Donnerstag, 28. Juni 2012

you'll never want to leave my side as long as I don't break these promises

You got me so high,
So high I cannot feel the fire.
And you keep telling me,
Telling me that you'll be sweet,
And you'll never want to leave my side,
As long as I don't break these...

Promises, and they still feel all so wasted on myself
 (Nero ft. Skrillex - Promises)

all die versprechen, die mir die krankheiten gaben und noch immer geben, sind verlogen. vielleicht haben mir auch nicht die krankheiten, sondern ich selbst etwas versprochen: ein schöneres leben durch ein schöneres äußeres. und es mag stimmen, schönheit bringt viele vorteile. aber schönheit kann man nicht durch abmagern erreichen und auch nicht dadurch, sich selbst gefangen zu nehmen.
ich habe mich so sehr in der vergangenheit verstrickt, dass ich den blick nach vorne verloren hatte und mich nicht auf das wesentliche konzentrieren konnte. egal, wie wenig oder wie viel ich gegessen hatte, egal wie viel ich ab- oder auch zugenommen hatte, es war nie genug. niemals. und das schlimme ist, dass es auch niemals genug werden wird oder sein kann. 
wofür stecke ich mir diese hohen ziele, wenn ich von vornherein keinerlei chance habe, diese auch zu erreichen?

es ist noch lange nicht alles gut und vermutlich wird auch alles nie wieder wirklich gut. doch zufriedenstellend sollte es werden. und ansatzweise ist es das auch schon.
ich werde wirklich erwachsen. 
an den tagen, an denen ich mittlerweile drogenfrei und auch bulimiefrei bin, fasse ich klare gedanken. nicht diese, die sich bloß um knochen und essen drehen, sondern jene, die sich mit der welt und dem leben beschäftigen. mit meiner zukunft, meinen wünschen und meinen träumen.

"ihr müsst mir zwischendurch mal rückmeldung geben, über mein gewicht, mein aussehen."
"ganz ehrlich: du darfst nicht auf das hören, was du selbst denkst. vertraue uns. wir sind deine freunde."

wie soll man so einfach die stimme, die eigenen gedanken ignorieren, verbannen, ausrotten? wenn es das ist, was mich jahrelang begleitet hat, mir den weg geweist hat, mich nie alleine und doch zu oft im stich gelassen hat? 
ganz genau. die krankheit war zwar immer für mich da, doch hat sie mich weiter nach unten getrieben, als ich es jemals war, nicht nur gewichtsmäßig. sie hat so vieles kaputt gemacht: freundschaften, motivation, lebensmut. 
es wird zeit aufzuwachen. und wenn ich den wecker überhöre, muss es eben der nasse waschlappen im gesicht sein! 

ich breche heute mein versprechen, liebe essstörung, die du mich so lange geführt hast. ich breche das versprechen, denn ich kann nicht mehr zu dir stehen, kann dir nicht mehr die macht über mich, mein leben und mein komplettes umfeld geben. das alles steht dir nicht mehr zu.





3 Kommentare:

  1. wow! ich kann gerade keinen anderen gedanken fassen! ich bin so, so stolz auf dich!

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  2. wie bist du eigentlich zu der erkenntnis gekommen? versteh mich nicht falsch, ich freu mich total, aber woher kommt das? ich würd dich jetzt so gerne knuddeln!

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