Montag, 6. August 2012

can you feel it, too?

You know I said it's true,
I can feel the love,
can you feel it, too?
(Rudimental - Feel the love)

es ist lange nicht so einfach, wie es erscheint; für euch und für die menschen, in meiner kleinen realen welt.
ich besitze einen ganzen kleiderschrank voll klamotten, in die ich nicht mehr rein passe, egal, ob ich will oder nicht. 
immer wieder falle ich zurück, rechne zwei tassen kakao als vollwertige mahlzeit ein, denn immerhin besitzen auch milch und kakaopulver kalorien. und manchmal sind es zu viele. 
doch die magersucht habe ich hinter mir gelassen, das scheint logisch für jeden, der mich auch nur einen bruchteil einer sekunde ansieht. ich habe normalgewicht, darüber bin ich mir im klaren. es ist sicher, auch wenn ich die waage seit wochen nicht mehr betreten habe. zu groß wäre der schock, zu groß die ernüchterung, die enttäuschung. 

und ich habe angst. große angst vor den reaktionen meiner mitschüler. es sollte mir egal sein, was sie von mir halten, wie sie mich sehen, aber es ist nicht so und es war noch nie so. doch ich bemerke, dass ich eine andere ausstrahlung besitze, als noch vor kurzer zeit. ich wirke anders auf die menschen um mich herum, vielleicht nicht ganz so unnahbar, vielleicht.

"du hast zugenommen. man sieht es in deinem gesicht."
ich weiß, wie er es meint, ich weiß es. zumindest weiß mein kopf es. aber zehn kilo in einem halben jahr zuzunehmen, steckt man nicht so leicht weg.

was mir weiterhin sorgen bereitet, ist die bulimie und der unbändige appetit auf alles, was nicht hinter schloss und riegel ist. eine normale portion stecke ich mit leichtigkeit weg, doch meistens bleibt es nicht dabei, denn es gibt immer etwas, was noch schmackhafter, noch verbotener, noch reizender ist. 
ich kenne den weg und ich besitze den schlüssel. irgendwo in mir drin, kenne ich den ausweg aus dieser hölle, die mich zu verbrennen drohte.

"um mich braucht man sich keine sorgen mehr machen."

ich werde spontan noch einmal nach spanien fliegen. es wird ein abschluss sein und gleichzeitig auch ein abschied, von einem sehr, sehr tollen mädchen. es wird sich viel verändern für mich in nächster zeit, wirklich viel. ich will ein besserer mensch werden, aber solange mich die langeweile fest im griff hat, bleibt nichts anderes, als in den üblichen tagesrythmus zu verfallen und eine tüte nach der anderen zu rauchen. dabei war ich doch schon viel weiter. 
doch es sind keine leeren worte. heute beginne ich damit, mein leben in die hand zu nehmen und ich werde daran wachsen, weil ich und nur ich die einzige auf dieser welt bin, die es kann. mein leben in die hand nehmen und endlich glücklich werden. 
darauf habe ich schon viel zu lange gewartet.







Freitag, 27. Juli 2012

Bilder

ich brauche keine worte, denn bilder sagen viel mehr, als ich jemals ausdrücken könnte.

 SPANIEN





 26.7.12, Deutschland


ich glaube, es geht mir gut.

Mittwoch, 11. Juli 2012

calling me home

And I'm not sleeping now, the dark is too hard to beat  
And I'm not keeping now, the strength I need to push me
You show the lights that stop me turn to stone  
You shine it when I'm alone  
And so I tell myself that I'll be strong  
And dreaming when they're gone
'Cause they're calling, calling, calling me home 
Calling, calling, calling home

(Ellie Goulding - Lights)
irgendwie bilde ich mir ein, ich hätte alles im griff und wäre dabei, ein neues leben zu beginnen. eins, ohne depression, angst, soziale phobie, drogen und essstörung. in diesem moment scheinen alle erfolge vergessen zu sein. alles, was ich erreicht hatte ist zunichte gemacht worden von mir selbst. ich bin wieder in dem strudel gefangen: hungern, kiffen, essen, fressen, kotzen, kiffen, fressen, kotzen... und so weiter, jeden tag aufs neue. 
so geht es eben mit vorsätzen. zu beginn ist man fest davon überzeugt, alles zu schaffen, was man sich vornimmt, doch meist schon nach kurzer zeit sind die ersten glücksmomente vergessen und die vergangenheit, die gewohheit überrolt einen ohne vorwarnung.

dabei wollte ich alles besser machen, nicht bloß für den moment, sondern für die zukunft.
aber es ist so schwer, wenn man am liebsten nur die bulimie gehen lassen möchte und die magersucht fest an sich bindet, keinen zentimeter luft dazwischen lässt.

die sache mit dem zunehmen klappt nicht gut. körperlich gesehen schon, denn langsam pendelt sich alles wieder ein: meine organe arbeiten wieder vorschrifstmäßig, die nebenwirkungen des gewichtsverlustes lassen nach. doch vom kopf her ändert sich nicht viel, im grunde genommen gar nichts. ich sehe die lücke zwischen meinen beinen verschwinden, will um jeden millimeter kämpfen, will jeden knochen am liebsten aus dem fett und der haut befreien, um sie bei mir zu halten.

und auch, wenn ich es vielleicht noch immer nicht bin, ich fühle mich fett. fetter, als jemals zuvor.


DIY Nail Art!

vielleicht kennen einige von euch diese strips: eigentlich sind sie dazu da, wunden zu kleben. ich habe mich heute davon verabschiedet und mich dazu entschlossen, dass ich sie nun nicht mehr brauche. 
zum nägel machen sind sie übrigens bestens geeignet!




Mittwoch, 4. Juli 2012

I'm at a payphone trying to call home

ich habe gerne die kontrolle. nicht bloß über mich und mein essverhalten, sondern auch über die zukunft und das, was passieren wird. ich bin und war noch nie ein spontaner mensch, stattdessen plane ich lieber jede freie minute von vorne bis hinten durch.
das problem, das ich habe ist, dass ich nicht weiß, ob dies alles ein gutes ende nehmen wird, ob es sich auszahlt zu kämpfen und stark zu sein, ob es sich lohnt, die knochen verschwinden zu sehen. es fällt mir nicht leicht, mich auf neues einzulassen oder überhaupt in erwägung zu ziehen, etwas neues auszuprobieren. alles ist mit angst verbunden, sei es auch nur das telefonieren oder schreiben mit anderen menschen. vom reden will ich gar nicht erst anfangen. ich behalte gerne traditionen und halte mich an das bewährte, anstatt dinge auszuprobieren, von denen ich schon lange träume.
eine stimme, meine stimme flüstert mir immer und immer wieder ein, dass ich nicht gut genug bin.
ich würde gerne ballett tanzen - "du bist zu groß, zu dick, zu unbeweglich und vor allem zu alt, um mit so etwas jetzt noch anzufangen!"
ich würde gerne wieder reiten gehen - "reiter sind die arrogantesten, hinterhältigsten menschen, die es gibt. niemand würde dich mögen. außerdem hast du so lange nicht mehr auf einem pferd gesessen, dass du nichts mehr hinkriegen und dich vollkommen blamieren würdest!"
ich würde gerne in der schule mehr mitmachen und endlich die noten bekommen die ich haben könnte - "wenn du dich meldest, denken die anderen von dir, du wärst ein streber. dann mögen dich nur noch weniger menschen!"
ich würde gerne neue leute kennenlernen - "du kannst dich noch nicht einmal mit menschen unterhalten, die du kennst. du hast außerdem nichts zu erzählen, was sollte andere schon an dir interessieren?"
ich würde gerne, ich würde gerne, ich würde gerne.
im endeffekt frage ich mich immer wieder, wieso ich keinen spaß am leben habe, dabei kenne ich die antwort viel zu gut.
no risk, no fun

niemand auf dieser welt kann mir die sicherheit geben, dass meine arbeit früchte tragen wird, niemand kann mir mit gewissheit sagen, dass ich gesund und glücklich werde. 
niemand, außer mir selbst. ich kann es mir selbst beweisen, durch das, was ich tue. taten sagen mehr als 1000 worte. ich muss am ball bleiben, weitermachen, nicht aufgeben, selbst bei rückschlägen. ich muss das leben leben und auskosten.
aber ich kann es nicht.







 T-Shirt, Kette, Ring: Primark. Nagellack: Beyu, Kiko. High Heels, 16cm: nelly.de

während die stimme in meinem kopf lauter und lauter wird, werde ich einsamer und einsamer. ich möchte nicht alleine sein, ich möchte nicht in diesem riesigen haus sein, in diesem riesigen bett liegen und wissen, dass ich alleine bin. nicht bloß physisch, sondern auch psychisch, was noch viel viel schwerer auszuhalten ist.
ich wünsche mir doch bloß verzweifelt einen menschen, der gerne bei mir ist, der mich vielleicht sogar liebt. 
ich weiß es nicht. ich weiß so wenig und doch viel zu viel.