stress macht einen anderen menschen aus mir, engt mich ein, lässt mich brodeln im innern. genau dann, wenn ich keine einzige sekunde übrig habe, fange ich an zu essen und höre nicht mehr auf, bis ich beinahe platze.
seit dem ist nicht bloß meine gefühlswelt leer, sondern auch noch mein kopf. seit stunden halte ich mich mit den unwichtigsten sachen auf, nur um die dinge, die wirklich erledigt werden sollten, zu umgehen. ich werde morgen meine mündliche abiturprüfung simulieren müssen, thema molekulare genetik. ich habe so angst davor, es nicht zu schaffen, die erwartungen nicht zu erfüllen, mich vor dem kompletten kurs zu blamieren. obwohl ich weiß, dass ich das gröbste können müsste, obwohl ich weiß, dass es auf nichts ankommt, obwohl ich weiß, dass es so viel schlimmeres gibt, obwohl ich weiß, dass sie uns damit helfen, uns vorbereiten wollen, existiert in meiner vorstellungswelt gerade nichts schrecklicheres, als diese prüfung.
mir ist so kalt und ich habe bauchschmerzen. und ich halte mich selbst vom schlafen ab, weil ich mir dann einreden kann, ich müsste nicht zur schule.
kann kaum mehr denken, bin gelähmt von der leere, eingesperrt von den fesseln meiner selbst, finde keinen ausweg, kein ventil, das irgendetwas aufwerten könnte. weiß nicht wohin, außer zurück. muss gezwungen werden zu allem und meide jeden.
habe gestern nochmal die therapeutin angerufen und hoffe doch wohl vergeblich auf eine antwort, werde zurück geworfen zu den fragen.
was ist nur falsch gelaufen mit mir?


