Donnerstag, 8. September 2011

080911

es ist mein erster, drogenfreier tag und ich reagiere schon heftiger, als ich erwartet hatte. ich will einen rauchen! jetzt. sofort. die andere alternative ist essen und das geht gar nicht. aber wenn essen nicht geht, geht rauchen auch nicht.
rauchen -> essen -> FA -> kotzen -> zunehmen -> fetter werden
und ich habe wahrlich schon genug probleme, dem fress- und kotzdruck nicht nachzugeben, ohne breit zu sein. aber ich habe es mir fest geschworen. es wird alles besser werden in diesem schuljahr. es muss einfach. ich muss durchhalten. aber von unendlich kalorien, auf knapp 100 in 24 stunden ist wahrscheinlich auch nicht das wahre...

übrigens wiederhole ich die stufe ja jetzt und eigentlich ist es gar nicht so furchtbar, wie ich dachte. ich bin weitaus stabiler, als noch vor einem jahr. ich habe den willen, im unterricht mitzuarbeiten, mich anzustrengen, hausaufgaben zu machen, aus der menge herauszustechen. was nicht gerade einfach ist, bei 250 schülern...  
noch.
die stimmen in meinem kopf schenken mir keine ruhe. sie pushen mich und manchmal, da ziehen sie mich runter, bis auf den boden. da ist alle hoffnung verschwunden, alle disziplin scheinbar von einer sekunde auf die nächste verflogen.
ich weiß nicht, wie es weiter geht, aber ich kann sehen, dass ich gewachsen bin, reifer bin, erwachsener bin. manchmal lese ich eure blogs und denke mir nur: 'scheiße, was geht in deren köpfen vor?' und dann begreife ich, dass ich vor kurzer zeit nicht anders war, dass es meine alten gedanken sind, die dort verfasst wurden. und ab und an, bemerke ich, dass es mir nicht gut tut, hier zu sein, dass es mich in die falsche richtung zieht. abwärts mit vollgas.



ich möchte mir gerne sagen, dass es nicht schlimm ist, zu essen und danach nicht zu erbrechen. dass es nicht schlimm ist, wenn die size zero jeans nicht mehr passt. dass es nicht schlimm ist, normal zu sein.
wofür soll ich abnehmen, wenn ich mich in 6 lagen hüllen muss, um nicht erbärmlich zu frieren bei 12°C?


...doch dann sehe ich in den spiegel und erschrecke jedes mal aufs neue, versuche jedes mal, mein gegenüber hinzunehmen, aber es geht einfach nicht. es funktioniert nicht und das macht mich unendlich hilflos. es ist egal, ob ich einen bmi von 13 oder von 30 habe. ich kann nicht mehr vernünftig essen. ich würde es gerne können. ich würde es gerne wieder lernen. aber ich will nicht zunehmen. ich will abnehmen, dünn sein, leicht sein, frei sein. schweben. wie auf wolken gehen. ich will diese schmerzen haben, denn eigentlich fühle ich rein gar nichts mehr.
ich will gerade elendig anfangen zu weinen, bei ihrem lied, das in dauerschelife läuft. ich will mich in mein bett legen und gehalten werden. umarmt werden. geküsst werden.
geliebt werden. aber das habe ich nicht verdient, solange ich so ekelhaft bin, solange so viel fett meinen körper bedeckt.
nein. niemals.

57,7kilo.

2 Kommentare:

  1. Ich weiß, wie es mit der Schule laufen kann - oder auch nicht.
    Ich glaube, um gesund zu werden, sollte man sich die Zeit dazu nehmen. Beides gleichzeitig - Schule und Therapie - hatte mir leider nicht geholfen.
    Und ein Gedanke, an dem ich mich festhalte, ist der, dass man auch dünn sein kann ohne Essstörung. Aber ich zweifle stets daran, es dann letzendlich zu glauben.

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  2. Ich liebe dich so sehr und verstehe jeden Gedanken von mir ... mir gehts genauso. Pass auf dich auf!

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