Donnerstag, 22. September 2011

something's wrong

ich war so dünn, wie sie, so schön, wie sie, so zerbrechlich wie sie. ich habe mein innersten nach außen getragen. sie haben sich keine großen sorgen um mich gemacht, nein, das mussten sie auch nicht, denn ich war dünn, doch nicht zu dünn. ich hatte einen guten platz gefunden, eine gute figur. verbesserungswürdig? ja, aber zumindestens schon mal eher das, was ich anstrebe, was ich will, was ich mir erhoffe. und doch nicht erreiche.
nicht jetzt, nicht so. ich bin wochenlang von meinem tiefsgewicht entfernt, habe fett aufgebaut, viel fett.

zur erinnerung. 54,6kilo, bmi 18,03

ich will nicht essen, aber ich bin übertrieben breit und meine mutter wird heute 50. das heißt kaffee und kuchen und abends schick essen gehen. scheiße. ich will nicht essen, aber ich muss. ich muss. ich muss.
ach, happy birthday, mama.
ich wünsche dir einen tollen tag, aller beste mami.
haha, scheint, als ob ich's selbst glauben würde.


 sie sitzt neben mir. den ausdruck ihrer augen kann ich nicht deuten, denn er ist fast nicht vorhanden. so stumpf, so leer. so kenne ich sie nicht. ich senke meinen blick auf die mathe aufgaben auf meinem tisch ohne einen einzigen satz, eine einzige aufgabe auch nur erkennen zu können. sie gefällt mir so nicht. ich drehe meinen kopf nach rechts. sie liegt auf ihrem heft. was ist aus ihr geworden? die haare nicht gemacht, chillige kleidung, unreine haut. sie sieht immer noch gut aus, keine frage. sie ist hübsch. vor allem ihre augen sind beneidenswert. so schön groß, so schön grün, so schön persisch. sie ist schön, ja. aber so kenne ich sie nicht und ein paar sekunden lang kann ich nicht wegsehen. ihre augen strahlen so wenig und gerade deswegen so unglaublich viel aus. sie hebt ihren kopf, wischt sich eine träne aus dem augenwinkel. sieht mich bloß an. still. dann macht sie weiter, versucht dem unterricht zu folgen. 

natürlich will sie es erklären. übermüdung nennt sie es. und sie hat recht, übermüdung ist ein grund für ihre gefühle, denn anstatt zu schlafen, raucht sie sich lieber noch 2-3 joints mit ihrem freund.
es ist nicht bloß das kiffen, es ist unser lebensstil.
eigentlich habe ich angst. riesige angst, aus diesem kreislauf, wenn es nötig ist, nicht mehr aussteigen zu können. nicht, weil ich so stark psychisch und physisch davon abhängig bin, sondern mein ganzer tagesablauf ist auf kiffen ausgerichtet. jede erdenkliche freistunde wird genutzt, um zu rauchen. jeden tag fahre ich 50km hin und her, nur, um breit sein zu können. ich habe nichts anderes mehr zu tun. ich gebe keine nachhilfe mehr, gehe nicht mehr reiten, mache keinen anderen sport mehr, gehe nicht mehr arbeiten. das einzige, was ich wirklich mache ist, zur schule gehen, kiffen, fressen, kotzen, auto fahren und im breiten zustand die hausaufgaben für den nächsten tag erledigen.
krass, krass, krass.
so detailiert habe ich mir das selbst noch nicht vor augen geführt.
das ist schon hart.

2 Kommentare:

  1. ich wünschte, ich könnte dir helfen, irgendwie, aber ich kann nicht. Leider. Und das zerreißt mir das Herz.

    (Ich hatte mich innerlich von ihnen verabschiedet, nicht so und ich hatte einen Brief, bzw hab ich immernoch bei mir oben liegen, mit 19 Seiten Inhalt, wo dein Name draufsteht, dein Name von FB und mit einem Zettelchen draufgeklebt, dass sie ihn dann zu dir hinschicken sollten und dich so nach der Adresse fragen können. DAS ist kein Witz und ich würde niemals gehen, ohne mich von DIR! zu verabschieden, liebes. wirklich nicht. das könnte ich nicht!)

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  2. du hast übrigens immer ganz tolle bilder in deinen posts! wo findest du die immer? tumblr?
    <3 hast du eigentlich tumblr?

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