Samstag, 28. Mai 2011

ende offen

meine fingernägel sind rot lackiert. sie glänzen richtig, verstecken die wahrheit. denn eigentlich sind sie blau. und wisst ihr was? ich bin stolz drauf. stolz, dass ich meine fressattacken die letzten tage über im griff hatte, mich kontrollieren konnte. stolz über die disziplin, stolz, dass die zahl wieder kleiner wird. mein kopf sagt mir, dass dieser stolz falsch ist, dass er nicht echt ist, aber das sehe ich nicht, fühle ich nicht.
jegliche nahrungsmittel, die ich zu mir nehme, werden in kalorien umgerechnet.
137.
das ist eine gute zahl für heute. nicht weniger und vor allem nicht mehr. und obwohl das snickers, was ich gestern im kino dabei hatte (für meinen freund) neben mir liegt, obwohl der kühlschrank prall gefüllt ist, kann ich den drang zu essen unterdrücken. für jetzt.

obwohl ich weiß, dass der wodka gleich in mengen fließen wird und ich eigentlich eine grundlage bräuchte, sind das einzige, was ich heute noch zu mir nehmen möchte, die 3kalorien durch 1500ml cola light.

alle menschen, die mir etwas bedeuten, die mir etwas bedeutet haben, stehen um mich herum, begleiten mich, auf diesem weg. er sollte schwer sein, doch es fällt mir leicht, die quadratischen grünflächen anzusehen, zu betrachten. manche sind bestückt mit kerzen, andere sind verdorrt und von grünzeug überwuchert.
ihr seid bei mir. nehmt meine hand. haltet mich. und ich treffe eine entscheidung. eine endgültige entscheidung. ich suche mir mein eigenes grab aus. 
(traum von vorgestern nacht)

warum auch immer, fällt mir  ein satz ein, den eine ehemalige lehrerin einmal zu mir sagte, eine lehrerin, die mir falsche unterstützung anbot und im wahrsten sinne des wortes weglief, als ich ihre hilfe brauchte:
"irgendwann, wirst du über all das lachen können."
unsere unterhaltung ist ein jahr her. ein jahr, in dem vieles passiert ist, beinahe alles. und das einzige, was ich nicht getan habe war, darüber zu lachen, dass es mir nicht gut geht, nicht gut ging. vergangenheitsform, so, wie sie es sich erhoffte.


"Excuse me, but I might drink a little more than I should tonight."
(Give me everything - Pitbull feat. Ne-Yo, Afrojack, Nayer)
vielleicht kann ich endlich einmal alles um mich herum vergessen. vielleicht werde ich den abend über dem klo hängend verbringen. vielleicht werde ich mit einer alkoholvergiftung im krankenhaus landen. ich weiß es nicht. es ist mir egal.
ende offen.

eigentlich wollte ich bilder von meinem heutigen outfit posten, aber der gedanke daran, aus meinem dicken pullover und meiner jeans zu schlüpfen und das kleid anzuziehen, schickt mir eine gänsehaut über den rücken. ob es die kälte ist, die durch meinen gesamten körper kriecht oder der scham, mein fett zu zeigen, weiß ich nicht.
vielleicht also als edit photos.

edit: meine kamera ist kaputt. warum auch immer. toll. also erstmal keine neuen photos.

2 Kommentare:

  1. Dieses Gefühl kenne ich irgendwie.. Ich wollte auch alles um mich herum vergessen, wollte alles riskieren, um ein paar Stunden nicht mehr nachdenken zu müssen.. Ich habe auch gefeiert, getrunken. Ohja, ich bin mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus aufgewacht. Irgendwie finde ich deine Gefühlswelt ziemlich interessant. (:

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  2. Du machst mich so wütend, Süße.Du sagst mir, ich soll essen, aber was machst du? 137 Kalorien, DAS IST NICHT DEIN ERNT?!DAS KANN NICHT DEIN ERNST SEIN!DAS NENNST DU "ESSEN", JA?!ICH KÖNNT DEINEN KOPF GEGEN DIE WAND HÄMMERN!DU MACHST DICH SO KAPUTT!Hass mich ruhig, hass mich ruhig, aber mir fehlen echt die Worte.

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