ihn uns in einer abgelegenen seitengasse unterhalb der schule, bevor wir, bezirzt, zur aula hetzen, um theater zu spielen.
ich für meinen teil, muss nicht auf einer bühne stehen, um meine kunst zu zeigen. ich tue es jeden tag, jede minute. irgendwie geht mir die kraft aus weiter zu machen, weiter zu lächeln. doch es gibt keinen weg zurück, denn jener würde mich zu den abgründen meiner selbst führen, zu den dort versteckten, gut bekannten, wesen mit schwarzer kapuze, die dicht ins gesicht gezogen ist. sie umzingeln mich, bis ich nicht mehr fliehen kann.

seit einer gefühlten ewigkeit nicht mehr auf der waage gewesen, denn sollte ich wahrnehmen, dass die grenze zur 18 überschritten ist, würde das wohl in einem zerstümmelungsakt jeglicher art führen.

Sonntag, 22. Januar 2012

E’ pur sempre bellissima un’emozione
con le cadute e tutto il male
come una musica, come un dolore
Lascia il suo segno e non si fa scordare
l’anima in ogni sua imperfezione
(Elisa ft. Fabri Anche tu anche se non trovi le parole)

ich würde eure posts gerne beantworten, aber ich kann nicht. irgendwie fühle ich mich psychisch dazu nicht in der lage.
überfordert von den kleinsten dingen. am liebsten bloß ins bett legen.

Samstag, 21. Januar 2012

worte des tages

sechs stunden unterricht gehabt, nachmittagsunterricht geschwänzt, weil kiffen mehr spaß macht, als schule.
zwei stücke pizza gegessen.

breit und aufgeregt zu meinem therapeuten gefahren, leicht dissoziiert.
"wie groß ist die wahrscheinlichkeit, dass sie unter diesen umständen ihr abitur schaffen?"
"sehr groß."
"dann machen sie einfach weiter wie bisher."

"sie müssen jetzt kleinschrittig denken. mal einen tag ohne, dann zwei. da eine stationäre therapie aufgrund ihrer schulischen laufbahn nicht möglich ist und eine medikamentöse aufgrund ihres cannabis konsums ausgeschlossen ist, melden sie sich wieder, wenn sie fortschritte gemacht haben."

eingedeckt für das wochenende beim schwarzen mann. negerkuss.
"hallo, gegen dich kann ich mich eh nicht wehren!"
 "ich weiß. auf alten pferden lernt man reiten."
nur gegen sex werde ich die geliehenen zehn euro wiederbekommen.

auf dem weg nach hause die zeit ausgerechnet, die mir für eine fressorgie reicht und diese erfolgreich ausgeführt.
jogginghose, 93€ für getränke und kippem, magnatkugeln, die nicht aufeinander stehen.
putzen, altglas wegbringen, pfandflaschen sortieren. dafür den nächsten kasten bier einplanen.
erstmal ne runde chillen und karten spielen, "denn das fördert die gehirnaktivität." 
mit einer hand spielen, weil die andere das rauschmittel hält. zweimal, dreimal, viermal oder mehr. wer zählt schon mit.
"12 punkte in sport machen sich gut auf dem zeugnis."

leere straßen, weil die autos vom nebel verschluckt worden sind.
eine packung toast ist eine leichtigkeit.
wasser, apfel, kippe.
posten, damit ihr wisst, dass es mir gut geht. und jetzt schlafen. bloß schlafen.

Donnerstag, 19. Januar 2012

Ich hatte vergessen, wie schwierig es ist zu sehen, wenn Traurigkeit die Sicht vernebelt, bin blind und taub vor die Wand meiner eigenen Emotionen gelaufen und hart auf dem Boden der Realität angekommen. Ich stehe am Abgrund und kann das Ende des freien falls nicht einmal ausmachen. Stattdessen warte ich darauf, dass diese akute Aggression nachlässt bevor schlimmeres, als bloß das altbekannte Ritual aus fressen und wieder los werden, passiert.
Ich hoffe jetzt bloß, dass die oxazepam schnell Wirkung zeigt und ich den morgigen schultag 9 Stunden) und besonders das Gespräch mit meinem neuen Therapeuten danach, mehr oder zumindestens weniger gut ertrage.

Mittwoch, 18. Januar 2012

same shit, different day



"dich habe ich aber lange nicht mehr gesehen! du hast dich verändert, du bist... reifer geworden! wie geht es dir?"
"gut."
ich kenne diesen blick, ich erkenne ihn unter hunderten, unter tausenden. es ist dieser ärzte-blick, der dir verrät, dass es in seinem kopf rattert, die synapsen explodieren. er würde gerne etwas sagen, ich kann es fühlen, doch er traut sich nicht. sein blick wandert bloß stumm meine beine auf und ab. jedes mal, wenn ich mich von dem stuhl erhebe und meine mächtigkeit durch den raum bewege. 
"so, das essen ist fertig! die mit dem großen hunger gehen jetzt, die mit dem kleinen hunger, stellen sich hinten an und die ohne hunger bleiben einfach sitzen. willst du nichts essen?"
"erzähl mir mal, was es gibt, vielleicht wird mein hunger dann ja größer."
wahrscheinlich ist es aber nicht der hunger, sondern die bloße gier, nach nahrung, nach wärme, nach normalität. doch meine innere normalität, verschwindet, mit jedem weiteren bissen, den ich mir in den mund, den schlund schaufele. ich esse langsam, bin als letzte fertig. und hole mir einen nachschlag. denn ich habe bereits verloren, habe das monster in mir geweckt, als die erste kalorie meine zunge erreicht hat. jetzt ist es egal, was ich in mich befördere. ich werfe bloß noch einen blick auf meine uhr, rechne die zeit aus, die mir verbleibt, um wenigstens den größten teil, unverdaut wieder loswerden zu können.

promethazin unverschrieben eingeworfen. und dabei sollte ich das zeug doch nicht mehr schlucken. suizidversuch aus 2010 sei dank.
es ist alles beim alten. ich bin abermals regelmäßig breit und regelmäßig am kotzen. 
dabei will ich doch bloß ein bisschen ruhe vor mir selbst, ein bisschen veränderung und doch stillstand. ich will mich bloß in mein bett legen und tage-, wochenlang nicht mehr hervor kommen unter meiner decke, die mich wärmt, schützt, sichert. 
es wird schwieriger morgens aufzustehen, einen kühlen kopf zu bewahren, mich zu konzentrieren, auf das, was zählt. es ist diese schwere leere, die sich in mir ausbreitet, die ruhe, die mich quält. dieses gefühl, des nichts-seins. es lässt mich nicht mehr los.

Montag, 16. Januar 2012

the last place we're going is down

ich habe meine phantasie verbrannt,
zusammen mit braunem und grünem,
sicher geschützt von der dünnen haut des ocb's.
diese explosive mischung entfacht ein höllenfeuer,
das mich zu verbrennen droht.

ich habe früher viel geschrieben, konnte mit worten umgehen. brauchte nicht nachdenken, nicht überlegen, sondern haben den kranken synapsen allen raum der welt gelassen, um die mitteilungen in meinem hirn zu verbreiten. ich konnte mitreißen, bewegen, abschrecken, konnte verzaubern, verwundern, verängstigen. 
ich konnte verändern.
aus realität und wahrheit wurden hirngespinste, ausgeschmückt mit farben, formen, emotionen. 
heute sitze ich bloß hier und frage mich, wie man verlernen kann, zu denken. und obwohl ich die antwort kenne, versuche ich, mir nicht eingestehen zu müssen, dass ich mit jedem zug, weiter vor meinen eigenen gedanken flüchte, sie verstecke und verschließe, sie hinter schloss und riegel bringe und ihnen am liebsten die todesstrafe gönnen würde.



natürlich schiebe ich mir die 5000 kalorien ohne mit der wimper zu zucken rein, natürlich kommen sie eben so einfach wieder raus. ich bin es gewohnt, ein wiederkäuer zu sein. eine fette kuh, die nichts kann, als fressen, wiederkauen und scheißen.



Sonntag, 15. Januar 2012

ich brauche gar nicht viel zu den letzten tagen sagen. ich würde gerne sagen: ich war glücklich, ich habe nicht gebrochen, ich habe normal gegessen.
schade, dass es nicht so war. im grunde genommen seit donnerstag dauerbreit + schule schwänzen + fressen + kotzen + alkohol. ja moin. mal wieder ein ausgezeichnetes resumée.

Mittwoch, 11. Januar 2012

eigentlich

meine gefühle, meine kalorien, alles zusammen bildet das doch eine ganz ansehnliche farbkombination in der ach so weißen toilette.
eigentlich wollte ich einen langen post schreiben, erklären, was los ist, beschreiben, was in mir vorgeht, meine gedanken der letzten nacht niederbringen. aber ich kann es nicht. vielleicht will ich mich selbst damit auch nicht auseinander setzen, vielleicht ist es scham, vielleicht angst. keine ahnung. ich weiß gar nichts.

trotzdem möchte ich den tag von Lilly beantworten. ich werde ihn allerdings nicht weitergeben, weil im grunde genommen alle blogs, die ich so verfolge bereits ein-, zwei-, dreimal getaggt worden sind.
 
1. Was willst du einmal werden?
groß und stark? gesund? erfolgreich? lebensfähig? ja. lebensfähig. oder tot.
2. Was trinkst du am liebsten?
cola light, definitiv. alkoholische getränke: wodka o.
3. Seit wann bloggst du schon?
Freitag, 27. August 2010
4. Warum hast du angefangen zu bloggen?
um meine gefühle, meine gedanken, all das schwarze in mir auszudrücken. mit dem schreiben habe ich schon viel, viel früher begonnen. nur mit dem bloggen eben nicht.
5. Hast du Menschen die dir ans Herz gewachsen sind übers bloggen kennengelernt?
ja.
6. Gehst du gerne zur Schule?
gerne? so kann man das nicht sagen. ich gehe, weil ich muss, weil ich weiß, dass ich muss, weil abitur mittlerweile vorraussetzung für viele berufe ist. nicht, weil ich spaß daran habe. es vertreibt meine zeit, ja.
7. Färbst du deine Haare?
früher regelmäßig, mittlerweile eher zwangsläufig, um meine naturhaarfarbe irgendwann wieder einigermaßen normal hinzubekommen.
8. Hast du Piercings? Wenn ja, welche?
ich hatte ein seitliches labret, mittlerweile aber nur noch ein Rook, sprich durch die anti-helix
9. Deine Lieblingsschuhe?
puh. viele. meine uggs, viele meiner heels...
10. Gehst du gerne feiern?
hm, ich weiß nicht, ob ich es gerne tue. schon irgendwie. aber dafür muss alles passen, sonst habe ich keinen spaß daran.
11. Dein größter Wunsch für die Zukunft?
leben. wenn's nicht klappt: sterben.
Wer braucht schon Freunde, wenn es doch nur darum geht, die nächste, bestmögliche Dröhnung zu bekommen?
Ich gib nen Fick auf euch. Es wär ja nicht so, als wenn es mir sowieso schon schlecht ginge. Was soll's also. Wer braucht schon Freunde. Im Endeffekt stehen wir doch alle alleine da. Bloß an verschiedenen Orten. Manche vor'm Leben, andere vor'm Tod.

Dienstag, 10. Januar 2012

hold on







ich bin müde. bloß unglaublich müde. schlafe nachts nur stundenweise. dann liege ich wieder wach, bis ich irgendwann wieder vom schlaf eingeholt werde. 
ich werde viel zu früh wach, drehe mich um, möchte noch ein wenig ruhe tanken. doch man bekommt selten das, was man am meisten braucht, was man sich wünscht.
mein t-shirt klebt an meinem körper. ein durchdringender, heißer schweißgeruch strömt mir entgegen. mein körper ist ausgekühlt. cannabis entzug und immer wieder (leichte) depressive schübe vertragen sich nicht sonderlich gut, zumindestens dann nicht, wenn man am nächsten morgen verpflichtungen einzuhalten hat. was bleibt in diesen wachen stunden, in diesen ruhigen stunden, ist die frage nach dem sinn. sie drängt sich immer und immer wieder auf und ich finde nie einen ansatzpunkt, egal, wie sehr ich in meinem hirn krame. eine befriedigende antwort bekomme ich nicht.
 

 jacke: Brave Soul, oberteil: Mango, hose: Tigerhill, schuhe: asics


"du siehst viel besser aus, als noch im dezember!"
vielen dank. ich weiß, dass ich zugenommen habe.

ein halbes brötchen mit nutella, ein viertel brötchen mit hähnchenbrust, ein salatcup. mehr nicht. weniger leider auch nicht. aber was soll's, ich habe hoffnung, dass ich, nachdem mein stoffwechsel wieder ein wenig in gang gekommen ist, irgendwann abnehmen werde. 1000kcal, oder weniger, so wie heute, reichen wie wir sicherlich alle wissen, nämlich definitiv nicht aus, um allein den täglichen grundumsatz zu erreichen.
was meint ihr dazu? im grunde genommen ist es zu wenig, aber ich will meinen körper auch nicht pflegen, verhätscheln. ich will nur die bulimie loswerden. und ich denke, dass ich auf einem guten weg dahin bin. zumindestens scheint es bisher noch so. 
ab wann kann ich davon ausgehen, die bulimische symptomatik hinter mir gelassen zu haben? gibt es jemanden, der erfahrung damit hat?

da ich zur zeit noch keinen therapeuten habe, bzw. den anruf immer weiter hinaus zögere, aus angst, kein wort am telefon herauszubringen, findet mein "entzug" wohl ohne aufsicht statt. und da allgemein bekannt ist, dass man von cannabis nicht körperlich abhängig werden kann (was ich nicht unbedingt als richtig ansehe...) wird das ganze wohl bloß willenssache. und wenn ich will, kann ich.
ich weiß nur noch nicht, ob ich wirklich will...
kopfschmerzen.

Montag, 9. Januar 2012

angst


das gefühl zum schreiben fehlt gerade. ebenso wie das gefühl zu irgendeiner emotionalen regung. 
ich habe nur zwei stunden geschlafen letzte nacht, ich habe nur zwei mal gefressen und gebrochen letzte nacht.
aber heute ist es anders. es kann ja nicht alles von einem auf den anderen tag funktionieren, es ist vorbestimmt, dass ich fallen werde, dass ich rückfälle erleide. aber ich muss wieder aufstehen, muss mich selbst bekämpfen, um zu siegen. 
es sind ca. 1000kcal täglich, die ich zu mir nehme. nicht besonders gesund, aber mehr oder weniger ausgewogen. ich kann es mir selbst nicht erklären, doch ich muss mich zu jedem bissen zwingen, muss mich selbst überreden, noch mehr kalorien zu mir zu nehmen und gleichzeitig versuchen, dem inneren drang, einen exzess aus dem essen werden zu lassen, standhalten.
es ist schwer und es macht absolut keinen spaß. 
noch dazu kommt die emotionslosigkeit, egal, was geschieht. leistungen beglücken mich nicht mehr. alles ist so unglaublich neutral. und sinnfrei.
meine noten haben sich erstaunlicherweise um einige punkte verbessert. eine reaktion darauf kann man mir nicht ansehen. vielleicht, weil ich sie selbst nicht fühle.
vielleicht wäre es angebracht, meine psychiaterin mal wieder aufzusuchen. wer weiß, vielleicht gibt es ja ein paar bunte pillen, die die farbe zurück in mein leben bringen. 
ab morgen bleibe ich drogenfrei. vorerst. ich will es, ich kann es. vor allem aber muss ich.

ich habe wahnsinnige angst, dass ich unkontrolliert zunehme, aber ich kann die kalorienzahl nicht runterschrauben, weil dann die bulimie wieder durchbricht. und gewinnt.
ich habe angst. 

Samstag, 7. Januar 2012

Es Aushalten

Ich muss es bloß aushalten. Nur aushalten, dass sich viel zu viele Kalorien in mir befinden.
Ich will sie Bulimie, die Fresserei, die Kotzerei loswerden. Aber die Essstörung will ich nicht hergeben, nicht loslassen.
Einfach nur standhalten, stark bleiben.
Und deswegen muss ich in Kauf nehmen, dass sich zwei Scheiben Wurst, zwei Stücke Schokolade, etwas Gemüse, ein Stück Pizza und Salat in meinem Magen befinden.
Ein geregeltes essverhalten, ein geregeltes leben. Mehr will ich doch gar nicht. Kontrolle über Kalorien, Kontrolle über Gefühle, Gedanken, Gewicht.
Über Ängste.
Einen Tag habe ich bereits gemeistert und auch heute will ich es schaffen. Zunehmen ist dabei wohl unumgänglich. Doch wenn ich die Bulimie besiegt habe, abstinent bleibe, werde ich auch irgendwann in der Lage sein, wieder abzunehmen.

Nein, gesund werden will ich nicht. Aber auf einen aushaltbaren Pegel muss ich über kurz oder lang irgendwie kommen.

Donnerstag, 5. Januar 2012

patient heart that listens

es interessiert mich nicht, wie viel ich wiege.
okay. der erste satz dieses posts ist absolut gelogen. ich wiege mich bloß nicht zur zeit, denn würde ich die schrecklich hohe zahl auf der waage sehen, würde ich wohl entweder die waage oder gleich mich selbst funktionsunfähig machen. 
tagsüber nulldiät, abends und nachts alles erlaubt. bis ich dann zum zweiten, dritten, gestern sogar fast vierten mal über der toilette hänge und verzweifelt versuche, genügend kalorien aus mir heraus zu würgen, sodass ich nicht zunehme. tja klappt nicht. vor allem nicht, wenn man sich mittlerweile auch essattacken leistet, ohne danach wieder zu erbrechen. 
idiot.
es sind nicht bloß die gedanken, die mich jagen, es sind die merklichen unterschiede. eine alte hose, die zu groß geworden war, passt wieder. zumindestens ist sie wieder tragbar. 


 gibt es das gegenteil einer personifikation? wenn ja, dann wäre ich es gerne. züge eines dings annehmen, nicht mehr denken, fühlen, erinnern müssen. mein inneres zerstört, bloß noch diese hülle, die auch immer weniger wird. vielleicht. irgendwann.
___________
morgen wird ein besonderer tag, morgen wird ein schöner tag. ich weiß es, ich habe es im gefühl. ich werde sie wiedersehen, beide! und ich werde viel mehr noch zwei tage bei ihr verbringen, zwei tage offen miteinander sprechen, zwei tage, zuhören, zwei tage verstehen. verständnis und vertrauen wecken. alte zeiten revue passieren lassen. schöne momente teilen, schwere erfahrungen austauschen.
ich freue mich sehr. aber genauso groß ist die angst, die mir im rücken sitzt, mich zurückhält, meinen blick einschränkt. 
doch wenn ich dein lächeln endlich wieder sehen darf, hören darf, kann ich wneigstens für ein paar wenige sekunden vergessen, wie schwer leben ist.

Mittwoch, 4. Januar 2012

zwei mädchen, zwei nächte, vier gramm, 10000 kalorien.
ich habe mein zimmer die letzten 48 stunden exakt zwei mal verlassen.
einmal, um zigaretten zu kaufen.
einmal, um gras zu kaufen.

was soll's in jeden ferien gibt es solche tage, an denen ich mein ES vollkommen auslebe. fressen und kiffen.
nicht mehr und nicht weniger.
ich will nicht auf die waagem, ich will mein zimmer am liebsten nicht mehr verlassen.
ich habe angst vor freitag, schreckliche angst, dabei sollte ich mich doch so freuen.
und irgendwo tue ich das aus. sehr sogar, aber woanders, als zu hause zu schlafen, verunsichert mich doch immens.
naja egal. erstmal ne runde ins bett, so wie die vergangenen tage auch.
es ist doch alle ziemlich im dreck.

Montag, 2. Januar 2012

JAHRESRÜCKBLICK

kaum erblicke ich die 54 auf der waage, begrüßt mich auch meine periode wieder. umdrehen möchte ich, wieder in die andere richtung sehen, gehen, rennen, flüchten. zurück zu den anfängen, zu der sicherheit, zu der selbstzerstörung.
wie kann ich es als richtig ansehen, zuzunehmen, wenn für mich bloß nachteile übrig bleiben?
dieses gefühl, meine rippen nicht mehr so deutlich zu spüren, den schulterknochen nicht mehr so deutlich zu sehen. alles verschwindet langsam unter einer fettschicht, einer widerlichen schutzschicht, die mein körper eigenständig bildet - um mich am leben zu erhalten?

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Jahresrückblick 2011

JANUAR

rote haare, geschlossene, neue stationäre therapie in essen, wunderbare mitpatienten.
selbstverletzung, depressionen, dissoziation. bulimie.
64kg


FEBRUAR


mit F. zusammen gekommen, am berufskolleg angemeldet, besuch bekommen von T.,
viel dissoziiert, viel gebrochen. 
 neue freunde für's leben gefunden.
62kg


MÄRZ
 18 geworden, rose auf meinem bett
kaum disso's, weniger depressionen.
63kg

APRIL









 entlassung, schmetterlinge im bauch, rheinufer mit den besten,
abmeldung vom alten gymnasium, NEW YORK, mäcces
wenig selbstverletzung.
60kg

MAI










 mai kirmes, schlaflose nächte, freude vs. trauer, TATTOO,
gruppentherapie, gras und speed, 
im kindergarten arbeiten!
bulimie, bulimie, bulimie
58kg


JUNI







 Rock am Ring - coldplay, kings of leon, the pretty reckless, mando diao.
beziehungs aus mit F., jeans size zero, 18. geburtstag von der besten
kalorien zählen, abnehmen.
6.6. letzte selbstverletzung (ausnahme: rückfall)
57kg


JULI










 neues tiefstgewicht, gras und koks, exzessive nächte,
minimal und techno musik vom feinsten, wenig schlaf,
wieder anmeldung am alten gymnasium, kindergröße
54kg

AUGUST








 Golden Sands, skunk, beinahe V***, SIE, musik, magen-darm,
peguera, gutes essen, brechen im urlaub, braun werden,
SONNE
54-57kg


SEPTEMBER







 schulbeginn, überall FETT, mama wird 50,
"deine schwester ist ja jetzt fast so dünn, wie du!", drogensucht,
bulimie, depression.
60-57kg


OKTOBER









klausurphase, drogen, weniger werden, 
blog wurde entdeckt, nur noch ausgewählte leser,
zukunftsangst, bulimie.
57kg


NOVEMBER







 AMSTERDAM, coffee shops, rotlichtviertel, 
essen, essen, esssen,
abnehmen, 17er-bmi, entzugserscheinungen
53kg


DEZEMBER








 diagnose magersucht, neuer therapeut, kiffen, 
forderung zuzunehmen, 3 FA's sind standard,
hochzeit meiner eltern. 2012
52kg