ich wusste, dass es gestern zu viel war. ich wusste es. es war nicht nur eine ahnung, mein verstand hat es mir gesagt, nicht bloß mein gefühl. heute ist es genauso. ca. 400kcal salt, ein glas cola ca. 84kcal, 2 stücke schokolade ca. 70kcal, ein paar chips ca. 50kcal .
hey, 61,4kilo sind doch super. nicht.
eben hatte ich zum zweiten mal gruppentherapie. habe wieder einmal nichts mitbekommen, nichts gesagt und auf den boden gestarrt.
dissoziieren macht doch wirklich spaß!
der einzige satz, den ich gesagt habe, war, dass es mir in der zeit direkt nach der klinik besser ging als jetzt und ich wieder abrutsche.
das stimmt zwar, aber war noch nicht einmal ansatzweise das, was mich beschäftigt.
L., 160cm, 38kilo, sitzt mir gegenüber. meint meine therapeutin allen ernstes, dass ich das ganze theater ernst nehmen kann? wie kann sie mich, mit bulimie, mit fett am körper, mit 1mm platz zwischen den beinen, mit oberarmen, wie sie oberschenkel, gegenüber von ihr setzen, alleine schon in ein und denselben raum?
ich gehe jetzt schlafen und nehme mir vor, morgen keine FA vom kiffen zu bekommen.
morgen ist mein letzter arbeitstag für diese woche, die termine für die folgenden wochen kenne ich noch nicht. wenn ich nur wenig arbeiten muss, bekomme ich ein problem. so viele stunden zu hause, in denen ich nicht abgelenkt werde und vom essen entfernt.
ach egal.
ich hasse mich. ich hasse die welt. ich hasse es zu leben.
wäre schön, wenn ich nicht schlafen könnte, ausnahmsweise mal was neues...
Mittwoch, 4. Mai 2011
Dienstag, 3. Mai 2011
Sitting in an empty room,
trying to forget the past,
this was never meant to last,
I wish it wasn't so.
(Söhne Mannheims - Ist es wahr/Aim high)
nicht viel zu sagen.
bin absolut nicht in der stimmung ausschweifende posts zu schreiben. ich fühle mich so schlecht. es geht mir nicht gut. ich will hier weg. sofort.
heute morgen war es 60,9kilo. man stelle sich mal bitte vor, dass ich "nur" durch 8 stunden arbeiten und 300kcal, an einem tag 1,5kilo verloren habe. wie wunderbar.
heute sollte es eigentlich ebenfalls bei einem salat bleiben. aber, wie hätte es auch anders sein können, habe ich gekifft und dadurch eine schale müsli und ein paar nüsse gegessen.
zu viel.
panik, vor der zahl auf der waage.
wann höre ich endlich auf, eine versagerin zu sein?
WANN?
Montag, 2. Mai 2011
want to turn 'round again
heute hatte ich meinen ersten arbeitstag. super start, wenn man nur eine stunde schläft in der nacht, weil die gedanken kreisen, quälen, foltern.
das behinderte kleinkind, das ich betreue, ist toll. ich habe schweigepflicht, deswegen halte ich das hier kurz. er ist 5, fast 6, von seinen psychischen und physischen fähigkeiten allerdings auf dem stand eines zweijährigen.
er hat mein herz erfüllt, weil er mit solch einer freude und ehrlichkeit gelacht hat, mit strahlenden augen kichernde geräusche von sich gegeben hat.
es war anstrengend, es hat mich kraft gekostet. mitunter auch, weil mein frühstück aus nikotin, wasser, koffein und kaugummi bestand. richtig so.
heute morgen war ich auf 62,4kilo.
1,5kilo bis zu meinem bisherigen tiefstgewicht.
heute waren es etwa 300kcal. salat. sonst nichts.
meine hände sind blau, meine finger so kalt, dass sie taub sind, wenn ich sie bewege. aber das ist mir völlig egal. ich will es so.
und dieses mal, werde ich es endlich durchziehen.
ich frage mich, wie lange ich die schlafstörung dieses mal aushalte, bevor ich wieder in eine art medikamentensucht abrutsche.
wie lange wird es dauern, bis ich meine schwerste phase der depression wieder erreicht habe.
ich kann mich selbst nicht ernst nehmen, denn ich will, dass es mir schlecht geht, ich will mich wieder so krank, verrückt und unnormal fühlen, wie zuvor. ich freue mich regelrecht darauf. ich schließe wetten mit mir ab, wie lange ich es aushalte, in den kindergarten zu gehen, zur schule zu gehen, meine freundschaften aufrecht zu erhalten, denn ich merke, wie meine energie förmlich aus mir herausfließt. mit jedem gramm, dass ich verliere, mit jedem negativen gedanken, der dazu kommt, schwindet ein stück mehr.
ich erzähle mir selbst, wie gut es mir täte, wenn ich wieder krank bin. die depression gaukelt es mir vor. sie nimmt mich wieder an die hand, leitet mich: ins verderben.
ich möchte einfach nicht leben. ich will mein leben nicht. und damit will ich nicht sagen, dass ich sterben will.
ich bin so krank, dass ich zurück in die krankheit will; dass ich meinen tod herbei rufe; dass ich meine zukunft mit absicht davon werfe.
selbst, wenn alle glauben, es ginge mir gut, zumindestens besser; niemand merkt und niemand soll merken, dass ich zurück in die vergangenheit renne.
nach 2 wochen mal wieder gebufft, gekifft, geraucht, gehartzt, gepafft, gejifft. wie auch immer du es gerne nennen magst.
breit. dicht. ditsch.
und wieder einmal auto gefahren!
das behinderte kleinkind, das ich betreue, ist toll. ich habe schweigepflicht, deswegen halte ich das hier kurz. er ist 5, fast 6, von seinen psychischen und physischen fähigkeiten allerdings auf dem stand eines zweijährigen.
er hat mein herz erfüllt, weil er mit solch einer freude und ehrlichkeit gelacht hat, mit strahlenden augen kichernde geräusche von sich gegeben hat.
es war anstrengend, es hat mich kraft gekostet. mitunter auch, weil mein frühstück aus nikotin, wasser, koffein und kaugummi bestand. richtig so.
heute morgen war ich auf 62,4kilo.
1,5kilo bis zu meinem bisherigen tiefstgewicht.
heute waren es etwa 300kcal. salat. sonst nichts.
meine hände sind blau, meine finger so kalt, dass sie taub sind, wenn ich sie bewege. aber das ist mir völlig egal. ich will es so.
und dieses mal, werde ich es endlich durchziehen.
ich frage mich, wie lange ich die schlafstörung dieses mal aushalte, bevor ich wieder in eine art medikamentensucht abrutsche.
wie lange wird es dauern, bis ich meine schwerste phase der depression wieder erreicht habe.
You got it wrong,
I didn't wanna hurt you.
I wanna be all the world for you.
I didn't wanna hurt you.
I wanna be all the world for you.
(Lil Rain - Adore you)
ich erzähle mir selbst, wie gut es mir täte, wenn ich wieder krank bin. die depression gaukelt es mir vor. sie nimmt mich wieder an die hand, leitet mich: ins verderben.
ich möchte einfach nicht leben. ich will mein leben nicht. und damit will ich nicht sagen, dass ich sterben will.
ich bin so krank, dass ich zurück in die krankheit will; dass ich meinen tod herbei rufe; dass ich meine zukunft mit absicht davon werfe.
selbst, wenn alle glauben, es ginge mir gut, zumindestens besser; niemand merkt und niemand soll merken, dass ich zurück in die vergangenheit renne.
nach 2 wochen mal wieder gebufft, gekifft, geraucht, gehartzt, gepafft, gejifft. wie auch immer du es gerne nennen magst.
breit. dicht. ditsch.
und wieder einmal auto gefahren!
Sonntag, 1. Mai 2011
cemetery memories
ich gehe langsam über den friedhof. irgendwie mag ich friedhöfe. ein hof voller frieden: ist es nicht das, was wir alle wollen? das wonach wir alle streben? wir, die wir krank sind, verrückt sind, nicht ganz ticken. die, die sich am liebsten zu tode hungern wollen, die in kauf nehmen, ihre organe dauerhaft zu schädigen, ihre zähne, ihre speiseröhre zu verätzen. die, die bereit sind, alles und jeden zu verlieren.
sich selbst verlieren und längst verloren haben.
der 40l sack voller erde lastet schwer auf meinen schultern, droht, mich umzuwerfen, mich fallen zu lassen. dabei hatte ich vor einem guten jahr diese 25kilo mehr noch auf den rippen. wie konnte ich damit rumlaufen, ohne zu stürzen, ohne darunter einzubrechen?
mir ist schwindelig, ich habe kopfschmerzen, hunger. aber ich grabe weiter, wühle die erde durch, richte die letzte ruhestätte meines nie gekannten opas wieder her, denn ich will, dass er in frieden ruhen kann. er musste mit 15 jahren in den krieg ziehen und hat dort fast sein leben lassen müssen.
wir haben etwas gemeinsam.
ich bin auch in den krieg gezogen und ich war ebenfalls 15 jahre alt, als die schlacht begann. die schlacht gegen mich selbst. ist es nicht unfair, gegenüber all diesen menschen, die für ihr land, für ihre mitmenschen gekämpft haben, aufgeben zu wollen..?
ihr name war olga. sie ist fast 99 jahre alt geworden, doch kurz vor ihrem geburtstag, ist sie gegangen. sie ist die älteste, die ich hier finden kann, in diesen reihen, in denen seit jahrzehnten menschenleben ruhen dürfen.
sein name war andreas. er ist fast 2 jahre alt geworden, doch kurz vor seinem geburtstag, ist er gegangen. hat er gehen müssen. hat er eine erinnerung, an die zeit auf dieser welt? sieht er bilder vor sich, hallen worte in seinem kopf, die er noch lange nicht verstanden hatte? er ist der jüngste, den ich hier finden kann.
mein name befindet sich auf keinem dieser grabsteine. auf keinem. und genau darin liegt der fehler. auch ich könnte an diesem wundersamen ort sein, auf diesem hof voller frieden. ich wäre 17 jahre alt geworden. jahre voller erinnerungen, voller bilder und worte. voller sinn und sinnlosigkeit.
ich hatte heute spaß. ganz wirklichen, ehrlichen spaß. ich habe gelacht und gezeigt bekommen, was liebe ist. F., er ist hier bei mir. er liegt jetzt im bett, schläft, träumt. vielleicht von einer welt, ohne angst. ohne zweifel. ohne sorgen. ohne soziale phobie. ich weiß nicht, wovon er träumt, aber ich lasse ihn in seiner zwischenwelt alleine, denn ich kann nicht schlafen. wieder einmal. mein kopf ist voller gedanken. voller wirrer fetzen, die untergehen in wieder neuen sätzen, die keinen sinn ergeben.
"du hast heute zu viel gegessen!"
"unterdrücke das hungergefühl!"
"morgen nimmst du midro tee!"
"ein joint wäre jetzt toll!"
"morgen reißt du dich mehr zusammen!"
"schneid dich auf! blute aus, du fettes schwein!"
"verdränge die erinnerungen an ihn!"
"fang endlich an zu leben!"
"schlaf doch endlich ein!"
lasst mich in ruhe. alle. am liebsten würde ich aufhören zu denken, zu fühlen, zu atmen, zu leben.
sich selbst verlieren und längst verloren haben.
der 40l sack voller erde lastet schwer auf meinen schultern, droht, mich umzuwerfen, mich fallen zu lassen. dabei hatte ich vor einem guten jahr diese 25kilo mehr noch auf den rippen. wie konnte ich damit rumlaufen, ohne zu stürzen, ohne darunter einzubrechen?
mir ist schwindelig, ich habe kopfschmerzen, hunger. aber ich grabe weiter, wühle die erde durch, richte die letzte ruhestätte meines nie gekannten opas wieder her, denn ich will, dass er in frieden ruhen kann. er musste mit 15 jahren in den krieg ziehen und hat dort fast sein leben lassen müssen.
wir haben etwas gemeinsam.
ich bin auch in den krieg gezogen und ich war ebenfalls 15 jahre alt, als die schlacht begann. die schlacht gegen mich selbst. ist es nicht unfair, gegenüber all diesen menschen, die für ihr land, für ihre mitmenschen gekämpft haben, aufgeben zu wollen..?
ihr name war olga. sie ist fast 99 jahre alt geworden, doch kurz vor ihrem geburtstag, ist sie gegangen. sie ist die älteste, die ich hier finden kann, in diesen reihen, in denen seit jahrzehnten menschenleben ruhen dürfen.
sein name war andreas. er ist fast 2 jahre alt geworden, doch kurz vor seinem geburtstag, ist er gegangen. hat er gehen müssen. hat er eine erinnerung, an die zeit auf dieser welt? sieht er bilder vor sich, hallen worte in seinem kopf, die er noch lange nicht verstanden hatte? er ist der jüngste, den ich hier finden kann.
mein name befindet sich auf keinem dieser grabsteine. auf keinem. und genau darin liegt der fehler. auch ich könnte an diesem wundersamen ort sein, auf diesem hof voller frieden. ich wäre 17 jahre alt geworden. jahre voller erinnerungen, voller bilder und worte. voller sinn und sinnlosigkeit.
ich hatte heute spaß. ganz wirklichen, ehrlichen spaß. ich habe gelacht und gezeigt bekommen, was liebe ist. F., er ist hier bei mir. er liegt jetzt im bett, schläft, träumt. vielleicht von einer welt, ohne angst. ohne zweifel. ohne sorgen. ohne soziale phobie. ich weiß nicht, wovon er träumt, aber ich lasse ihn in seiner zwischenwelt alleine, denn ich kann nicht schlafen. wieder einmal. mein kopf ist voller gedanken. voller wirrer fetzen, die untergehen in wieder neuen sätzen, die keinen sinn ergeben.
"du hast heute zu viel gegessen!"
"unterdrücke das hungergefühl!"
"morgen nimmst du midro tee!"
"ein joint wäre jetzt toll!"
"morgen reißt du dich mehr zusammen!"
"schneid dich auf! blute aus, du fettes schwein!"
"verdränge die erinnerungen an ihn!"
"fang endlich an zu leben!"
"schlaf doch endlich ein!"
lasst mich in ruhe. alle. am liebsten würde ich aufhören zu denken, zu fühlen, zu atmen, zu leben.
R.I.P.
Zera
17 jahre alt
eingeschläfert im februar 2011
ich konnte mich nicht von ihr verabschieden, konnte ihr nicht mehr sagen, wie viel sie mir gegeben hat, wie viel sie mir beigebracht hat.
du fehlst mir, du fehlst hier.
es ist eines unserer letzten gemeinsamen photos. sommer 2010.
wenn ich ein wort mit dir assoziieren müsste, wäre es FREIHEIT.
(übrigens hatte ich da ca. 73kilo, also etwa 10 mehr, als jetzt.)
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