die wärme, die durch meinen körper strömt, sollte mir ein gefühl der sicherheit geben, der normalität. sie sollte mich davon abhalten, regressive verhaltensweisen an den tag zu legen und einfach bloß zu leben. eigentlich sollte sie meine flexibilität erhöhen, neues zulassen, doch was mit und in mir passiert gleicht einem höllenfeuer. das einzige gefühl, das sich in meinem körper, vor allem aber in meinem kopf, befindet, ist unsicherheit. gegenüber meinem aussehen, meinen körperfunktionen.
ich sollte vermutlich froh darüber sein, dass meine hände wieder ihre normale farbe angenommen haben, dass meine fingernägel nicht mehr lila oder blau angelaufen sind, dass mein körper sich nicht in unkontrollierbarem zittern windet und nicht all meine kraft dafür verwendet wird, um meine körpertemperatur aufrecht zu erhalten.
aber ich bin weder froh, noch erleichtert, glücklich oder zufrieden.
vielmehr fühle ich mich fremd in meinem körper, in dieser triefenden hülle, bestehend aus fett, dass ich ohne zu zögern in mich geschaufelt habe.
der eisige wind weht mir durch die haare, doch es fühlt sich an, als schneide er mir direkt in die haut, zerfetze mein inneres, hinterlasse bleibende schäden. und ich hoffe inständig, das gefühl bewahrheitet sich.
mein magen schmerzt, mein bauch ist aufgebläht von nahrung, luft, wut, hass.
ich drehe mich bloß wortlos um, betrete das hässliche schulgebäude und beschleunige meine schritte. die zeit läuft ab. im kopf kann ich die sekunden mitzählen, die mir übrig bleiben. ich lege vier stockwerke in rekordzeit zurück, bemerke einen leisen anschwung von schwindel und muss grinsen. schmerzverzerrt.
ich schaffe es nur mit mühe zur toilette, gerade noch rechtzeitig und verbringe die restliche pause damit, größtenteils verdautes aus meinem körper auszustoßen.
"meine mutter hat endlich meine jacke gewaschen!"
"sag mal, ist die eingelaufen?"
"ich bin einfach nur fett geworden..."
und wenn ich einmal anfange zu essen, bloß einen einzigen, winzigen bissen zu mir nehme, gibt es kein entkommen mehr. eine kalorie wird zu zehntausend. ein knäckebrot zu einer packung toast. ein apfel zu drei schalen müsli. ein corny zu einer tafel schokolade.
sollte ich der gier nach essen widerstehen können, wird heute gefastet.



Du sprichst mir aus der Seele.
AntwortenLöschenBleib stark, meine Liebe! <3
ich denk oft an dich, tut mir leid, dass ich momentan nicht viel mehr sagen kann. pass auf dich auf, bitte! ich hab dich so soooo sehr lieb! :(( mach dich nicht noch mehr, kaputt, bitte!
AntwortenLöschenDanke für deinen Kommentar.
AntwortenLöschenJa, du hast recht. Das Schreiben und Ordnen hilft. Wahrscheinlich sollte ich meinen Blog öfter als Seelenmülleimer benutzen :)