meine esstörung ist das schlimmste, was mir in meinem leben je passiert ist.
ich hasse es, morgens aufzustehen und wie mechanisch darauf zu warten, dass ich das bad für mich alleine habe, ohne einen einzigen schluck getrunken zu haben, denn ich muss leer sein, wenn ich mich wiege, wenn ich einen erfolg oder einen rückschlag erkenne.
ich hasse es, eine stunde vor meinem kleiderschrank und spiegel zu stehen und starr, am ganzen körper frierend zu überlegen, was ich anziehen könnte, was meine figur, mich verstecken kann, was mich zu etwas macht, das ich nicht bin und nie war.
ich hasse es meine winterjacke mitzunehmen, während die anderen bloß sweatshirtjacken tragen.
ich hasse es, mich beobachtet zu fühlen, zu merken, wie sie mich alle anstarren, jedes gramm an meinem körper unter die lupe nehmen und mir gleichzeitig einzureden, dass es nicht der wahrheit entspricht, dass das alles bloß in meinem kopf geschieht, in meiner vorstellung.
ich hasse es, jedes mädchen, das meinen blick streift, mit mir zu vergleichen und jedes mal zu bemerken, dass sie alle schöner, dünner sind als ich.
ich hasse es, mit meinen freunden am tisch zu sitzen, während sie den selbst gekochten nudelauflauf essen und keinen einzigen bisschen herunter zu kriegen.
ich hasse es, nachts nach einer durchfeierten nacht in der küche meiner besten freundin zu stehen und auf eine pizza zu warten, die ich nicht einmal anrühren würde.
ich hasse es, abends nach hause zu kommen und entweder so depressiv zu sein, dass ich nur noch in meinem bett liege oder aber so breit zu sein, so unkontrolliert, dass ich alles, was sich im kühlschrank, in der küche befindet, in mich hinein zu stopfen.
ich hasse es, danach einen liter wasser zu trinken und das gefühl zu haben, an dem druck in meinem magen und hals zu ersticken.
ich hasse es, mich danach auf der toilette zu verbarrikadieren und zu hoffen, dass niemand meine würgenden geräusche mitbekommt.
ich hasse es, nach dem erbrechen kopfschmerzen zu haben, durch den wasserverlust.
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aber ich möchte das nicht loslassen, möchte die krankheit nicht gehen lassen, möchte nicht sein ohne sie.
ich liebe meine krankheit gleichzeitig abgrundtief, und vielleichet ist es wirklich routine, alltag geworden, vielleicht bin ich auch einfach zu krank. vielleicht ist es die krankheit, die mir das alles befiehlt, die mich dazu bringt, weiterzumachen, anstatt hilfe anzunehmen und das alles zu beenden. vielleicht ist es die krankheit, die mich bis in den tod begleiten wird, ohne mich loszulassen.
vielleicht ist das alles nicht real. vielleicht bin das nicht ich, vielleicht sind das nicht meine gedanken, sondern die, der krankheit.
vielleicht hast du auch mal darüber nachgedacht, dass ich ganz genau das will: begleitet werden, bis in den tod, ohne rücksicht auf verluste. ich glaube nicht, dass ich irgendwann aufhören kann zu sein, wie ich jetzt bin. ich glaube auch nicht, dass etwas von mir übrig bleiben würde, ohne meine essstörung.
und um ganz ehrlich zu sein, will ich das auch gar nicht, denn ICH BIN MEINE KRANKHEITEN!
das spicht mir so aus der seele, süße ._.
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Es ist jedes mal so traurig, was du schreibst.. ich wünschte irgendwas unerwartetes Schönes würde dich da rausholen können..
AntwortenLöschenDu bist so unheimlich schön!
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