Montag, 17. Dezember 2012

traumkäfig

What's wrong with me, why not understand and see?
I never saw what you saw in me.
keep my eyes open, my lips sealed,
my heart closed and my eyes peeled

Welcome to the inner workings of my mind,
so dark and foul I can't disguise,
can't disguise.
Nights like this, I become afraid
of the darkness in my heart. 
Hurricane 

(MS MR - Hurricane)

 und irgendwie ist es seltsam, darauf angesprochen zu werden, dass ich zugreifen, ja, essen solle. es war so lange anders heruem, es war so lange umgekehrt. ich konnte nicht nein sagen zum essen, heute werde ich darum gebeten ja zu sagen. und ich sage ja. zu einem latte macchiato, drei knäckebrot, einem kleinen teller suppe, einem brötchen, einer halben banane, zwei stücken schokolade und fünf bonbons.
ist das zu wenig?
ich habe die orientierung verloren, esse selten warm. wirklich selten.
ich war heute auf der waage, ich habe der zahl ins auge geblickt.
10 kilo mehr, als vor einem jahr. und damals hat es niemanden gestört, wieso kommen also jetzt die kommentare?
bin verwirrt und zu dicht, um meine gedanken zu ende denken zu können.
würde gerne einfach drauf los schreiben, einfach drauf los reden, aber kann es nicht. wie immer.
esse objektiv wenig und subjektiv viel, passe in sachen rein, die wieder zu klein waren.
aber die zahl auf der waage sinkt nicht, egal, wie sehr ich es versuche.


wenn ich reden würde, wenn ich mich auf all das einlassen würde, auf all den schmerz, den hass, die traurigkeit, die leere, der nebel, die sehnsucht nach ruhe, die da ganz tief unten auf mich warten, könnte ich für nichts mehr garantieren. das rauchen hilft mir auf eine besondere weise: es schleudert mich aus dem leben, es lässt mich nichts als leere im kopf haben, es lässt keine klaren gedanken zu. die zeit verschwimmt, die erinnerung daran verblasst.
aber wenn man es übertreibt, ist man nicht einmal mehr in der lage, vernünftig im unterricht mitzuarbieten, schämt sich, weil man nach worten ringen muss, weil die synapsen nicht mehr ganz so schnell funktionieren, wie sie es sollten.

das jahr zieht vorbei, ohne, dass ich es wahrgenommen hätte. einzelne situationen sind in meiner erinnerung vorhanden, viele einfach ausgelöscht.
ich würde gerne aufhören, aber ich habe so große angst, vor dem, was dann auf mich zu kommt.
gefangen in einem traum, der nie zu enden scheint.

___________
ich habe heute übrigens 15 psychologinnen angerufen und bin einmal durch gekommen. ich soll mich mitte januar wieder melden.
wow.

Montag, 10. Dezember 2012

I gave away more than I had



 Heaven doesn't seem far away. 
A drop in the ocean, 
A change in the weather, 
I was praying that you and me might end up together. 
It's like wishing for rain as I stand in the desert.
(Ron Pope - Drop in the ocean) 


fühle mich überfordert von den stunden und genervt von den sekunden, finde keinen weg nach draußen, kein wort, was ausdrücken könnte, was ich fühle. bin zurückversetzt in zeiten, in denen es keine hoffnung für mich gab und ebenso wenig eine zukunft. ich möchte zurück in diese zeit, in der es egal war, was ich tat oder nicht, in der nichts wirklich zählte, weil nichts von bestand war und mich alles überlebt hätte.

habe, um diesen tag zu überstehen, konsumiert, gefressen, gebrochen und geschnitten. sitze hier, spüre den pulsierenden schmerz in meinem bein, mit verschleiertem blick, irgendwie eher abwesend als anwesend, weiß nicht, was ich euch mitteilen will geschweige denn, was ich los werden sollte. frage mich bloß, wieso es vor zwei jahren nicht geklappt hat, warum es zu wenige tabletten waren, warum meine leber, mein gesamter körper gekämpft haben, psychisch hatte ich schon längst aufgegeben.
weiß noch viel weniger, wieso dieser einbruch gerade jetzt kommt und was verdammt ich dagegen tun soll, um morgen drei stunden bio klausur hinter mich bringen zu können. wie wäre es mit lernen? das wäre allerdings eine idee, zu deren umsetzung ich nicht mehr in der lage bin. starre still auf den bildschirm, ziehe mir jedes wort einzeln aus dem kopf heraus. ohne sinn und zusammenhang, ohne rechtschreibung und grammatik. stoppe nicht bloß zwischen den sätzen, sondern zwischen jedem neuen wort. fühle mich mehr als fehl am platz, wie ein baum, dem die wurzeln fehlen, der schwankt bei jedem kleinen windhauch. 
ich kann mir nicht selbst helfen, kann nicht gleichzeitig ums überleben kämpfen und mich an den haaren aus dem sumpf ziehen, darf nicht panisch werden, weil es mir schon bis zum hals reicht, muss stark bleiben, einen ausweg finden, eine helfende hand ergreifen. aber es gibt keine helfenden hände, keine medikamente, die meinen druck lindern würden, keine menschenseele, der ich anvertrauen könnte, was in mir tobt. müsste in der lage sein, zu kommunizieren, anstatt zu flüchten, die initiative zu ergreifen, mir hilfe zu holen, anstatt abzuwarten, dass die welt mich verändert. aber ich kann es nicht.
kriege zu wenig sauerstoff, kann meine lungen nicht füllen, kann mein herz nicht antreiben.
kann mir selbst keinen arschtritt geben. 

angst vor mir und dem leben bestimmt mein sein.


Donnerstag, 6. Dezember 2012

all these rainy days are getting on.

ist es normal, kaum noch etwas zu fühlen, außer dem bedürfnis, allein zu sein, während pläne geschmiedet werden, in die ich sogar eingeplant bin? 

es ist schlimmer, als die depression selbst, die mich mit gefühlen und gedanken übermannt hat. diese emotionslosigkeit, egal, ob positiv oder negativ, scheint mich von innen heraus aufzufressen, auszuschlachten, absterben zu lassen. sobald ich morgens aufwache, will ich nichts mehr, als mich bloß wieder hinzulegen, zurück zu der wärme, der dunkelheit, der sicherheit der traumwelt.
ich bin nicht mehr bloß gefühlskalt, sondern bereits annähernd emotionslos, empfinde weder trauer, noch freude. bin überfordert von dem nichts, das nur manchmal von aggression durchbrochen wird. und wut. 
schon beim ersten blick in den spiegel, rinnen mir tränen über's gesicht. nicht etwa, weil ich so 'hässlich' oder 'fett' bin, sondern weil alles wieder zu viel zu werden scheint. die beiden anderen attribute habe ich mittlerweile verinnerlicht, lasse keine (wahres) wort an mich ran, denke, statt zu reden oder zu handeln.


"wenn ich bei dir bin, merke ich jedes mal aufs neue, dass nachdenken in einer beziehung keinen sinn hat."
"wieso?"
"weil es perfekt ist, wenn ich bei dir bin. dann ist mir alles egal."
ich kann nicht antworten, ich kann es nicht. er gibt mir nähe, fürsorge, wärme. all das, was ich so dringend brauche. aber auch mit ihm kann ich nicht reden, kann ihm nicht vertrauen. viel mehr habe ich jedes mal aufs neue angst, wenn er spontan vorbei kommt. er würde mir nichts tun, was ich nicht will, es geht eher darum, dass ich nicht weiß, wie ich mich verhalten soll, was ich sagen soll, ob ich lustig, unterhaltsam und einfach genug bin. niemals, niemals würde ich von mir aus sagen, dass ich ihn sehen will, niemals würde er ein gegenkompliment von mir bekommen, denn da ist dieses schwarze loch, welches alle positiven reaktionen sofort als nichtig und abwertend, als gelogen und geheuchelt abstempelt.
es ging mir nicht gut, die letzten tage und ich hatte mir vorgenommen, ihm davon zu erzählen, vielleicht eine neue sichtweise zu erkennen. stattdessen bleibt mein mund geschlossen, während sich die sätze in meinem kopf formen. 
manchmal, da weiß ich nicht, was ich ausgesprochen und was ich für mich behalten habe, denn es fühlt sich beides so gleich an. manchmal, da habe ich ganze gespräche in meinem kopf, wie es laufen könnte, was ich sagen könnte. 

doch dann fällt mir immer und immer wieder auf, dass es nicht real ist, sondern in meiner persönlichen wirklichkeit gefangen bleibt.