ich werde leichter, doch mein leben nicht. es rennt in die andere richtung, macht alles komplizierter.
nach nur zwei stunden schule durchquere ich den suepermarkt. ich bin die einzige, die bei den temperaturen draußen ihre daunenjacke trägt und immer noch friert.
ich stehe lange, viel zu lange vor dem regal mit joghurts, greife nach einem 0,1% fett joghurt, sehe auf die kalorienangaben, denke nach, vergleiche die verschiedenen marken untereinander. optiwell, schießt es mir in den kopf. mein blickt streift jeden becher des kühlregals, suchend., bis ich ihn gefunden habe. 46kcal pro 100g. plötzlich sehe ich diät milchreis mit 85kcal pro 100g. ich würde ihn so gerne kaufen, kämpfe mit mir, rechne, was ich dafür auslassen müsste, sehne mich so sehr nach dem geschmack, doch ich weiß, dass ich nicht darf, dass es zu viel wäre. tränen schießen mir in die augen, als ich den becher zurück stelle. ich will mich auf den boden setzen, will zusammen brechen dürfen, aber ich weiß, dass ich kämpfen muss, dass ich stark sein muss, dass ich weiter machen muss, jetzt, wo ich so weit gekommen bin, wo ich das ziel beinahe erreicht habe.
ich straffe meine schultern, atme tief ein und erfreue mich daran, dass meine beine sich beim verlassen des ladens nicht berühren.
es wird schwieriger, weil ich kommentare bekomme, die ich nicht aushalten kann.
pädagogik-unterricht heute nachmittag, wieder einmal besagte lehrerin)
ich hab erzählt, dass ich einen iq test gemacht habe, weil sie das thema intelligenz hatten, darauf fragt sie mich, wo ich ihn denn bitte gemacht habe? meine antwort?
"im sana" (städtisches krankenhaus hier, das die psychiatrie station für kinder und jugendliche beinhaltet und in der ich war.)
anstatt einer antwort, sieht sie mich 20sek lang stumm an, während die blicke des kompletten kurses auf mich gerichtet sind.
dann, am ende der stunde, als alle gerade aufgestanden waren (ich auch), fragt sie in einer lautstärke, sodass es alle hören konnten: "sag mal, wieso hast du eigentlich nicht bei germany's next topmodel mitgemacht?"
ich drehe mich in zeitlupe um, spüre wieder die blicke der anderen auf meinen körper gerichtet. mir wird warm und ich bin sprachlos über ihre dreistigkeit, finde im ersten augenblick keine worte, schleudere ihr bloß ein "denken sie mal nach, frau w." entgegen und verlasse den raum.
unglaublich diese frau.
dazu war ich dann noch im h&m und habe mir einfache schwarze tops in größe xs gekauft, da m langsam doch ein wenig weit wurde. aus reiner neugier habe ich dann die kinderabteilung betreten und ein tolles oberteil gefunden. ja, schade, gibt's nicht in meiner größe. ich will das schicksal herausfordern und nehme es in größe 146/152 mit. "10-12 yrs" steht auf dem schild. ich verstecke das blaue oberteil hinter meinen tops aus der damenabteilung und betrete die umkleidekabine.
wäre es an der brust ein kleines wenig weiter gewesen, hätte ich es gekauft.
Voll asozial von deiner Lehrerin, gerade Pädagogen sollten etwas Empathie haben ...
AntwortenLöschenJulia, das kann und darf nicht so weiter gehen. Jedes Mal kommen mir die Tränen, wenn ich merke, wie kaputt du bist und wie du dich weiter zerstörst.
AntwortenLöschenSiehst du denn nicht, wie dünn und wunderschön du bist? Was wür ich dafür geben, um so aussehen zu können wie du.
und noch dazu, kennt genau diese lehrerin meine komplette vorgeschichte, demiya.
AntwortenLöschenach amy, das tut mir leid, aber so schlimm ist es noch lange nicht.