Donnerstag, 23. Juni 2011

lass mich los

ich beobachte die menschen, die aus dem bahnhofsgebäude strömen, bin auf der suche nach dir. gut siehst du aus. sehr gut. deine haare sind geschnitten worden und der cardigan von h&m steht dir wirklich gut. du steigst ein, ohne einen kuss, ohne eine umarmung. du setzt dich bloß neben mich und wir reden ein paar worte. nichts wichtiges, nur dies und das. über unsere familien zum beispiel.
wir entscheiden uns für die bar celona, du bestellst eine heiße schokolade mit sahne, ich einen kaffee mit süßstoff. wir unterhalten uns über unwichtige dinge, schweigen uns eine weile an, überlegen beide, wie wir das thema ansprechen können und finden doch keine antwort. irgendwann löst sich unser schweigen und die unaussprechlichen sätze finden ihren weg zu uns. es steht fest. ich schaue dich an. blicke in deine meerblauen augen. tränen sammeln sich und du gibst mir deine hand, weil du sagst, du kannst mich nicht weinen sehen. ich nehme sie und die erste träne rollt mein gesicht entlang.
wir wissen beide, dass es die richtige entscheidung ist und doch übermannen uns beide unsere gefühle. du zitterst, ich weine still. es sind längst fällige tränen. tränen der erschöpfung, tränen der hilflosigkeit, tränen der verzweiflung, tränen der entschuldigung, tränen der liebe.
ich möchte dich anfassen, umarmen, küssen, festhalten. möchte deine haut, deine wärme spüren, doch ich weiß, es wäre nicht richtig.
bevor wir ins auto steigen setzen wir uns auf eine treppe vor dem parkhaus, beschwören uns, auf uns selbst aufzupassen. du sagst, du hast angst, denn solange du bei mir warst, hattest du die gewissheit, dass es mir einigermaßen gut geht. du hattest kontrolle über mich, du wusstest, wie es mir geht. du wusstest, dass ich noch lebe, weitermache.
wir fahren schweigend zum bahnhof, steigen beide aus.
wir nehmen uns in den arm. ich weine still dein t-shirt nass, deine wange, deinen hals.
du siehst mich an. wissend. es tut weh, den schmerz in deinem blick zu sehen. du küsst mich ein letztes mal. es ist eine berührung, die ich nie wieder erleben werde. deine stimme bricht beinahe, als du mir sagst: "du wolltest ja, dass ich dich loslasse." ich finde keine worte, flüstere nur: "geh." und schaue dir nicht hinterher, als du ohne ein weiteres wort das bahnhofsgebäude betrittst und aus meinem leben verschwindest.

nicht gewogen. gestern nach dem zweiten refeed versuch wieder über der toilette gehangen und nachts um drei uhr, nach alkkohol und joints, ein paar chips und garnelen drin behalten.
gerade eben salat und ein bisschen gurke.
gute nacht.



photos von gestern nacht.

6 Kommentare:

  1. Wow,.. das ist unheimlich traurig.. und tut mir so schrecklich leid.

    Und ich finde, dass du wahnsinnig viel an deinen Beinen abgenommen hast

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  2. Mein Engel, du bist nicht allein, ich bin da!
    Du hast mich so gerührt .. ich fühle den Schmerz, es erinnert mich an ihn ..
    Ich liebe dich über alles <3

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  3. ich kenn dich zwar nicht, aber finde dich symphatisch, deswegen tuts mir leid..auch wenn ich dir kein ratschlag geben kann..

    und zu den bildern, du bist wunderschön und dünn!der hammer! ich kann zwar verstehen wenn du noch weniger willst, aber pass auf dich auf! (leichter als gesagt, aber trotzdem..)

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  4. darf ich fragen, in welcher stadt du wohnst?

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  5. ich wohne zwar nicht da, aber es war der wuppertaler hbf.

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  6. Ich lese regelmäßig deinen blog und dieser eintrag hat mich sehr berührt.
    Obwohl ich dich nicht kenne, habe ich angst um dich.
    Du bist doch so verdammt hübsch!! Was ich nicht alles für so eine figur geben würde!! Du musst aus diesem Teufelskreis raus. Wenn du das nicht alleine schaffst, musst du dir hilfe suchen.
    Ich wünsch´dir nur das beste <3
    Hör nicht auf, an dich zu glauben!!;)

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