Ich blogge schon eine ganze Weile nicht mehr, aber sollte ich es doch tun, dann auf diesem Blog:
Lebensnichtig
Er ist noch ganz neu und besonders am Design wird sich nocht einiges tun. Ich freue mich auf jeden Leser, der meinen 'neuen' Blog weiter verfolgt.
Sonntag, 24. November 2013
Donnerstag, 1. August 2013
was, wenn es so wäre...?
manchmal läuft man schon lang weiter, während man zurückblickt, auf sein altes ich und versehentlich denkt, man stünde dort noch immer.
ich bin hier und doch wieder nicht. besuche diese seite, logge mich ein, öffne meinen blog, der doch so gar nicht mehr zu mir zu gehören scheint. so weit entfernt die gedankenfetzen, so fremd und trotzdem vertraut. all das, die letzten drei jahre sind hier festgehalten worden. viele rückschläge, viele niederlagen, viele zusammenbrüche; nicht aber der letzte teil meines weges.
die dunkelheit der depression hatte mich umzingelt, mir den blick nach draußen, in die zukunft versperrt. irgendwann gab ich auf, setzte mich zur ruhe, ergab mich meinem schicksal. ich wohnte in der depression, mietfrei, aber mit pflichten denen ich nachgehen musste, mit worten, die mir in meinen kopf gelegt wurden. es gefiel mir gut, denn es war ein einfaches leben. ich war nicht herr meiner selbst, sondern fremdbestimmt, doch merken konnte ich es zu keinem zeitpunkt.
schritt für schritt bin ich ausgezogen. habe erst gekündigt und dann die helfende hand an meiner seite angenommen, mich auf die richtige seite führen lassen.
ab und an blicke ich zurück und sehe die depression am fenster stehen, winkend, einladend. zuweilen schaue ich vorbei, besuche sie, übernachte dort, doch meistens winke ich bloß zurück und entferne mich so schnell wie möglich von ihr. die rufe hallen noch lange nach.
diese zeit. sie bringt mich oft in verlegenheit, lässt menschen über mich urteilen, ohne mich zu kennen. ich schäme mich manchmal dafür. für den selbsthass den ich mir noch immer entgegen bringe, die narben, die fressgelage und hungerstreiks, die unzähligen männer mit denen ich geschlafen habe und die wenigen namen die ich dazu kenne. bloß um wenigstens irgendetwas zu fühlen, selbst wenn es nur die tatsache ist, benutzt zu werden.
ich bin noch lange nicht angekommen, habe mich noch längst nicht gefunden. noch immer habe ich angst vor dem leben, will nicht auf mich allein gestellt sein, will nicht altern und nichts neues erleben, will dem leben nicht auf den grund gehen. doch manchmal muss man erst den moment erleben, um ihn lieben zu können. nur fühlen für einen moment, nur diese forderungslose liebe und unterstützung, die er mir entgegen bringt. unglaublich beruhigend und gleichzeitig unglaublich furchterregend.
ich habe lange nachgedacht. der gedanke, verlassen zu werden raubt mir immer noch den atem und das gefühl was sich in mir breit macht, bei der kleinsten streitigkeit, ist mit nichts in der welt zu vergleichen. ich wollte mich nicht binden und ich wollte mich niemandem öffnen, nicht mein innerstes preisgeben. was, wenn er es einfach nimmt und weg rennt? oder die toilette hinunter spült?
ist diese angst unbegründet? und was wenn es so wäre, und er doch gehen sollte...?
| Abiball Juni 2013 |
![]() |
| Zeugnisvergabe Juni 2013 |
Schweiz und Mailand
__________________________
obwohl ich nicht mehr schreibe, lese ich doch ab und an noch eure blogs. ich denke so oft an so viele von euch und ich bin bestürzt und aufrichtig erfreut zu lesen, dass so viele von euch noch immer hinter mir stehen. VIELEN DANK!
Mittwoch, 27. März 2013
last chance
was ist mit uns mädchen, die schon in frühen jahren die schwerste zeit ihres gesamten lebens durchmachen mussten? was ist mit denen, die ernstgemeinte suizidversuche überlebt haben, die sich heruntergehungert haben an die grenze zum tod, die ihren körper mit messern verwundet und gezeichnet haben - und trotzdem noch auf dieser erde weilen.
ich war vor einigen tagen bei einem erstgespräch mit einer wirklich sympathischen frau. direkt im vorhinein: ich werde keine weitere ambulante oder stationäre therapie machen in nächster zeit.
ich tues dies nicht oft, aber ich habe ehrlich mit ihr gesprochen und eine ehrliche rückmeldung erhalten.
sie sagte mir, ich sei eine sehr starke junge frau, die gelernt hat, mit ihren krankheiten zu leben. und wisst ihr was? es stimmt. verdrängung statt analyse, ausblendung statt verarbeitung.
was ist mit mädchen, wie mir, die irgendwie klar kommen und doch nicht wissen wohin mit sich selbst, die immer wieder hin und hergerissen sind vom lebens- und vom todestrieb. wir leben zwar, aber doch halten wir so viel in uns fest, zeigen niemandem, was uns bewegt.
ich bin ein krüppel, nicht in der lage zu fühlen wie der großteil der menschheit. ich lasse die extremen negativen gefühle nicht zu, kann sie nicht zulassen. vielleicht bin ich deshalb nicht in der lage, empathie oder glück zu empfinden.
was ist, wenn uns etwas grundlegendes fehlt? wenn unser kopf gefüllt war von krankhaften illusonen, während eigentlich wichtige kognitive strukturen und unsere identität gebildet werden sollten?
ich werde herausfinden, wie kaputt ich bin, wie viel mir fehlt, wie viel verloren gegangen ist.
kuba, chile, argentinien. wenn ich danach nicht an mir selbst gewachsen bin, gebe ich mich auf.
Mittwoch, 27. Februar 2013
tell them I was happy and my heart is broken
I remember years ago,
someone told me I should take
caution when it comes to love,
I did.
(Shontelle - Impossible)
ich habe mich verändert. aber vielleicht tun wir das auch alle, ständig, in jedem moment unseres lebens. werden ein stück weniger unseres alten selbst und ein stück mehr ich.
ich mache gerade mein abitur, habe nur noch unglaubliche 17 tage schule vor mir, vor den großen prüfungen, vor der reifeprüfung. und danach? bauchschmerzen plagen mich, aber wen schon nicht.
ich weiß nicht genau wie, aber ich überstehe die tage, lebe vielleicht auch manche. mit starken schultern neben mir, mit tiefen blicken, die doch nichts von mir wissen.
er fragt nicht. er schweigt und genießt, denn es geht um das gefühl dabei. kein wort hat seine lippen verlassen, das mich auf meine narben anspricht, auf mein essverhalten, auf meine vergangenheit. ob das gut ist oder nicht, weiß ich nicht. ich würde ihm gern so vieles anvertrauen. aber wie? die methode fehlt mir.
ich weiß nicht, ob ich echt bin, ob ich ich selbst bin, wenn ich mit quitschender stimme neben ihm liege und alles um mich herum vergesse oder aber, wenn ich mit schwerer seele nachdenke über all das, was passieren könnte, passiert ist.
es würde so gut passen.
es wäre gut.
die vorraussetzungen wären erfüllt.
aber sobald ich einige zeit mit jemandem verbracht habe, 'langweilt' er mich, verliert irgendwie seinen reiz. spätestens nach dem ersten gemeinsamen mal, wird er zu einem spielzeug, das für mich da ist, wenn ich es will. gegenseitigkeit ist mir fremd, empathie noch viel fremder.
es ist komisch, so über sich selbst zu reden, so kalt, so unnerreichbar.
während ich das schreibe, steigt mir 'dark temptation' in die nase, sein deo, sein geruch. die letzte nacht haftet an mir und zweifel kommen auf.
ich bin seine erste freundin, ich dürfte es ihm niemals antun, ihn einfach wieder fallen zu lassen. er wird 19, ich werde 20, zwei tage zuvor. wir werden unser abitur zusammen machen und wir werden auf dem abiball zusammen tanzen.
ich bin keine bulimikerin mehr. endlich nicht mehr.
dafür zwinge ich mir jetzt jeden bissen einzeln rein, betrete die waage nicht mehr, esse nur weiter, wenn mein bauch nicht schon zu weit heraus steht, wenn mein magen nicht zu gefüllt ist.
Sonntag, 20. Januar 2013
gedankenfetzen
es gibt die einen - und die anderen.
die einen sind alle diese, die es schaffen, ihre fesseln zu lösen, ob es ist, weil sie früh genug kompetente hilfe bekommen haben oder aber, weil es sich 'ausgewachsen' hat, ist dabei vielleicht nicht wichtig. es sind diese, die es schaffen, ein leben zu leben.
die anderen sind jene, deren schiff niemals wieder den heimathafen erreichen wird, die gefangen sind auf hoher see, mit unrdurchdringbaren bergen von wellen, die überflutet werden, deren SOS nicht das rettende ufer erreicht. selbst bei ruhiger see ist 'kein land in sicht', sondern immer bloß 'ein mann über bord'.
sich ständig anders fühlen und im grunde nicht zu wissen, wieso. auf der flucht sein vor sich selbst und dabei die zeit aus den augen zu verlieren.
ich finde keine worte, weil ich sie alle schon verwendet habe, um zu erklären, was los ist, was nicht stimmt, was normalität ist. ich wiederhole mich durchgehend, obwohl es sich so gleich und so fremd anfühlt, so neu und so gewohnt, als würde es mir gerade erst auffallen, als wäre ich nicht schon die letzten jahre damit beschäftigt gewesen, irgendwie damit klar zu kommen.
ich komme nicht damit klar. aber das wissen sie nicht. das weiß niemand.
sich fühlen, wie neu geboren. dafür müsste man erst sterben.
der mut fehlt mir, der mut.
ich würde gerne in eine klinik gehen nach dem abi, doch dafür habe ich keine zeit. die hat mich nämlich nicht bloß überholt, sondern bereits überrundet.
ich bin verzweifelt. in meinem kopf rauscht es, gedanken, die ich nicht mehr los werde. was, wenn du einfach einen suizidversuch machst, bloß, um sofort ruhe zu bekommen, um sofort in eine klinik zu kommen, um alles zu umgehen, um endlich hilfe zu haben? ich finde einfach keinen weg.
und ich kann nicht mehr.
Mittwoch, 16. Januar 2013
angst-ridden
stress macht einen anderen menschen aus mir, engt mich ein, lässt mich brodeln im innern. genau dann, wenn ich keine einzige sekunde übrig habe, fange ich an zu essen und höre nicht mehr auf, bis ich beinahe platze.
seit dem ist nicht bloß meine gefühlswelt leer, sondern auch noch mein kopf. seit stunden halte ich mich mit den unwichtigsten sachen auf, nur um die dinge, die wirklich erledigt werden sollten, zu umgehen. ich werde morgen meine mündliche abiturprüfung simulieren müssen, thema molekulare genetik. ich habe so angst davor, es nicht zu schaffen, die erwartungen nicht zu erfüllen, mich vor dem kompletten kurs zu blamieren. obwohl ich weiß, dass ich das gröbste können müsste, obwohl ich weiß, dass es auf nichts ankommt, obwohl ich weiß, dass es so viel schlimmeres gibt, obwohl ich weiß, dass sie uns damit helfen, uns vorbereiten wollen, existiert in meiner vorstellungswelt gerade nichts schrecklicheres, als diese prüfung.
mir ist so kalt und ich habe bauchschmerzen. und ich halte mich selbst vom schlafen ab, weil ich mir dann einreden kann, ich müsste nicht zur schule.
kann kaum mehr denken, bin gelähmt von der leere, eingesperrt von den fesseln meiner selbst, finde keinen ausweg, kein ventil, das irgendetwas aufwerten könnte. weiß nicht wohin, außer zurück. muss gezwungen werden zu allem und meide jeden.
habe gestern nochmal die therapeutin angerufen und hoffe doch wohl vergeblich auf eine antwort, werde zurück geworfen zu den fragen.
was ist nur falsch gelaufen mit mir?
Montag, 14. Januar 2013
as I am
heute ist ihr letzter abend, heute wird sie uns verlassen, weil sie ihr abitur nicht packt, weil die punkte nicht reichen. weil wir seit zwei einhalb jahren paffen und sonst nichts tun.
während die anderen trauern, weinen, sitze ich bloß hier und weiß nicht recht, welches gefühl angemessen wäre, welche gedanken tragbar sind. kann nicht ausdrücken, was in mir ist, weil nichts da ist. keine trauer, keine freude, obwohl vielleicht beides angebracht wäre, beachtet man, was sie mir die letzten jahre angetan hat. wir waren die besten freundinnen, die man sich vorstellen kann. dann hat sie mich ersetzt, ohne vorwarnung, während ich anfang 2011 in der klinik war und ums überleben gekämpft habe. ich kam wieder - und es war kein platz mehr für mich. so ging es weiter, auf und ab. aus sieben mädels wurden fünf. dann vier und ich, dann zwei und drei. dann drei und zwei, dann irgendwann wieder fünf. und ab heute schließlich nur noch vier.
ich weiß, wie es ablaufen wird. sie werden alle weinen, sie werden sie alle vermissen. und ich werde wieder einmal bloß teilnahmslos daneben sitzen, während mir mein verstand vermittelt, dass ich traurig sein sollte, während meine augen sich anstrengen, doch ein paar krokodilstränen heraus zu drücken. irgendwann werde ich meinen arm um eine von ihnen legen und ihre haare küssen, einfach um ihr das gefühl zu geben, dass sie nicht alleine ist, dass ich sie verstehe und um vorzugeben, ich wäre wirklich betroffen.
ich glaube nicht, dass ich auch nur noch eine einzige 'freundin' hätte, wäre ich nicht teil dieses Clans, dieses systems, das sich immer nur um sich selbst dreht, ohne auch nur in erwägung zu ziehen, jemand anderem raum zu geben.
"wie viel raucht ihr eigentlich?"
"nur am wochenende." jeden tag mehrere tüten.
"und wie lange schon?"
"so seit nem jahr?" seit zwei einhalb jahren.
"naja, da kann ich dir nur sagen, dass die jungs viel mehr rauchen als ihr." hahaha.
selbstdiagnosen sind toll. daran kann ich mich immer wieder erfreuen. wie wäre es zum beispiel mal mit der schizoiden persönlichkeitsstörung in kombination mit der borderline persönlichkeitsstörung? traumhaft.
auf in den kampf!
Montag, 7. Januar 2013
Mirror on the wall, here we are again
You lookin' at me, but I'm lookin' through you
I see the blood in your eyes
I see the love in disguise
I see the pain hidden in your pride
I see you're not satisfied
And I don't see nobody else
I see myself
(Lil Wayne ft. Bruno Mars - Mirror)
es ist kein rückschlag, es ist ein rückschritt, ein zustand. kein "hey, morgen wird es wieder besser", kein "nach dem abi geht das leben erst richtig los". ich verfluche jeden morgen und hoffe jeden abend, einfach nicht mehr aufzuwachen. es ist nicht bloß, als hätte ich keine lust, es ist so viel mehr Nichts.
heute morgen sagt eine lehrerin, wir hätten unser ganzes leben noch vor uns, es wäre toll, wir sollten uns freuen. in mir zieht sich alles zusammen, zu einem festen knäuel, von dem ich weder anfang noch ende finden kann und es auch gar nicht erst versuche. tränen schießen mir in die augen, weil ich mit jedem atemzug merke, dass mit mir etwas nicht stimmt, nicht so läuft, wie es sollte, dass ich anders bin. nicht anders besonders, viel eher anders unpassend, störend, kaputt?
ich will mein leben nicht. ich will keine neuen erfahrungen machen, keinen neuen menschen begegnen, meine fähigkeiten nicht unter beweis stellen, nicht verantwortlicher für mich selbst sein, als ich es jetzt bin.
es ist so anstrengend jeden neuen tag in angriff zu nehmen und gleichzeitig immer gegen die gedanken kämpfen zu müssen, das alles eigentlich nicht zu wollen und nie gewollt zu haben.
man sagte mir einmal, sie hätten mir mein leben gerettet. das haben sie nicht. sie haben mich zurück auf diese welt geholt, haben mich mit medikamenten betäubt, damit ich so angepasst war, dass ich ansatzweise in der welt zurecht kam. gerettet haben sie mich nicht. nicht ein einziges mal, bei all ihren versuchen.
ich glaube mittlerweile, dass es menschen gibt, die nicht dafür gemacht worden sind, auf dieser erde zu verweilen. wenn doch jede minute eine qual ist, wenn doch jeder schöne moment, jedes gefühl, überschattet wird, von dem dringenden verlangen, den löffel abzugeben oder einfach so lange bewegungslos und stumm zu verharren, bis meine organe ihre funktion einstellen.
ich schaffe es nicht, noch 50, 60, 70 jahre auf meinen tod zu warten, ihn herbei zu sehnen und mich bis dahin jede sekunde zu zwingen, das leben auszuhalten, einfach zu warten, bis es zu ende geht. und ich finde keine motivation irgendetwas zu tun, weil doch alles sinnlos ist.
früher dachte ich immer, es gäbe diesen einen menschen, der mir nur in die augen zu schauen braucht und versteht, mich kennt und mein leben wertvoll macht. ich habe diese chance, aber ich kann sie nicht annehmen. nach einem tag nähe brauche ich eine ganze woche alleine, zum kompensieren, zum durchatmen. selbst ein treffen in der woche engt mich ein, bringt mich zum verzweifeln. ich verletze ihn so sehr damit, ich weiß es. mit meinem schweigen, meinem verhalten, meinem plötzlich durchbrechenden negativen teil, meiner herzlosen kälte, gleichgültigkeit.
aber im grunde genommen, ist mir auch das verdammt egal.
Donnerstag, 3. Januar 2013
I'm so sorry for what I've become
und schon wieder diese zeilen. es fühlt sich an, wie nach hause kommen, fallen lassen, in die dunkelheit, die tiefe, die abgründe.
If ever your will starts crashing down
Whenever your will starts crashing down
Whenever your will starts crashing down
That's when you find me.
Whenever your will starts crashing down
Whenever your will starts crashing down
That's when you find me.
der wille fehlt mir. der wille die dinge in die hand zu nehmen, dem übel ins auge zu blicken. ich schaffe es nicht. ich bin so müde davon müde zu sein, schwimme in der melancholie und werde zu boden gerissen von der trauer, verharre dort unten, ohne sauerstoff zu bekommen. erreiche ich die rettende meeresoberfläche, dauert es nicht lange und ich werde wieder nach unten gezogen. keine kraft mehr!
meine ausdauer reiht nicht aus, um mich lange genug oben zu halten, muss um jede sekunde kämpfen.
ich versuche es. ja, das tue ich wirklich. und doch ist es scheinbar sinnlos. wenn ich mich aufraffe, wenn ich es schaffe, mich aus dem bett zu bewegen, wenn ich es schaffe, in kontakt zu treten mit anderen, dann immer nur widerwillig. egal wie viel spaß (objektiv) ich habe, das bedürfnis sofort zu flüchten, die beine in die hand zu nehmen und zurück zu rennen, zu vermeiden (subjektiv) nagt an mir. jede einzelne zelle meines körpers wehrt sich, dort zu sein alles, was ich in jedem moment meines lebens, meines alltags will, ist bloß, in meinem bett zu liegen. außer ich betäube mich mit so viel alkohol und gras, dass ich den moment nicht erlebe und am nächsten tag im grunde genommen gar nichts mehr weiß - und auch gar nichts mehr kann. ich muss mich zwingen zu allem und will doch eigentlich einfach nur nichts.
es sind nun schon fünf jahre. fünf jahre, in denen ich so viel leisten musste, so hart gekämpft habe.
ich habe vor drei jahren, 2010, das erste mal therapeutische hilfe angenommen. und auch nach diesen drei jahren werde ich dieses jahr, 2013, wieder therapeutische hilfe annehmen müssen. bis zum heutigen tage habe ich viele male versucht, der depression und der essstörung zu entfliehen. bis zum heutigen tage habe ich es nicht geschafft.
ich bin so enttäuscht von mir selbst. weil ich weiß, dass ich so anders sein könnte, so viel, viel besser. ich trage so viel in mir, ich weiß es doch. ich fehle mir selbst so sehr und weiß nicht einmal, wer ich bin. ich habe angst, dass ich mir alles kaputt gemacht habe, habe angst, dass ich es wirklich verbaut habe, dass mir was fehlt. der teil, der leben will.
ich weiß nicht, wie lange ich das noch schaffe, ich weiß nicht, wie oft ich es noch aushalte, machtlos zu sein, hilflos zu sein. wie viele stunden, tage, wochen, monate werde ich mich immer wieder fesseln lassen von der depression?
was, wenn es nie aufhört?
nie,
ich kann nicht mein leben lang ums überleben kämpfen. das kann ich einfach nicht.
| mein selbst gekochtes weihnachtsessen |
Montag, 17. Dezember 2012
traumkäfig
What's wrong with me,
why not understand and see?
I never saw what you saw in me.
keep my eyes open, my lips sealed,
my heart closed and my eyes peeled
Welcome to the inner workings of my mind,
so dark and foul I can't disguise,
can't disguise.
I never saw what you saw in me.
keep my eyes open, my lips sealed,
my heart closed and my eyes peeled
Welcome to the inner workings of my mind,
so dark and foul I can't disguise,
can't disguise.
Nights like this, I become afraid
of the darkness in my heart.
of the darkness in my heart.
Hurricane
(MS MR - Hurricane)
und irgendwie ist es seltsam, darauf angesprochen zu werden, dass ich zugreifen, ja, essen solle. es war so lange anders heruem, es war so lange umgekehrt. ich konnte nicht nein sagen zum essen, heute werde ich darum gebeten ja zu sagen. und ich sage ja. zu einem latte macchiato, drei knäckebrot, einem kleinen teller suppe, einem brötchen, einer halben banane, zwei stücken schokolade und fünf bonbons.
ist das zu wenig?
ich habe die orientierung verloren, esse selten warm. wirklich selten.
ich war heute auf der waage, ich habe der zahl ins auge geblickt.
10 kilo mehr, als vor einem jahr. und damals hat es niemanden gestört, wieso kommen also jetzt die kommentare?
bin verwirrt und zu dicht, um meine gedanken zu ende denken zu können.
würde gerne einfach drauf los schreiben, einfach drauf los reden, aber kann es nicht. wie immer.
esse objektiv wenig und subjektiv viel, passe in sachen rein, die wieder zu klein waren.
aber die zahl auf der waage sinkt nicht, egal, wie sehr ich es versuche.
wenn ich reden würde, wenn ich mich auf all das einlassen würde, auf all den schmerz, den hass, die traurigkeit, die leere, der nebel, die sehnsucht nach ruhe, die da ganz tief unten auf mich warten, könnte ich für nichts mehr garantieren. das rauchen hilft mir auf eine besondere weise: es schleudert mich aus dem leben, es lässt mich nichts als leere im kopf haben, es lässt keine klaren gedanken zu. die zeit verschwimmt, die erinnerung daran verblasst.
aber wenn man es übertreibt, ist man nicht einmal mehr in der lage, vernünftig im unterricht mitzuarbieten, schämt sich, weil man nach worten ringen muss, weil die synapsen nicht mehr ganz so schnell funktionieren, wie sie es sollten.
das jahr zieht vorbei, ohne, dass ich es wahrgenommen hätte. einzelne situationen sind in meiner erinnerung vorhanden, viele einfach ausgelöscht.
ich würde gerne aufhören, aber ich habe so große angst, vor dem, was dann auf mich zu kommt.
gefangen in einem traum, der nie zu enden scheint.
___________
ich habe heute übrigens 15 psychologinnen angerufen und bin einmal durch gekommen. ich soll mich mitte januar wieder melden.
wow.
Montag, 10. Dezember 2012
I gave away more than I had
Heaven doesn't seem far away.
A drop in the ocean,
A change in the weather,
I was praying that you and me might end up together.
It's like wishing for rain as I stand in the desert.
(Ron Pope - Drop in the ocean)
fühle mich überfordert von den stunden und genervt von den sekunden, finde keinen weg nach draußen, kein wort, was ausdrücken könnte, was ich fühle. bin zurückversetzt in zeiten, in denen es keine hoffnung für mich gab und ebenso wenig eine zukunft. ich möchte zurück in diese zeit, in der es egal war, was ich tat oder nicht, in der nichts wirklich zählte, weil nichts von bestand war und mich alles überlebt hätte.
habe, um diesen tag zu überstehen, konsumiert, gefressen, gebrochen und geschnitten. sitze hier, spüre den pulsierenden schmerz in meinem bein, mit verschleiertem blick, irgendwie eher abwesend als anwesend, weiß nicht, was ich euch mitteilen will geschweige denn, was ich los werden sollte. frage mich bloß, wieso es vor zwei jahren nicht geklappt hat, warum es zu wenige tabletten waren, warum meine leber, mein gesamter körper gekämpft haben, psychisch hatte ich schon längst aufgegeben.
weiß noch viel weniger, wieso dieser einbruch gerade jetzt kommt und was verdammt ich dagegen tun soll, um morgen drei stunden bio klausur hinter mich bringen zu können. wie wäre es mit lernen? das wäre allerdings eine idee, zu deren umsetzung ich nicht mehr in der lage bin. starre still auf den bildschirm, ziehe mir jedes wort einzeln aus dem kopf heraus. ohne sinn und zusammenhang, ohne rechtschreibung und grammatik. stoppe nicht bloß zwischen den sätzen, sondern zwischen jedem neuen wort. fühle mich mehr als fehl am platz, wie ein baum, dem die wurzeln fehlen, der schwankt bei jedem kleinen windhauch.
ich kann mir nicht selbst helfen, kann nicht gleichzeitig ums überleben kämpfen und mich an den haaren aus dem sumpf ziehen, darf nicht panisch werden, weil es mir schon bis zum hals reicht, muss stark bleiben, einen ausweg finden, eine helfende hand ergreifen. aber es gibt keine helfenden hände, keine medikamente, die meinen druck lindern würden, keine menschenseele, der ich anvertrauen könnte, was in mir tobt. müsste in der lage sein, zu kommunizieren, anstatt zu flüchten, die initiative zu ergreifen, mir hilfe zu holen, anstatt abzuwarten, dass die welt mich verändert. aber ich kann es nicht.
kriege zu wenig sauerstoff, kann meine lungen nicht füllen, kann mein herz nicht antreiben.
kann mir selbst keinen arschtritt geben.
angst vor mir und dem leben bestimmt mein sein.
Donnerstag, 6. Dezember 2012
all these rainy days are getting on.
ist es normal, kaum noch etwas zu fühlen, außer dem bedürfnis, allein zu sein, während pläne geschmiedet werden, in die ich sogar eingeplant bin?
ich bin nicht mehr bloß gefühlskalt, sondern bereits annähernd emotionslos, empfinde weder trauer, noch freude. bin überfordert von dem nichts, das nur manchmal von aggression durchbrochen wird. und wut.
schon beim ersten blick in den spiegel, rinnen mir tränen über's gesicht. nicht etwa, weil ich so 'hässlich' oder 'fett' bin, sondern weil alles wieder zu viel zu werden scheint. die beiden anderen attribute habe ich mittlerweile verinnerlicht, lasse keine (wahres) wort an mich ran, denke, statt zu reden oder zu handeln.
"wenn ich bei dir bin, merke ich jedes mal aufs neue, dass nachdenken in einer beziehung keinen sinn hat."
"wieso?"
"weil es perfekt ist, wenn ich bei dir bin. dann ist mir alles egal."
ich kann nicht antworten, ich kann es nicht. er gibt mir nähe, fürsorge, wärme. all das, was ich so dringend brauche. aber auch mit ihm kann ich nicht reden, kann ihm nicht vertrauen. viel mehr habe ich jedes mal aufs neue angst, wenn er spontan vorbei kommt. er würde mir nichts tun, was ich nicht will, es geht eher darum, dass ich nicht weiß, wie ich mich verhalten soll, was ich sagen soll, ob ich lustig, unterhaltsam und einfach genug bin. niemals, niemals würde ich von mir aus sagen, dass ich ihn sehen will, niemals würde er ein gegenkompliment von mir bekommen, denn da ist dieses schwarze loch, welches alle positiven reaktionen sofort als nichtig und abwertend, als gelogen und geheuchelt abstempelt.
es ging mir nicht gut, die letzten tage und ich hatte mir vorgenommen, ihm davon zu erzählen, vielleicht eine neue sichtweise zu erkennen. stattdessen bleibt mein mund geschlossen, während sich die sätze in meinem kopf formen.
manchmal, da weiß ich nicht, was ich ausgesprochen und was ich für mich behalten habe, denn es fühlt sich beides so gleich an. manchmal, da habe ich ganze gespräche in meinem kopf, wie es laufen könnte, was ich sagen könnte.
doch dann fällt mir immer und immer wieder auf, dass es nicht real ist, sondern in meiner persönlichen wirklichkeit gefangen bleibt.
Freitag, 30. November 2012
dress in good conscience
manchmal, da fällt einem auf, dass man sich selbst belügt, dass man nur so tut, als ob.
wenn ich sage "es geht mir gut.", dann stimmt das nicht komplett, dann ist da immer noch dieser nagende teil in mir, der mich dazu bringt, viel zu wenig zu essen, viel zu sehr an schönheitsidealen hängen zu bleiben, die in wahrheit keine sind.
stattdessen passt viel eher der ausdruck "ich komme zurecht.", denn das entspricht der wahrheit. es gibt immer noch viel zu oft momente, in denen ich mir wünsche, wieder das klapperdürre skelett zu sein, das ich war. ich erkenne es jetzt und doch strebe ich diesen dämmer zustand immer noch an. nicht wie damals, durch fasten und tägliche brech eskapaden. es ist vielmehr ein unbewusster prozess. ich esse. ich esse auch "hoch kalorische lebensmittel", schoki, chips, käse, popcorn. und doch ist es täglich so wenig, dass ich stetig abnehme. langsam, aber doch merklich.
ich wiege mich nicht mehr, ich schaue nicht mehr stundenlang in den spiegel, aber ich merke, dass mir plötzlich wieder sachen passen, die zu klein geworden waren, dass meine schulterknochen wieder hervortreten und auch, dass die lücke zwischen meinen beinen vorhanden ist und größer wird.
ich bin weder eine bulimikerin, noch eine magersüchtige. und trotzdem bin ich essgestört.
auch die depression ist weiter anwesend, sitzt irgendwo im hintertürchen. sie flüstert mir keine sätze mehr ins ohr von der sinn-, trost- und motivationslosigkeit. sie lässt es mich bloß merken, dass sie mich nicht verlassen hat, hemmt mich in sozialen kontakten, lässt mich angst haben vor der welt und macht jeden tagesbeginn zur herausforderung.
mein leben ist ein kampf gegen mich selbst. und immer wieder fällt mir auf, dass ich es nicht mag, zu leben.
ich sitze vor meinem hausarzt, habe eine akute rachenentzündung und bereits medikamente verschrieben bekommen. er fragt mich nach meinem essverhalten, danach, wie ich klar komme, was ich vorhabe nach meinem abitur und ob ich externe kontrollen meines gewichtes habe. er fragt mich, ob ich therapeutische hilfe in anspruch nehme und wie ich es geschafft habe, aus der essstörung zu finden. ich beantworte alle fragen, mehr oder weniger detailliert, mehr oder weniger positiv gestimmt. doch ich mag ihn und habe trotzdem großen respekt vor ihm und seiner arbeit, nur dieser eine satz, bringt mich wiederum aus meinem inneren gleichgewicht:
"sie sehen gut as, haben eine richtig schöne figur bekommen."
in meinem kopf beginnt es zu rattern und zu rasen. ich will noch immer nicht gut und gesund aussehen, will wieder krank sein, dem leben aus dem weg gehen. aber es gibt keinen weg daran vorbei.
jetzt, hier, fällt mir ein weiterer satz ein, von ende 2010:
"wenn es so weiter geht, wenn sie weiter keine hilfe annehmen, dann bleibt ihnen nur noch der suizid."
meine antwort darauf? ein starrer blick, ein kopfnicken, ein klares "ja."
Sonntag, 4. November 2012
nicht nur ich selbst, sondern die ganze welt inklusive meiner damaligen therapeutin, hat mir nicht mehr zugetraut, überhaupt irgendwann wieder zur schule zu gehen.
jetzt bin ich hier, weniger vom abitur entfernt, als jemals zuvor und der druck und die panik steigen wieder.
zukunftsperspektiven schaffen. - wie soll das gehen, wenn das eigene leben doch weder perspektiven, noch eine zukunft birgt?
ich weiß, dass ich weg muss. weg aus meiner heimatstadt, meiner gewohnten umgebung. ich weiß einfach, dass ich es machen muss.
ich hatte schon einmal vor, für ein high school jahr in die USA zu gehen, habe es allerdings auf grund meines ex freundes, kurzfristig wieder abgesagt.
jetzt steht der plan, die alternative zu einem besseren leben: ich werde nach südamerika gehen.
Mexico City -> Costa Rica -> Kolumbien -> Brasilien -> Argentinien
es ist in planung, nichts steht fest. aber die idee, die hat sich in mir festgesetzt.
genauso, wie eine andere idee. einen psychologie- oder medizinstudiumsplatz auf normalem wege in deutschland zu bekommen, ist mit meinem schnitt und ohne wartesemester, wohl nicht möglich. daher habe ich überlegt, bei der bundeswehr medizin zu studieren. dafür muss man sich allerdings für 17 jahre verpflichten und auch an auslandseinsätzen in krisengebieten teilnehmen.
fragen über fragen, die mich zurück werfen, wieder versteinern, einfrieren.
gedanklich überzeuge ich mich gerade selbst, dass es der richtige weg ist, körperlich werde ich unbewusst immer weniger und weniger, eine methode, die verantweortung abzugeben.
es ist schwierig, dieses leben.
Montag, 8. Oktober 2012
(to) obey - gehorchen
top - camdenlock market, London,
jacke - (abgeschnitten) H&M
uhr - Fossil
hose - review
strumpfhose - H&M
schuhe - Adidas
tagelang habe ich es nicht aus dem bett geschafft, bloß geschlafen,
gefressen und gekifft. ein teufelskreis, der die gedanken nie ruhen
lässt, der mich unendlich müde und kraftlos macht. und wenn ich es dann
doch schaffe, aus dem bett zu kriechen, tue ich alles, damit mir niemand
ansieht, was ich mir antue.
gehorchen, mehr nicht.
ja, ich gehorche: der depression, der magersucht, der bulimie.
und wieder bin ich fett, fett, fett. ekelerregend.
ich wundere mich darüber, dass mir die hose wieder passt, denn das tat sie lange zeit nicht. sie kneift noch ein wenig beim sitzen, aber ich bin wenigstens in der lage, mein fett hinein zu quetschen.
blicke, die mich verfolgen. ein alter sack, ein assozialer ausländer. mal fühle ich mich so dick, dass es mich wundert, dass ich sie nicht anrempele, bei dem versuch, unsichtbar an ihnen vorbei zu gelangen und manchmal fühle ich mich so dünn, dass ich denke, ihnen eigentlich gar nicht aufzufallen.
dabei sehe ich doch, dass ich abgenommen habe. nur die waage, die sieht das ganz anders.
Freitag, 5. Oktober 2012
at night we're waking up the neighbours, while we sing away the blues...
(Emelie Sandé - Read all about it Part III)
umgeben
von menschen, die ich liebe, die mich lieben - und doch so allein.
während
die anderen lachen und spaß haben, fühle ich mich, als wäre ich
gar nicht da. ich bewege meine mundwinkel im richtigen augenblick
nach oben, ich gebe antworten auf spärliche fragen, doch ich bin
nicht wirklich dabei, habe eher das gefühl eines außenstehenden
beobachters. es fällt mir zunehmend schwerer, soziale kontakte zu
pflegen. beachtet man, dass ich ebenso wenig neue menschen
kennenlernen kann/möchte/werde, bin ich wohl bald hier ganz allein.
ich verliere nicht nur mich selbst, sondern auch alle anderen um mich
herum. aber wie sollen sie mir auch helfen, mich stützen, wenn ich
doch kein wort sage, über das, was mich bedrückt und darüber, dass
die krankheit wiederkehrt?
manchmal
kommt ein gefühl in mir auf, dass ich nicht in worte fassen kann. es
ist schwere und leere gleichzeitig, der wille voran zu kommen und der
wille so schnell wie möglich zu flüchten. meie gedanken und mein
körper wehren sich gegen die stimme der vernunft, die eigentlich
weiß, was zu tun ist. auch die
magersucht weiß, was zu tun ist. ich komme an einen punkt, an dem
ich noch nie war. nicht die bulimie bringt mir die zweifel, nein, es
ist die unfähigkeit zu essen. ich kann es einfach nicht mehr. mir
wird schlecht nach wenigen bissen, ich bekomme magenschmerzen nach
wenigen kalorien. ich habe nicht einmal mehr appetit und innerlich
feiert die essstörung eine exzessive party, feiert sich selbst und
mich, weil ich mich ihr untergebe, ohne an eine andere möglichkeit
auch nur zu denken. nein, tief in mir drin, freut sich ein teil
meiner selbst sogar darüber. die anorexie ist in meiner gedankenwelt
immer noch so viel positiver sanktioniert, als ein gesunder körper,
als eine gesunde psyche, als der blick in die zukunft.
und
auch, wenn ich noch so viel darüber weiß, ich kann nichts
verändern. vielleicht liegt es auch daran, dass ich so viel darüber
weiß. ich habe das wissen, was die krankheit ist und auch, wie man
dagegen angeht. eigentlich weiß ich ganz genau, was zu tun ist..
ich will nicht mit mitte 20 immer noch hier
sitzen und über mein leben schreiben, als wäre ich selbst eine
schlechte romanfigur, die auf ein happy end wartet, das nie eintreten
wird. aber vielleicht ist das meine bestimmung, vielleicht muss es so
sein. wenn mir doch nur jemand die
verantwortung nehmen könnte über mich und meine zukunft. über mein
leben. jemand, der mich an die hand nimmt, wie ein kleines kind, denn
das bin ich immer noch irgendwo. noch lange bin ich nicht so
erwachsen, wie ich wirke, wie ich vielleicht auch sein sollte, mit
neunzehn einhalb jahren auf dem buckel.
ich weiß nicht, wie es weitergeht, kämpfe mich durch die tage, versuche sie durchzustehen und meine aufgaben zu erfüllen, um dann irgendwann bloß stundenweise schlafen zu dürfen.
ich weiß nicht, wie es weitergeht, kämpfe mich durch die tage, versuche sie durchzustehen und meine aufgaben zu erfüllen, um dann irgendwann bloß stundenweise schlafen zu dürfen.
Samstag, 29. September 2012
relive your darkest moments
Regrets collect like old friends
Here to relive your darkest moments
I can see no way, I can see no way
And all of the ghouls come out to play
And every demon wants his pound of flesh
But I like to keep some things to myself
I like to keep my issues drawn
It's always darkest before the dawn
And I've been a fool and I've been blind
I can never leave the past behind
I can see no way, I can see no way
Here to relive your darkest moments
I can see no way, I can see no way
And all of the ghouls come out to play
And every demon wants his pound of flesh
But I like to keep some things to myself
I like to keep my issues drawn
It's always darkest before the dawn
And I've been a fool and I've been blind
I can never leave the past behind
I can see no way, I can see no way
(Florence and the Machine - Shake it out)
irgendwie macht das alles einen sinn.
Rezidivierende Episoden, F 33.1: Saisonal depressive Störung / Saisonal affektive Depression (SAD)
es ist ein muster, zusammengelegt aus scherben, einzelteilen. immer wieder werde ich gepackt und gelähmt von der depression, die mich zwingt, zu sein, wie mein verstand nicht sein will: traurig, unmotiviert, müde, überfordert, angestrengt. todessehnend.
es geht mir nicht gut, wirklich nicht. aber es ist erst der anfang, der beginn der spiele. wer siegt und wer verliert steht noch nicht geschrieben.
ich weiß nicht, wie viele minuten vergangen sind. noch immer sitze ich im auto, an dieser verlassenen straße. sie ist dunkel, um mich herum scheint alles eingeschlafen zu sein, alles, außer mir.
ich atme. ich will luft holen, doch es fühlt sich an, als entspanne sich meine lunge nicht mehr, als bleibe die spannung, der druck vorhanden, auch wenn ich alle luft aus meinen lungen presse. es fühlt sich an, als bekäme ich nicht genug luft. mein herz beginnt zu schlagen, klopft warnend in meinem kopf.
"jetzt oder nie. steig aus, spring aus dem gebüsch vor ein vorbeifahrendes auto, aber tu's einfach endlich." YIRUMA - A RIVER FLOWS IN YOU klingt aus den lautsprechern. ich schaue panisch aus jedem fenster, habe das gefühl, hier nicht mehr alleine zu sein. doch ich bin es. komplett abgeschottet von der außenwelt, niemand weiß, dass ich hier bin. niemand.
ich werde ruhig, konzentriere mich auf meine atmung, kann nicht mehr richtig denken, fühle nur noch diesen käfig um meinen brustkorb, der es mir nicht erlaubt, mich zu bewegen. still laufen erste tränen meine wange hinunter. 'und was, wenn es nie aufhört?' ein strom von emotionen überwältigt mich, lässt mich erzittern, macht mich taub und stumm.
ich weiß, dass es wieder kommt. ich merke es, an den vorboten, den nebeneffekten. ich isoliere mich beinahe komplett. an diesem punkt sollte mein verstand einsetzen, mich dazu bringen, mir hilfe zu suchen, aber, wie jedes mal zuvor, bin ich über die grenze geschritten, bin bereits zu weit drin, als dass ich diesen zustand von mir aus wieder los werden wollen würde.
ich habe keine ahnung, ob mich irgendjemand von euch da draußen versteht, aber ich versuche, es euch zu erklären: sobald meine depression eine bestimmte stärke erreicht hat, bin ich so sehr davon eingenommen, dass mir jeder versuch, mich jemandem mitzuteilen, um hilfe zu bitten, misslingt. er wird im keim erstickt, beiseite geschoben, denn wenn ich depressiv bin, fühle ich mich wohl in der depression. natürlich ist sie gleichzeitig auch das aller schlimmste der welt für mich, doch das sehe ich nicht. ich weiß es. vom kopf her, ja. ich weiß, dass ich sport machen sollte, mich draußen in der natur aufhalten sollte, mir eine lichttherapielampe kaufen sollte. ich weiß das alles, aber ich kann mich selbst dazu nicht bewegen, bin nicht mehr herr über mich selbst, bin zu unmotiviert, irgendetwas zu tun. und außerdem würde das bedeuten, dass es mir bald vielleicht besser geht. tut mir leid, das ist leider nicht mit meiner depression zu vereinbaren.


Rezidivierende Episoden, F 33.1: Saisonal depressive Störung / Saisonal affektive Depression (SAD)
es ist ein muster, zusammengelegt aus scherben, einzelteilen. immer wieder werde ich gepackt und gelähmt von der depression, die mich zwingt, zu sein, wie mein verstand nicht sein will: traurig, unmotiviert, müde, überfordert, angestrengt. todessehnend.
es geht mir nicht gut, wirklich nicht. aber es ist erst der anfang, der beginn der spiele. wer siegt und wer verliert steht noch nicht geschrieben.
ich weiß nicht, wie viele minuten vergangen sind. noch immer sitze ich im auto, an dieser verlassenen straße. sie ist dunkel, um mich herum scheint alles eingeschlafen zu sein, alles, außer mir.
ich atme. ich will luft holen, doch es fühlt sich an, als entspanne sich meine lunge nicht mehr, als bleibe die spannung, der druck vorhanden, auch wenn ich alle luft aus meinen lungen presse. es fühlt sich an, als bekäme ich nicht genug luft. mein herz beginnt zu schlagen, klopft warnend in meinem kopf.
"jetzt oder nie. steig aus, spring aus dem gebüsch vor ein vorbeifahrendes auto, aber tu's einfach endlich." YIRUMA - A RIVER FLOWS IN YOU klingt aus den lautsprechern. ich schaue panisch aus jedem fenster, habe das gefühl, hier nicht mehr alleine zu sein. doch ich bin es. komplett abgeschottet von der außenwelt, niemand weiß, dass ich hier bin. niemand.
ich werde ruhig, konzentriere mich auf meine atmung, kann nicht mehr richtig denken, fühle nur noch diesen käfig um meinen brustkorb, der es mir nicht erlaubt, mich zu bewegen. still laufen erste tränen meine wange hinunter. 'und was, wenn es nie aufhört?' ein strom von emotionen überwältigt mich, lässt mich erzittern, macht mich taub und stumm.
ich weiß, dass es wieder kommt. ich merke es, an den vorboten, den nebeneffekten. ich isoliere mich beinahe komplett. an diesem punkt sollte mein verstand einsetzen, mich dazu bringen, mir hilfe zu suchen, aber, wie jedes mal zuvor, bin ich über die grenze geschritten, bin bereits zu weit drin, als dass ich diesen zustand von mir aus wieder los werden wollen würde.
ich habe keine ahnung, ob mich irgendjemand von euch da draußen versteht, aber ich versuche, es euch zu erklären: sobald meine depression eine bestimmte stärke erreicht hat, bin ich so sehr davon eingenommen, dass mir jeder versuch, mich jemandem mitzuteilen, um hilfe zu bitten, misslingt. er wird im keim erstickt, beiseite geschoben, denn wenn ich depressiv bin, fühle ich mich wohl in der depression. natürlich ist sie gleichzeitig auch das aller schlimmste der welt für mich, doch das sehe ich nicht. ich weiß es. vom kopf her, ja. ich weiß, dass ich sport machen sollte, mich draußen in der natur aufhalten sollte, mir eine lichttherapielampe kaufen sollte. ich weiß das alles, aber ich kann mich selbst dazu nicht bewegen, bin nicht mehr herr über mich selbst, bin zu unmotiviert, irgendetwas zu tun. und außerdem würde das bedeuten, dass es mir bald vielleicht besser geht. tut mir leid, das ist leider nicht mit meiner depression zu vereinbaren.
Abonnieren
Posts (Atom)






