gedankenfetzen
es gibt die einen - und die anderen.
die einen sind alle diese, die es schaffen, ihre fesseln zu lösen, ob es ist, weil sie früh genug kompetente hilfe bekommen haben oder aber, weil es sich 'ausgewachsen' hat, ist dabei vielleicht nicht wichtig. es sind diese, die es schaffen, ein leben zu leben.
die anderen sind jene, deren schiff niemals wieder den heimathafen erreichen wird, die gefangen sind auf hoher see, mit unrdurchdringbaren bergen von wellen, die überflutet werden, deren SOS nicht das rettende ufer erreicht. selbst bei ruhiger see ist 'kein land in sicht', sondern immer bloß 'ein mann über bord'.
sich ständig anders fühlen und im grunde nicht zu wissen, wieso. auf der flucht sein vor sich selbst und dabei die zeit aus den augen zu verlieren.
ich finde keine worte, weil ich sie alle schon verwendet habe, um zu erklären, was los ist, was nicht stimmt, was normalität ist. ich wiederhole mich durchgehend, obwohl es sich so gleich und so fremd anfühlt, so neu und so gewohnt, als würde es mir gerade erst auffallen, als wäre ich nicht schon die letzten jahre damit beschäftigt gewesen, irgendwie damit klar zu kommen.
ich komme nicht damit klar. aber das wissen sie nicht. das weiß niemand.
sich fühlen, wie neu geboren. dafür müsste man erst sterben.
der mut fehlt mir, der mut.
ich würde gerne in eine klinik gehen nach dem abi, doch dafür habe ich keine zeit. die hat mich nämlich nicht bloß überholt, sondern bereits überrundet.
ich bin verzweifelt. in meinem kopf rauscht es, gedanken, die ich nicht mehr los werde. was, wenn du einfach einen suizidversuch machst, bloß, um sofort ruhe zu bekommen, um sofort in eine klinik zu kommen, um alles zu umgehen, um endlich hilfe zu haben? ich finde einfach keinen weg.
und ich kann nicht mehr.

