ich höre ihre stimmen in meinem kopf.
"wieso geht sie schon?"
"weil es ihr nicht gut geht."
"wieso, es geht ihr doch gut?!"
"sie meinte eben schon zu mir, dass sie nicht weiß, ob sie kommt."
"ist denn irgendetwas passiert?"
"nö. wir waren ja die ganze zeit zusammen."
"na toll. dann fängt dieser ganze scheiß also wieder von vorne an!"
sie hallen so laut; tragen ihren teil zu meiner stimmung bei. nicht einmal mit meinen freunden kann ich mehr zusammen sein. ich schaffe es nicht, ihnen gute laune vorzutäuschen, sitze in der ecke und starre bloß durch den raum. die gedanken lassen mich nicht mehr los, sind immer da. genauso wie früher. ich bin wieder an exakt dem gleichen punkt, wie vor einem jahr. depressiv hoch 10 obwohl ich erst seit kurzem entlassen bin. wieder kurz vor anfang der jahrgangsstufe 12. kurz vor den sommerferien. letztes jahr habe ich probiert, mir im urlaub mit meinen mädels die pulsadern aufzuschneiden. was kommt dieses jahr? springe ich diesen sommer vielleicht vom balkon eines zimmers im höchsten stock des hotels? laufe ich einfach immer weiter ins meer, ohne ein ende zu finden? schlucke ich irgendwelche chemikalischen, bulgarischen drogen, die mit ratten gift gestreckt sind? lasse ich mich von einem betrunkenen mann nachts auf einsamer straße mitnehmen und ende in einem dreckigen straßengraben?
ich würde es mir zutrauen.
ich bekomme eine neue therapeutin. ab heute steht es fest. meine noch therapeutin wird mich begleiten, bis ich jemand anderes gefunden habe, doch sie gibt mich irgendwann endgültig ab. es soll eine verhaltenstherapeutin werden. das empfiehlt sie mir. vielleicht nun doch borderline? sie selbst hat den verdacht noch nie ausgesprochen.
das gespräch ansonsten war in ordnung würde ich sagen. gewicht und essen waren nicht thema. obwohl ich fast 4kilo abgenommen habe seit wir uns das letzte mal gesehen haben. ich bin einfach noch immer so fett, dass niemandem auffällt, wie tief ich schon drin stecke, wie krank ich bin, wie sehr meine essstörung einfluss auf mich hat.
meine neuaufnahme an der schule war ebenfalls thema. sie hat allen ernstes, wirklich gesagt:
"die krankheit, die du hattest hört nicht einfach so auf. eine depression kann auch schonmal zwei jahre dauern."
hatte. sie hat ganz ehrlich im präteritum gesprochen. das leuchtet mir nicht ein. ich habe ihr gesagt, dass es mir nicht mehr so gut geht, wie direkt nach der entlassung. ich habe ihr gesagt, dass ich gefühlslos bin. gleichgültig. habe ihr erzählt, dass ich die beziehung zu meinem freund einfach so beenden werde ohne ein wimpernzucken.
ich könnte immer anrufen und einen termin vereinbaren, wenn etwas wäre.
der nächste geplante ist in vier wochen.
ich werde mich nicht melden. das weiß ich.
ich will nicht das schreiben, was ich gerade denke. ich will diese gedanken nicht einmal in meinem kopf haben. und ich hasse mich dafür, dass sie doch da sind.
ich will mich rächen. will ihr zeigen, wie krank ich bin. sie ist nicht die erste, von der ich so denke: von einer lehrerin, einer alten therapeutin, meiner psychiaterin und meinem ersten therapeuten. das sind alles menschen, von denen ich zutiefst enttäuscht worden bin.
ist es da nicht klar, dass ich niemandem mehr vertrauen kann, dass ich mich niemandem offenbare? nicht über meine probleme reden kann?
ich hasse dieses leben so sehr.
und morgen werde ich besagte lehrerin im unterricht antreffen, sollte ich nicht arbeiten müssen. falls ich davon überhaupt etwas mitbekommen sollte: ich dissoziiere wieder.
ich kann nicht mehr...
auch, wenn du es vielleicht nicht hören magst, weil du es selbst anscheinend nicht siehst: Du wirst immer weniger! Wirklich, man SIEHT deine Entwicklung. Irgendwie machts mir Sorgen, aber auf der anderen Seite bin ich unheimlich stolz und etwas neidisch..
AntwortenLöschenSolche Rachegedanken kenne ich übrigens; auch in Bezug auf zwei Lehrer und Therapeuten.
Gib den Arschlöchern keine Chance.. lach Ihnen dreckig ins Gesicht, wenn es überhaupt nicht vorhersehbar ist ;)
Ich finde es immer wieder wundervoll, wenn du Bilder von dir postest.
AntwortenLöschenEinerseits, macht es mich traurig, weil du die Entwicklung nicht so wahrnimmst, wie sie ist. Andererseits macht es mich glücklich zu sehen, dass du weiterkommst und nicht scheiterst.
Deine Therapeutin hat irgendwie ein Problem mit ihrem Taktgefühl. Entweder versucht sie erst garnicht, sich in deine Situation zu versetzen, oder es ist ihr Schlichtweg egal, wie du dich fühlst. Das Problem mit Psychischen Krankheiten ist halt auch, dass sie kaum zu definieren sind, und man nicht einfach sagen kann "Jetzt bist du gesund."
Was ich einfach mal so feststellen will, man sieht dir an, dass es dir nicht gut geht, und dass du so schnell, soviel abgenommen hast. Man sieht das du krank bist, zumindest die, die mal wirklich hinschauen. Haben deine Freunde dich schon drauf angesprochen, dass du oft so 'abwesend' bist?
okay, das ist alles ziemlich scheiße
AntwortenLöschenaber ich muss dir sagen,
dass du einen schönen körper hast :o.
schöne beine und schönen bauch und das alles,
du glaubst mir jetzt eh nicht, aber ich finde das schon <3